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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 397

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 397 (sequence 6)
Language
German
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397 Kulturverhältnisse mit. Aber ohne Vereinigung beider Erfordernisse wird jede Arbeit auf diesem Gebiet dilettantisch bleiben. Die innere Geschichte der jüdischen Gemeinde des Mittelalters vollzieht sich in sehr starkem Zusammenhang mit der Geschichte der mittelalterlichen Stadtverfassung, und die hier zu behandelnden hebräischen Statuten sind nicht weniger wie die gleichzeitigen städtischen Privilegien und Stadtrechte Zeugen des ersten Ringens der Bürgergemeinde um ihre Selbständigkeit. Deshalb ist es auch zu begrüßen, daß F. die Takkanot übersetzt und mit sehr eingehenden Anmerkungen versehen hat. Schließlich dürften sie ja auch einmal das Interesse eines nichtjüdisehen Historikers oder Rechtshistorikers erregen. Der vom Verf. in der Einleitung gemachte Versuch einer Geschichte des jüdischen Gemeinderechts vom 10. bis 13. Jahrhunderts mußte bei seinen Voraussetzungen mißlingen. Vor manchen Seltsamkeiten hätte schon ein ge״ sunder Blick bewahren können1. Es fehlt jedoch nirgends, auch bei den Irrgängen des Verfassers, an Anregungen und fleißig gesammeltem Material. Die hier geltend gemachten Einwände können mich daher nicht hindern, dem Verf. aufs wärmste eine baldige Fortsetzung seiner begonnenen Arbeit zu wünschen. Denn er hat ein bisher vollkommen vernachlässigtes Problem an der entscheidenden Stelle angefaßt und wesentlich gefördert. Fritz Baer. A• Reifenberg, Palästinensische Kleinkunst, Bd. 31 der ״Bibliothek für Kunst- und Antiquitätensammler“, bei R. C. Schmidt & Go., Berlin, 1927. ־־־־ 135 Seiten mit .157 Abb. im Text. Die Art der Veröffentlichung zeigt bereits, wem das Büchlein dienen soll: dem Sammler einen Ueberblick über die scheinbar so dürftige, dabei aber so unendlich komplizierte Kleinkunst eines Landes zu geben, das wie kein anderes den verschiedensten Kultureinflüssen ausgesetzt war. Wenn nun auch gerade in Palästina in der bildenden Kunst die vorjüdische Zeit eine besondere Rolle gespielt hat, so vertritt R. doch, wohl unter dem Einfluß seiner Abstammung und auch der Umgebung, in der er seit Jahren lebt, den Standpunkt von der vorherrschenden Rolle der Juden; gewiß wird ihm das von mancher Seite verdacht werden, man wird die alten Schlagwörter von dem Mangel der alten Juden an Kunstverständnis u. dgl. anführen. Ich aber, der ich kein Jude bin, mich nur seit langen Jahren mit diesem so wichtigen Gebiet beschäftige, gebe ihm durchaus recht: man hat immer noch zu wenig erkannt, welchen ungemein starken Einfluß die Kulturströmungen, sei es direkt, sei es auf anderem Wege (ich meine eine gew. geistige Affinität mit Rom, über die Etrusker und Hettiter, wovon ich manches in meiner even erschienenen Arbeit erwähnt habe) gerade dies Stückchen Orient auf ganz Europa gehabt hat! — Dabei ist R.s Objektivität in diesen so schwierigen Fragen durchaus anzuerkennen, er gibt sich nicht nur Mühe unparteilich zu urteilen, sondern er tut es auch! Ich glaube sogar, daß die vorliegende Arbeit einen;licht zu unterschätzenden Wert für den Wissenschaftler haben würde (denn die zusammenfassenden Werke sind selten, und das einst beste im IV. Band von Perrot ist lange veraltet), wenn R. sich die kleine Mühe gemacht haben würde, seine Quellen anzugeben; oft ist nicht einmal der Fundort der gebrachten Gegenstände genannt! Ich möchte daher wünschen, daß R. seine Arbeit als Vorarbeit für eine erweiterte Behandlung des Gegenstandes betrachtet, in der er nicht nur die Quellen angibt, sondern auch die Analyse der einzelnen Stücke ausführlicher behandelt, um so zu einer sicher fundierten, auf breitem Grund aufgebauten Synthese zu kommen! Damit würde er nicht nur der Archäologie im streng wissenschaftlichen Sinn einen großen Dienst erweisen, insbesondere auch ein wertvolles Nachschlagewerk schaffen! — Die Prämissen sind vorhanden, an R. allein liegt es nun, daß er sie benützt! Wir können ihm nach dieser Probe, möchte ich sagen, nur Glück dazu wünschen! Zum Schluß noch ein kurzes Wort über die äußere Gestalt des Buches. Der Druck ist gut; die Abbildungen sind mit Ausnahme einiger, die wohl von Nichtfachleuten gemacht sind, plastisch und gehen den Charakter der Objekte gut wieder; eine ,,Zeittafel“ am Schluß, verständigerweise nach 1 Das gilt besonders von dem Kapitel ״The herem ha-yishshub“ S. 10 f.

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