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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 306

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Neueste Literatur zu den Hagiographen [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 306 (sequence 18)
Language
German
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306 lyptischer Volkstraditionen. Darins der Meder soll G 0 b r y a s sein, der eigentliche Eroberer Babylons der zu Naboneds Zeit Statthalter in Gutium war und von dem Schwenzer (Klio, 1923) nach neuesten Funden ein Lebensbild gegeben hat, welches die Identifizierung plausibel macht. Jüdische Geschichtsschreibung in russischer Sprache. Von Mark Wis chnitzer in Berlin. Der XI. Band der ,,Jewreiskaja Starina“ (Jüdische Vergangenheit), den die Jüdische Historisch-Ethnographische Gesellschaft in Leningrad unter größten Kämpfen mit der Zensur im Jahre 1924 herausgebracht hat (es durften nur 500 Exemplare gedruckt werden List ein stattlicher enggedruckter Band von über 420 Seiten Umfang und bringt Aufsätze über jüdische Geschichte, Literatur und Folklore, Zum Unterschied von früheren Jahrgängen der Starina, (die in Vierteljahrsheften herauskam) werden hier nicht bloß die Geschichte und Ethnographie der Juden in Polen und Rußland behandelt, sondern darüber hinaus auch andere Gebiete und Perioden jüdischer Geschichte und Volkskunde. Die neue Schriftleitung der Starina — die ersten 10 Bände sind wie bekannt von S. Dubnow redigiert worden — erklärt in einem Geleitwort, daß sie vor neue Aufgaben gestellt worden sei. Die Befreiung von der Zarenherrschaft habe das historische Interesse für die Rechtsbeschränkungen der russischen Juden abgeschwächt, worüber die früheren Bände viel Material brachten. Dagegen muß der Anteil der Juden an der Sozialrevolutionären Bewegung in Rußland in stärkerem Maße als bisher berücksichtigt werden. Die neuen Umwälzungen auf sozialem, ökonomischem und kulturellem Gebiet stellen auch die anthropologisch-ethnographische Forschung vor neue Aufgaben, Zur Geschichte, des Judentums im Altertum haben Beiträge geliefert W. Struwe, ein jüngerer Aegyptologe, und S. Lurje, der durchseine in russischer Sprache erschienene ,,Geschichte des Antisemitismus im Altertum“ bereits bekannt ist. Ersterer untersucht die Geschichte des Aufenthalts der Juden in Aegypten im Lichte ägyptischer Denkmäler und unternimmt eine Entzifferung der ,,Sinai-Inschriften“ in Anlehnung an Gardiners Lesart. S. Lurje beleuchtet kritisch das bisher noch wenig gewürdigte Werk Justers ״Les Juifs dans!,Empire Romain, leur condition juridique, economique et sociale“ (Paris 1916), gibt eine Uebersicht über die jüngsten Ausgrabungen der hellenistisehen Periode und untersucht das Vorkommen des Familiennamens Luria im römischen Aegypten, ohne freilich den zwingenden Beweis zu erbringen, daß es sich um jüdische Träger dieses Namens handelt! In das dunkle Gebiet der nachcbazarischen Geschichte führt uns ein Aufsatz von A. Samoilowitsch ,,Zur Frage über die Nachkommen der Chazaren und ihre Kultur“ ein. Die Schwierigkeit des Themas kann man sich leicht vergegenwärtigen, wenn man bedenkt, daß es sich dabei um die Erforschung der historischen, kulturellen und linguistischen Verhältnisse der jüdischen ״Gorzen“ des Kaukasus, der Krimtschaken und der Karaiten handelt, die das gemeinsame Zusammenarbeiten von Hebraisten, Jafetidologen, Iranisten und Turkologen erfordert. Auf die Ansätze, die zu diesen Forschungen bereits gemacht wurden, weist der Verfasser hin. Lehrreich ist S. Zinbergs Aufsatz ,,Abraham aus der Krim und Moses aus Kiew.“ Ersterer war ein Geisteskind Abraham Ibn Ezras, des philosophisch geschulten Bibelexegeten und Gelehrten Schernarja ben Ilja Ikriti aus Negroponte und vor allem des Maimonides. Abraham ist Verfasser eines rationalistisch. gefärbten Kommentars zur Bibel ״Sefat ba Emet,“ der 1358 geschrieben wurde; die Handschrift befindet sich in der Oeffentlichen Staatsbibliothek in Leningrad. Zinberg bringt einige Beispiele aus dem leider noch immer unveröffentlichten Werke zur Illustrierung der freigeistigen Exegese dieses merkwürdigen Mannes und trägt die spärlichen Brocken sorgfältig zusammen, die zur Beleuchtung der Persönlichkeit des Autors dienen konnten. Etwas eingehender ließ sich das Wirken des nicht minder bedeutenden Gelehrten und Rabbiners Moses aus Kiew behandeln, der hundert Jahre späterlebte und nach schweren Schicksalsschlägen — er war 1495 mit allen übrigen

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