Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Berliner Judenkalender und die Kalendergelder
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 286 (sequence 13)
- Language
- German
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286 ganz neue, zum Teil radikal veränderte Umlage vorzunehmen, scheiterte, und es mußte im Jahre 1731 auf die frühere Verteilung zurückgegriffen werden. Die Listen über die Zahl der verteilten Kalender zeigen deutlich, daß die Auflage von 1600 Exemplaren niemals in vollem Umfange in Anspruch genommen wurde, vielmehr eine größere Anzahl davon in den Handel gelangte. Für eine Gemeinde wie Berlin konnten 300 Kalender gewiß nicht ausreichen. Als Maßstab für die Umlage der Kalendergelder sollten die Montispietatisgelder gelten1. Das Verhältnis zu ihnen und den anderen Beiträgen der Juden veranschaulicht die folgende Tabelle aus dem Jahre 17352. Schutzgeld Rekrutengeld Calender Monti-spietatis r g r g r g r 1 g Halberstadt. Hohenstein und denen 2 526 — } 1110 1 92 12 i 69 9 darin liegenden Orten S16 — f j 1I Berlin ....... 2 847 — 1000 — 83 8 62 12 Cleve und Mark . . . 2 078 — 924 — 77 — 57 18 Moers. 192 — 16 — 1 8 1 — Minden Stadt und Land 518 . 6 140 — 11 16 8 18 Frankfurt a. c’. O. . . . 784 •־ — 230 — 19 4 14 9 Halle ....... 762 12 270 22 12 16 21 Neumark. Ravensberg, Tecklenburg 1460 12 311 — 27 2 20 7 Mi und Lin gen ..... 734 12 242 — 20 4 15 3 Preußen (Königsberg) . 236 6 130 — 10 20 8 13 641 Chur mark ...... 1230 — 231 — 19 6 14 10 Pommern ...... 790 — 182 — 15 4 11 9 Soest. 25 — 14 — — — — — Summ a j 15000 4 800 400 300* * Die Summe beträgt SOO r 10 g. Nach einem Beschlüsse der Societät vom 15. Mai 1725 sollte die Verteilung der Kalender ״nach der Zahl des Hausgesindes“ erfolgen. Zu diesem Behufe mußte das Sekretariat der Societät ein Verzeichnis der Hauslisten aus jedem Orte erhalten. Auf 6 Stück sollte ein siebenter Kalender zugegeben werden, damit einige Kalender übrig bleiben für die Familien, welche mehr als einen Kalender benötigen3. Zu diesem Zwecke und auch für den jeweiligen. Verteilungsmodus der Gelder bediente sich die Akademie der Hilfe der Oberältesten und Aeltesten, welche die Listen und alsdann auch die Gelder an die zuständige Kammer abführen mußten, wogegen ihnen oder ihren Beauftragten die Kalender ausgehändigt wurden4. Die 300 Kalender für Berlin wurden an vermögende Gemeindemitglieder zum Preise von 2 guten Groschen (1 guter Groschen 1y2 g) abgesetzt, die somit die eigentlichen 1 Nach den Akad. Akten Nr. 219. 2 Akad. Akten Nr. 221, bestätigt durch Kgl. Dekret vom 18. Januar 1735. 3 Akad. Akten Nr. 219. 4 Daselbst Nr. 223.