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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 6 · p. Seite 329

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 6
Article
Zum 25jährigen Jubiläum der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums
Date
1927-01-01
Page
Seite 329 (sequence 9)
Language
German
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329 der deutschen Juden, Festschrift zum siebzigsten Geburtstag Martin Philippsons sowie die Festschrift zum siebzigsten Geburtstag Jacob Guttmanns. Im ganzen handelt es sich um 28 von der Gesellschaft herausgegebene Werke; viel, viel größer aber ist die Zahl der subventionierten Bücher und gelehrten Arbeiten, vielleicht geht die Behauptung nicht zu weit, daß ein größerer Teil der in den letzten Jahrzehnten in Deutschland erschienenen Schriften unserer Wissenschaft in irgend welcher Art mit der Arbeit der Gesellschaft in Verbindung steht. Um das Bild der Arbeitsleistung zu vervollständigen, seien die Jahresversammlungen mit ihren gelehrten Vorträgen nur genannt und der schwierigen Arbeiten am Corpus tannaiticum und der Germania judaica sowie der entsprechenden Publikationen nur Erwähnung getan. Das sind die Pläne der Gesellschaft und die wissenschaftliche Leistung in allgemeinsten Umrissen. Auf Einzelheiten einzugehen, ist hier nicht tunlich. Das würde schließlich auch nichts anderes bedeuten, als neue mehr oder minder umfassende wissenschaftliche Darstellung und Aufzählung großer Mühen. Wer jedoch die Bedeutung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums wahrhaft würdigen will, sollte nicht nur ihre wissenschaftlichen Pläne und Leistungen ins Auge fassen; es kommt noch ein ganz anderes in Frage. Die Gründung der Ge- Seilschaft hat von Anfang an einen sehr bedeutenden Eindruck außerhalb und innerhalb des Judentums hervorgerufen und sich in dieser Hinsicht als ein Segen für unsere Gemeinschaft erwiesen. Es war eine Zeit der Bedrängnis, in der die Gründung stattfand. Die Gegner fügten dem Judentum vielen Schaden zu durch Wissenschaftliehe Formulierung ihrer Annahmen und Behauptungen. Mit ganzen Systemen ging man gegen uns vor, mit feingesponnenem Gewebe von Beobachtungen und Schlüssen. Scheinbar wissenschaftliche Werke beeinflußten in noch nicht dagewesener Art die öffentliche Meinung. Dem System dieser Angriffe gegenüber fehlte dem Judentum die Organisation, wie die Gesellschaft sie darstellt. Es war viel, •daß das gelehrte Schaffen in unseren Reihen nicht zum Stillstand kam, irgend ein Plan oder ein System aber war bei den Publikationen nicht erkennbar, niemand hatte einen Auftrag und niemand arbeitete mit vielen anderen im Bunde. Es war Schadenfreude im Lager der Gegner und Pessimismus in unseren Reihen. Da stellte sich fast plötzlich ein so stolzer Areopag von Gelehrten dem Judentum zur Verfügung und begann systematisch die notwendige umfassende Arbeit. Unter dem Eindruck dieser Tatsache und ihrer Auswirkung vollzog sich ein Umschwung der allgemeinen Stimmung.

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