Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Piut des R. Sahlal Gaon und das Jahr seiner Abfassung
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 1)
- Language
- German
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426 Der Piut des R. Sahlal Gaon und das Jahr seiner Abfassung. Von B. Baneth in Berlin. Im neuesten Jahrbuch des Hebrew Union College (Cincinnati 1926, S. 229—255) veröffentlicht Israel Davidson nach einer von Luzzato korrigierten Abschrift aus einem handschriftlichen Mahzor die aus '251 Versen bestehende Hymne des R. Sahlal b. Netanel Gaon mit einem kurzen Vorwort und zahlreichen den schwierigen Text erläuternden' Anmerkungen. Das Gedicht wird in תוספות ישרם zu Joma 21b erwähnt, wo eine Emendation von Rabbenu Tarn zu einem der Verse mitgeteilt wird. Durch die Beachtung, deren Raschis großer Enkel sie gewürdigt hat, gewinnt die Hymne eine erhöhte Bedeutung. Leider ist es dem verdienstvollen Bearbeiter nicht gelungen, alle Dunkelheiten des Textes aufzuklären. Wie er in seinem Freimut offen gesteht, sind seine Bemühungen an einigen Stellen gescheitert; an anderen ist das Ergebnis wenig befriedigend. Diese wie jene möchte ich hier einer Besprechung unterziehen. Das Versmaß ist: יתד ושתי תנועות ויתד ושתי תגוצות ויתד ותנועה. V. 19—22: אלי אוהביו אשד שומרים ונוצרים ולא עוברים גזרתו וממרים במו נשא פדות־ על נשרים מתי רשע כבודו עת ממירים לאלף דור הלא שומר בריתו לפקודיו לעולם לעשותם אבל להם ולא לבני בניהם ולו שוגה ולא משגה ווגה Zu Zeile 3 meint Davidson (n. 14): Mit Recht bemerkt Luzzato am Rande, daß hier ein Textfehler vorliegen muß. Zu Z. 4 (n. 15): Das scheint ebenfalls verderbt. Job 1216 heißt es ולו שוגה ומשגה. Lies: ולו שוגה ולו משגה. — Ich vermute, daß die vorletzte Zeile am falschen Orte steht. Man setze sie hinter die letzte Zeile, und alles ist in Ordnung. Der Sinn, der sich nach dieser Um־־ Stellung ergibt, ist am besten aus der folgenden (wenn auch nicht wörtlichen) Uebersetzung ersichtlich. Er hat mit dem Gedankengang der herangezogenen Bibelstelle, die übrigens לו שגג ומשגה lautet, kaum einen Berührungspunkt. Seinen Bund bewahrt er denen Bis ins tausendste Geschlecht, Die ihn lieben, Gutes üben, Achtend auf Gesetz und Recht, Deren Weg nicht seinem Willen, Nicht der Tugend widerstreitet. Auch wer irrt, ist noch sein eigen. Aber nicht, wer irre leitet. Züchtigt er den Missetäter, So nur ihn allein, den Sünder, Dessen Frevelmut ihm trotzte, Niemals seine Kindeskinder. Trug er doch auf Adlerschwingen, Trotz der Väter schwerer Schuld, Die von ihm erlösten Söhne, Eingedenk verheiß ,ner Huld.