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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 393

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 393 (sequence 2)
Language
German
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393 nicht gerecht geworden. Schon über Herkunft und Beschaffenheit der Hand- Schriften gibt er keine ausreichende Auskunft. Man muß sich das Nötige selber in den Katalogen zusammensuchen, soweit das möglich ist. Die Folgen treten am verhängnisvollsten bei den sogenannten Takkanot des R. Gerschom (TRG) zu Tage. In dem Stammbaum der tradierten Texte S. 118 steht in erster Reihe neben der Münchener Talmudhandschrift von 1369 (M) die Prager Edition der Resp. des R. Meir Rothenburg von 1608 (S), dann erst folgen die älteren Handschriften, die bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurückreichen. Dementsprechend stehen die beiden erstgenannten Versionen im Text nebeneinander, die Varianten der anderen werden in die Fußnoten versetzt. Nun soll hier nicht behauptet werden, daß die älteste Handschrift durchaus die beste ist1. Aber bevor man geradezu vom Gegenteil ausgeht, muß man Beweise liefern. Tatsächlich ist der Prager Druck bei der Rekonstruktion des Textes zwar nicht zu entbehren, aber er trägt die Spuren der jüngsten Ueberarbeitung, und auch die Münchener Hs. ist nicht besser als etwa die um ein Jahrhundert ältere Kopie im Anhang zum Machsor Vitry (V), die man hätte zugrunde legen sollen, wenn man schon auf eine annähernde Rekonstruktion des Urtextes ganz verzichten wollte. Ich nehme einige Beispiele, an denen der Verf. in den Anmerkungen seine Edition zu begründen versucht hat: (F. S. 419) V וכשאדם מזמין את חבירו לדין והכירו מסרב אין יכול לבטל לא תפילת יוצר ולא תפילת מנחה (או קריאת התורה s) עד שבטל ג׳ פעמים תפלת ערבית (או סדר קדושה s) M כשאדם מזמין הכירו לדין ♦ ♦ . אינו יכול לבטל יוצר ותפילת מבחה עד שיבטלם ג׳ פעמים באדורוכד ואחר כן מבטל לכלן Bei V ist eine kleine Korrektur nötig (תפלת ערבית für תפלה), M ist bis zur Sinnlosigkeit korrumpiert; S hat charakteristische Zusätze gegenüber V; aber so lange nicht andere Argumente hinzukommen, haben wir bei dem vorliegenden Altersverhältnis der Texte nicht das Recht, diese Varianten als die ältere Ueberlieferung zu betrachten, sondern müssen sie für Zusätze erklären, die wahrscheinlich dem späteren Brauch Rechnung tragen2 3. In § ל (S. 132) bekundet S seine Jugend schon dadurch, daß er anstelle des älteren Wortes 3 מתנה ( donum) für Steuer das geläufigere Wort מם setzt. Der Satzbau ist bei S am Anfang nicht in Ordnung. Im § 5 über das Beschlußrecht der Gemeinde durch Majorität hat V והרוב מתרצים בדבר מן המהוגנת. Die beiden letzten Worte fehlen bei M, und der Verf. erklärt sie für jüngeren Ursprungs. Aber in Wahrheit gehören nach den Begriffen der Zeit nur die מהוגנים (meliores) zu den Stimmberechtigten, und darum folgt der selbstverständliche 1 Alle Handschriften haben in ihrem Text an denselben Stellen dieselben Glossen, die dem Inhalt der betr. Takkaria z. T. einfach widersprechen. Darüber hat F. in seinen sorgfältigen Anmerkungen zur Uebersetzung sehr Gutes gesagt. 2 Es läßt sich jetzt feststellen, daß das Rechtsmittel der Inhibierung des Gottesdienstes im Anfang des 13. Jahrhunderts in Katalonien ein drang. J. Milläs-Vallicrosa veröffentlicht gegenwärtig (Institut d’Estudis Gatälans, secciö histörico-arqueolögfca, memories I, Barcelona 1927) 33 hebräische Urkünden, vorwiegend aus Barcelona, davon einige über Samuel ben Isac hassardi in Barcelona, jedenfalls identisch mit dem. Verfasser des ס' התרומות, aus dem gerade Ass af, בתי הדין S; 25 n. 1 eine Steile über diesen Brauch erörtert, aber als für Spanien nicht in Betracht kommend erklärt hat. Die Witwe dieses im Nissan 5061 als vor längerer Zeit verstorben bezeichneten R. Samuel hassardi wendet dieses Rechtsmittel in der Synagoge zu Barcelona an, um ihre כתיבה einzufordern. Milläs Doc. XVIII: אנו ב״ד ה״מ הווקקנו בעכין הכבודה מרת קרושיאה אלמנת ר׳ שמואל בר׳ יצחק הפרדי שעכבה תפלה כבית הכנסת ימים דכים ♦ ♦ ♦ Barcelona, Elul 5022, cf. Doc. XVI: אד בדד דדם כן היה שבאה לפנינו מיה קורישאה אלמנת ר/שמואל בר׳ יצחק הסדרי ואמרה לנו הרי שנפטר היום כמה ימים אדני בעלי ר שמואל הנזכר לביית עולמו ♦ . ♦, 3 Zum Gebrauch des Wortes in diesem Sinn vgl. Davis, Hebr. Deeds of English Jews, 1888, S. 33.

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