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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1928-01-01 · Heft 2 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
72 (1928)
Issue
Heft 2
Article
Zum 10jährigen Todestage Hermann Cohens
Date
1928-01-01
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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1i6 physischen Grundlagen aufzuweisen, die dem Kosmos der Ideen und der Wirklichkeit Einheit und Ziel geben, wie dies für Cohen die Prinzipien der Logik und Ethik bedeuteten. Gleichwohl wird es für die lebendige, der Zukunft dienende Geistesarbeit der Philosophie Ansatzpunkt der Forschung und Wegrichtung der Frage bleiben: Cohen sagt! Denn in Cohen sprach und spricht zu uns die unbeugsame Kraft des zugleich religiösen und wissenschaftlichen Idealismus. So werden Cohens Schriften zur Philosophie und Zeitgeschichte ein immer neue Saat reifender Acker bleiben. Aber auch denjenigen wird Cohen ein Lehrer im Ideal sein, die durch diese Schriften in den Geist der Philosophie eingeführt werden. Denn ,,das Studium der Philosophie fordert die Verbindung des systematischen und des historischen Interesses/' Zur neuesten Pentateuchliteratur. Von Harold M. W i e n e r. Aus dem Englischen von' H. E. Die Textfrage gewinnt noch immer an Bedeutung. Mit jedem Jahr wird es klarer, daß unsere Hoffnung, neues Licht auf die Bibel geworfen zu sehen, , zum guten Teil auf der Wahrscheinlichkeit gegründet ist, daß die uns erhaltenen Materialien besser ausgewertet werden können als bisher. Mit Befriedigung begrüßen wir daher jeden Schritt vorwärts auf der steilen und dornenvollen Bahn der Rekonstruktion des Septuagintatextes. Solch einen Schritt hat jetzt Allred Rahlfs (Septuaginta Societatis SeientiarumGottingensis auctoritate edidit. I Genesis, Privilegierte Württembergische Bibelanstalt Stuttgart 1926), in einem Bande unternommen, der wegen der Klarheit und Güte des Druckes und der allgemeinen Ausstattung höchstes Lob verdient. Um aber keine Erwartungen zu wecken, die zur Enttäuschung führen müssen, wird es gut sein, seine eigenen Worte aus dem Vorwort anzuführen: ״Als ich mit der Bearbeitung der Genesis begann, versuchte ich zunächst, auch hier die Notierung wie im Buch Ruth auf wenige Gruppen zu beschränken; aber bei der ganz anderen Gruppierung der Handschriften in der Genesis erwies sich dies bald als unmöglich, und ich fügte dann eine Gruppe nach der anderen hinzu, bis ich nach mehrfacher, nicht gerade ergötzlicher Umarbeitung des Apparatus schließlich bei der Aufnahme des gesamten bei Brooke und McLean kollationierten Hss.-Materials anlangte. Daß das, was ich hier biete, noch viel weniger als das im Buch Ruth Gebotene dem Lagardeschen Ideal eines Aufbaues nach den berühmten Rezensionen des Origines, Lukian und Hesych entspricht, verkenne ich keineswegs. Aber wenn wir vorwärtskommen wollen, müssen wir uns nicht von vorgefaßten Theorien, sondern lediglich von dem gegebenen Material leiten lassen." Die Anlage des ganzen Buches schließt leider die Benutzung vielen wertvollen Materials aus. Die alte lateinische Version der Septuaginta scheint überhaupt nicht herangezogen zu sein. ״Die Kirchenväter sowie auch Philo und Josephus bleiben unberücksichtigt", die Zitate der alten griechi-

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