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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 387

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
Date
1927-01-01
Page
Seite 387 (sequence 17)
Language
German
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Teil seinem Verwandten Jakowka Rapoport, dem Nestor der Lein־•' berger Aerzte, verdanken mag. Manche Kritiker wollen Widersprüche in Rapoports Ansichten während seiner ersten und während seiner letzten Periode finden. Anfangs soll er, als er die Chassidim bekämpfte, sich als Ultrafortschrittler gebärdet haben, während er später die deutschen Reformer bekämpfte. Indes beachtet man zu wenig den scharfen Unterschied zwischen Chassidim und Misnagdim. Der junge Rapoport bekämpft auch in den Chassidim die Revolutionären, die Zerstörer des alten Rabbinismus. .; Um Rapoports Bild vollständig zu machen, soll noch auf seine1 2 heiße Liebe zu allen Kulturvölkern und zur Menschheit überhaupt; hingewiesen werden. ־ Merkwürdig in dieser Beziehung ist ein Brief Rapoports im Kerem chemed I,' S. 85, der in jüdischen Kreisen viel Staub aufgewirbelt hat. Er beklagt •sich hier bei seinem Freunde über einen gemeinschaftlichen Bekannten, einen Fortschrittler, der plötzlich ,,in; das Grab der Dummheit" herunterzustürzen, d. h. ins Lager der Radikalnationalisten abzuschwenken drohte. Vorzüglich ist Rapoports Charakteristik dieser Männer: Nur ein wohllautendes Wort gebe es in seinem Sprachschätze, das ihm den Weg zu den vielen Kostbarkeiten verschließe : Die Liebe zu Israel, die die Menschenliebe vertilgt habe. Solche Nationalisten glaubten, ein guter Jude müsse die Wesensart1־ aller anderen Völker., auch der besten, in deren Wegen alle Großen unseres Volkes, wie Rambam und Saadjah gewandelt seien, hassen. Eine solche Stellungnahme aber, so meint Rapoport, habe uns viel geschadet, uns den Haß der Völker zugezogen und'uns für Jahrhunderte ins Dunkel geschleudert.,... Genau derselbe Gedanke wie in Rapoports programmatischem Gedichte im Bikkure ha-Itim für das Jahr 5088, S. 279. (Fortsetzung folgt.) Ueber eine verderbte Stelle im ״Sephath Jether“. Von D. He r zog in Graz. Daß das gedruckte שפת יתר des Abraham ibn Esra1, ebenso wie sein Gegenstück das ,2 פ׳ תשובות תבש המי בן לברט זכו, in einem heillosen Zustande sich befindet, wissen wir schon seit langem. Da. ich nun darüber demnächst ausführlicher zu sprechen die Absicht habe, möchte ich hier zunächst nur eine Stelle behandeln, die wohl als die verderbteste des, Buches angesehen werden kann. Es handelt sich um die am Schlüsse des Buches stehende Nr. קס״א, die in der von Lippmann zu Grunde gelegten Hs. schon ziemlich mangelhaft er- 1 Ed. Lippmann, Frankfurt a. M. 1843. Vgl. Geiger, Jüd. Zsch. IV, 293 f. und Bacher, Abraham ibn Esra als Grammatiker, Straßburg 1882 (i;EG.), 7, 26. Noch schlimmer steht es um die von Bisliches besorgte Ausg., Preßburg 1838• Vgl. Geiger in כרם חמד V, 100 u. iEG. 6 f. 2 Ed. Schröter, Breslau 1866. Vgl. auch Porges im Gedenkbuch z. E. a. David Kaufmann, Breslau 1900, S. 246 und Poznanski תד',לה לדוד, Warschau 1902, S. 15. 25*

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