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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 230

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 230 (sequence 1)
Language
German
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230 Besprechungen Bergsträsser, (*.: He bräis che Gr ammatik mit Benutzung der von E. Kautzsch bearbeiteten 28. Auflage von Wilhelm Gesenius’ hebräischer Grammatik, verfaßt von — (.==־ Wilhelm. Gesenius3 hebräische Grammatik, 29. Auflage). 1. Teil : Einleitung, Schrift־ und Lautlehre. Mit Beiträgen von M. Lidzbarski. Leipzig, F. C. W. Vogel, 1918, VI und 166 S. 8°. Dasselbe: 2. Tei l : Verbum, 1. Hälfte. Leipzig, J. C. Hinrichs,sehe ■Buchhandlung, 1926, VIII und 85 S. 8°. In der Vorkriegszeit nahm die hebräische Grammatik von Gesenius- Kautzsch, zuletzt 1909 in 28. Auflage erschienen, eine beherrschende Stellung ein. So war es selbstverständlich, daß der Verlag sich nach dem Tode des bisherigen Herausgebers Kautzsch (-}- 1910) nach einem neuen Bearbeiter umsah. Ebenso selbstverständlich war es, daß die neue Bearbeitung dem Buche in vielen Beziehungen einen neuen Charakter geben imißte; war doch inzwischen die sprachwissenschaftliche Forschung auch auf dem Gebiete der semitischen Sprachen mächtig fortgeschritten (man denke nur an Brockelmanns Grundriß der vergleichenden Grammatik der semitischen Sprachen 1908-13 im Vergleich mit Zimmerns 1898 erschienener Vergleichenden Grammatik der semitischen Sprachen), und war doch dadurch für die hebräische Grammatik eine Fülle neuer Erkenntnisse, aber auch neuer Probleme gewonnen. Bergsträsser, der die Aufgabe der Modernisierung des Gesenius- Kautzsch übernahm, sah sich bald genötigt, ein vollkommen neues Werk zu schaffen, für das ihm das ältere eigentlich nur noch als Materialsammlung diente. Der Nebentitel ״W. Gesenius . . . ., 29. Auflage,“ ist nun freilich kaum noch gerechtfertigt. Ueber Ausarbeitung und Druck des Werkes waltete ein ganz besonders schlimmer Unstern, wie der Verf. im Vorwort des zweiten Teiles darlegt. Daraus erklären sich manche Disharmonien, namentlich auch solche der äußeren Form, die jedoch auch auf eine Veränderung in der Fassung cler Aufgäbe hinweisen: Teil I war noch als Lehrbuch für den Anfängerunterricht gedacht, Teil II läßt die Rücksicht auf Anfänger gänzlich fallen. •■ ־' Von den hauptsächlichsten Eigentümlichkeiten der neuen Bearbeitung seien besonders folgende hervorgehoben : Durchgängig ist die vorhandene Literatur eingehend berücksichtigt und auch im einzelnen zitiert, z. T. mit kritischen Bemerkungen. Auf Bauer-Leanders Historische Grammatik der hebräischen Sprache konnte freilich im ersten Teil noch nicht Rücksicht genommen werden, im zweiten zum Teil auch nur bei einer nachträglichen Durchsicht des Manuskriptes. Hier treten ergänzend Aufsätze ein, die der 1Verfasser in der Orientalistischen Literaturzeitung 1923, Sp. 253 ff. 4לל ff. veröffentlicht hat. Eine Fußnote auf S. III des Vorwortes zu Teil II zeigt, daß 'er. gegenwärtig geneigt ist,׳ in einem wichtigen Punkte der Bauer’schen These *der■ ,,Sprachmischung“ im Hebräischen doch etwas mehr entgegenzukommen. Im allgemeinen scheint mir die Art, wie Bergsträsser die sprachliche Entwi-cklung zu begreifen sucht, methodisch richtiger zu sein wie die Art Bauer- Leanders, die durch ihre Theorien für mein Gefühl gar zu 0 f t gezwungen werden, Erscheinungen, die zu ihnen nicht passen, aus Analogiewirkungen zu erklären. Ferner ist Bergsträssers Neubearbeitung charakterisiert durch die fortwährende eingehende Rücksichtnahme auf nichttiberiensische Traditionen, besonders orientalische Massora, kananäische Glossen der Amarnabriefe, ägyptische Transkriptionen, LXX, Origenes, Hieronymus. In der ״Lautgeschickte“ (Teil I, Kap. 2) ist dör Verf. bestrebt, die Erscheinungen in ihrem zeitlichen Verhältnis und womöglich auch zeitlich absolut zu fixieren. Die Ergebnisse faßt er in § 30 ״Chronologische Uebersicht über die hebräische Laütgeschichte “ zusammen. Im zweiten . Teil verbindet Bergsträsser die Lehre von der Bildung der Formen mit der Lehre von ihrem Gebrauch, so daß ein großer Teil dessen, was sonst der Syntax zugewiesen wird, in-4ie Formenlehre aufgenommen ist. Die Formenlehre beginnt er mit der Lehre vom Verbum. Ich weiß nicht, ob die Zurückstellung des Pronomens für den dritten Teil etwa durch irgendwelche unüberwindlichen Schwierigkeiten in der Entstehungsgeschichte des Buches bedingt ist, sachlich scheint sie iriir recht unglücklich zu sein, da die Behandlung des Personalpronomens in der Lehre

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