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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 232

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 232 (sequence 3)
Language
German
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232 Analogje des Impf.; wenn aber das e de£ Impf, wirklich sicher kurz ist, so schreibt man tatsächlich ׳r, also wird לרןטל doch als jekattel äufzufassen sein. Oder sollte es wirklich undenkbar sein, daß i-,und u-Vokale anderen Wandlungen unterworfen waren als a-Vokale? Man denke nur an Divergenzen wie ־#לחני :;^זלח: gegen t לנן&לכי und ז:מכני : לתן Wo Parallelformen solche Differenzen zeigen, geht es nicht an, aus ihnen auf Gleichheit der Quantität der Vokale zu schließen. In anderen Fällen wäre doch zu fragen, ob nicht besondere Verhältnisse die verschiedene Punktation bedingen. Es geht m. E. nicht an, aus dem Formenpaar דלים& und קך;צים^ Zu schließen, daß -i. ־= t sein könne; beide Bildungen sind gegenüber dem Typus 3כןךים (von •ןר&) abnorm^ bei der ersten ist das א von entscheidendem Einfluß, bei der zweiten steht נך für גך . In § 28 m, wo der Verf. auf Formen wie ד,לים& noch einmal zu sprechen kommt, erklärt er das גיי■ daraus, daß bei א ״der Murmelvokal schon zu einer Zeit bezeichnet (wurde), als man noch keine Chatef-Zeichen hatte, und vereinzelt diese alte Schreibweise . . . beibehalten“ wurde; auch im Syrischen schreibe der Vokal bei א den Murmellaut. Ob diese rein graphische Erklärung wohl in der Geschichte der Schriftzeichen genügend begründet ist? Ob nicht doch lautliche Vorgänge zur Erklärung heranzuziehen sind? — Ich greife ferner als Beispiel eines Falles, in dem ich dem Verf. nicht beistimmen kann, I § 16e. f heraus: wenn eine Regel so formuliert wird, daß sie so zahlreiche Ausnahmen zu konstatieren zwingt, und für diese Ausnahmen so künstliche Erklärungen gesucht werden müssen wie für לדידם, das nur graphische Differenzierung von jädern sein soll zur Unterscheidung von ילדלם so scheint mir die Formulierung doch starken Bedenken zu unterliegen. Ich lasse es mit Rücksicht auf den Raum mit diesen Beispielen sachlicher Kritik an den Ausführungen des Verf. genug sein. Eine Bitte sei jedoch noch ausgesprochen. Der Verf. bietet in der Regel zunächst die Beschreibung einer Formengruppe in mehreren Sätzen und fügt dann Belege an unter der Ueberschrift ,,Beispiele.“ Sehr häufig werden jedoch hier nicht Beispiele der normalen Bildung angeführt, sondern nur Ausnahmen, so daß die normale Bildung überhaupt nicht anschaulich gemacht wird, z. B. II § 4d unter f (wo übrigens statt ״letzte“ ,,vorletzte“ zu lesen ist}, § 4e unter b, c und d. Eine Aenderung dieses Verfahrens ist für die Fortsetzung dringend zu wünschen. Ich möchte jedoch mit den mannigfachen Bedenken, die ich geäußert habe, nicht den Eindruck erwecken, als hielte ich die neue Bearbeitung der so lange bewährt gefundenen Kautzsch’schen Grammatik für wenig gelungen. Daß auf dem Gebiet der sprachgeschichtlichen Erklärung der grammatischen Erscheinungen noch alles im Werden, vieles nur erst ein tastender Versuch ist, ist bei dem geringen Alter der modernen semitischen Sprachwissenschaft selbstverständlich. Ich hin aber überzeugt, daß Bergsträssers Arbeit einen sehr bedeutsamen Fortschritt auf dem Gebiet der hebräischen Grammatik bedeutet, und schließe mit dem lebhaften Wunsch, daß es ihm allen Schwierigkeiten zum Trotz doch bald gelingen möge, das Werk zum glücklichen Ab- Schluß zu bringen. Breslau __ C. Steuernagel. Joachim Jeremias: Lic. D1\, Dozent am Herderinstitut ln Riga, Privatdozent an der Universität Leipzig, Golgotha (Beihefte zu dem von D. Leipoldt herausgegebenen Angelos, Archiv für Neutestamentliche Zeitgeschichte und Kulturkunde, Heft 1, herausgegeben von Dr. G. Polster) 1926, Leipzig, Eduard Pfeiffer, VIII, 96 S. 5 Mk., geh. 6,80 Mk. Diese reichhaltige Arbeit des jungen Gelehrten verdient es, als besonderes Heft weiteren Kreisen zugänglich gemacht worden zu sein. Sie bietet nicht nur eine Untersuchung der mit Golgotha zusammenhängenden topographischen Fragen, sondern auch eine Fülle sehr lehrreicher Nachweise über die mit. Golgotha eng verbundenen Ideen vom Wellenberg und Weltzentrum, vom kosmischen Felsen, vom Schädel und Begräbnisort Adams usw. Jeremias verarbeitet auch viel rabbinisches Material. Aus eigener Anschauung kennt er das heilige Land und war daher besonders befähigt, eine Arbeit wie die vorliegende zu leisten. Es wird kaum eine mit seinem Thema zusammenhängende

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