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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 228

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Schriften zur Bibelwissenschaft [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 228 (sequence 9)
Language
German
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228 gehen, grundsätzlich das wirkliche religiöse Leben als die Erfüllung des mosaisch-talmudischen Gebotes zu erörtern, wenn sie mehr sein will, als eine unter bestimmtem Gesichtspunkt ausgewählte Stellen- Sammlung. Sein ursprüngliches Thema hat den Autor dazu nicht gezwungen, aber die Erweiterung der Aufgabe, die er sich selbst gesetzt hat, fordert es mit Notwendigkeit. Darum kann seine Leistung,, wie sie vorliegt, nur als dankenswerte Zusammenstellung interessanter Quellenbelege universalistischer Aussprüche gewertet werden. Und Aehnliches wurde uns ja schon oft geboten. Nachbemerkungen zum ״Maftir Kenessioth“. Von Prof. Dr. Morde chai Yogelmann in Wilna. In meiner Abhandlung über den ״Maftir Kenessioth" (MGWJ 1925) habe ich bemerkt (S. 424, Anm. 4), das Wort כנסיות im Terminus מפטיר כנסיות habe ausschließlich die Bedeutung ״Versammlungen, Vereinigungen und ähnliches/' Nun sehe ich, daß noch Raschi den Terminus כנסת im Sinne von Lehrhaus- Versammlung gelegentlich gebraucht, nämlich Chullin 15a Ende, wo die Vortragsweise der Referenten, Tradenten und Meturgemanim in den babylonischen Lehrhäusern gestreift wird und Raschi s. v. אטו sagt: כני הכנסת הבאים לשמוע מה שהיה רב דורש. wir dürfen einen Schritt weiter gehen. Wie aus dem Zusammenhänge der hier angeführten Stelle hervorgeht, hat man nicht nur die Gelehrtenversammlungen (die Versammlungen der תלמידי חכמים), sondern auch die Volks- Versammlungen, in denen man halachische Probleme und Ent- Scheidungen gemeinverständlich vortrug (das oft vorkommende דרש בנפרקא), mit כנסיות benannt. Zum Terminus בני הכנסת vgl. S. Krauß, Synagogale Altertümer S. 110, insbesondere die Abhandlung Jacob Z. Lauterbachs ״The Names of the Rabbinical schools and assemblies in Babylon" in Hebrew Union College Jubilee Volume (Cincinnati 1925). Nach Lauterbach wären die noch nicht ordinierten Hochschüler der palästinischen Akademien in Spezialgruppen, sogen. כנסיות, organisiert gewesen. Seine Belege aus M. Sanhedrin IV, 4, insbesondere Bechoroth IV, 5, wo wir dem Terminus בני הכנסת begegnen, sind stichhaltig. Hingegen ist Lauterbachs Vermutung, das vielumstrittene Wortפלד« ׳ in den Termini מסכת כלה und ירחי דכלה wäre eine Zusammenstellung der Anfangsbuchstaben der drei Worte כנסת לומדי התורה, nicht einleuchtend. Zu jener Zeit war der Gebrauch von Abbreviaturen nicht in dem Maße verbreitet, daß sich aus diesen feste Worte und Begriffe, wie das eben besprochene Wort כלה, hätten herausbilden können. Nun zum Amt des ״Maftir Kenessioth". In meiner Abhandlung bemerkte ich (S. 425), ״daß wir die Ansicht derer, die den ״Maftir Kenessioth" mit dem חזן הכנסת identifizieren möchten, in keiner Weise teilen können üsw." und brachte in den Anmerkungen einige Belege dafür. Hinzugefügt sei, daß wir auch der Ansicht Raschis, der zu Schabbat 29b den ראש הכנסת (dort aram. ריש כנישתא) mit dem

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