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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 5 · p. Seite 264

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 5
Article
Ritualmord und Eselskult
Date
1927-01-01
Page
Seite 264 (sequence 10)
Language
German
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!264 ,Idumäer auf ihre Gegner, die Juden, eine wandernde Kriegslistgeschichte übertragen : vom Diebstahl des goldenen Kopfes am Eselsidol des Feindes. Um das Jahr 200 v. Ch. wurde die Erzählung dem Mnaseas direkt oder indirekt bekannt und von ihm in die griedusche Literatur eingeführt. Etwa ein Halbjahrhundert später, als die Apologeten des Epiphanes das antijüdische Material suchten, fand einer vgn ihnen die Geschichte bei Mnaseas und entnahm ihr die Behauptung von der jüdischen Anbetung des Eselskopfes. In dieser Fassung wurde die Fabel, da eine andere Gestalt des Judengottes nicht bekannt war, allgemein verbreitet und geglaubt, so daß die griechische Gelehrsamkeit sich bemühte, den Ursprung des jüdischen Kultes zu erklären. Mit der Verbreitung des Christentums wurde die Behauptung auch auf die der jüdischen verwandte und gleichfalls bildlose Religion übertragen. Anderseits benutzten die Hasser und Spötter die Behauptung, um den Judengott bzw. den Christus eselsgestaltig darzustellen. Nach Tertullian verschwindet die Fabel aus dem Verkehr: Severus eröffnet die erste allgemeine Verfolgung. Nicht Hohn und Spott, sondern Blut und Eisen werden jetzt auf ein Jahrhundert die Waffen gegen die neue Religion. Der Berg Asamon: Bell. Jud. II 18״. Von S. Klein. Josephus berichtet a. O. über die Einnahme von Sepphoris durch Gallus. Die Stadt hatte ihn freundlich auf genommen; aber das aufrührerische und räuberische Gesindel floh auf den Berg Asamon, gerade in der Mitte Galiläas, gegenüber Sepphoris gelegen. Aaapcov . . . ro peaakarov z7j^ FakXaia^ ftpos h xekai pev avTapuc rrj<: 2e7ü<p0)pE0)^ Diese schlugen, solange sie eine höher gelegene Stellung hatten, die Römer zurück. Als aber die Römer sie umgingen, wurden sie überwältigt. Es gelang nur wenigen an unwegsamen Orten sich zu verbergen, während mehr als 2000 als Leichen auf dem . Schlachtfeld blieben. Daß die gegen Gallus Kämpfenden nicht lauter ״Gesindel“ waren, wie Josephus seinen römischen Lesern es erzählt, darf wohl ..ohne Bedenken behauptet werden. Ferner ist es klar, daß so viele Menschen. — die Zahl der Gefallenen allein war ja 2000! —nicht unter freiem Himmel kampieren konnten. Sie haben sich in einer Festung verschanzen müssen. Endlich ist festzustellen, daß nach Angaben des Josephus der Berg Asamon weder unter den die Stadt Sepphoris^ umgebenden Hügeln1, noch aber weit im Norden Obergaliläas (6 e b 1' 6־ e r m ä k)2 gesucht werden darf, sondern nördlich von Sepphoris in der Mitte Galiläas (nicht etwa Untergaliläas) gegenüber der Stadt — d. h. von Sepphoris aus sichtbar — angesetzt 1 So auf der Karte Nr. 13 im Bibelatlas Gut 11 es (was schon von Dal man — s. weiter — gerügt wurde). Merkwürdigerweise bezeichnet Guthe Asamon auch bei ,,Dsch. Dedebe“, freilich mit einem Fragezeichen versehen. 2 Sepp (angeführt in Boettgers Topogr.-hist. Lexicon zu den Schriften des FL Jos. S. 39); E. Safir Nr. 1423.

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