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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 4 · p. Seite 193

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 4
Article
Das Testament Davids
Date
1927-01-01
Page
Seite 193 (sequence 6)
Language
German
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193 213׳48־ während dieses eine logische Folge des Kapitels 1 ist. Mit anderen Worten: Die Entthronung Davids durch eine Palastrevolution, die eigenmächtige Thronbesteigung Salomos ohne Volkeswähl in Kapitel 1 hat zur Folge die Vernichtung der Gegner 213-46p wozu als Motiv aus dem Material der Davidsgeschichte ein Testament konstruiert wird. Demgemäß hängen diese drei Stücke eng zusammen und weisen auf einen Verfasser hin, entgegen Kittel, der dieses Stück Dt, d. h. dem zwischen 621 und 607 schreibenden Verfasser des Königsbuches zuteilt1, worin er mit C o r n i 11 teilweise übereinstimmt2. Sicherlich hat der Verfasser des Samuelbuches auch einen Abschluß der Davidsgeschichte gehabt, wie ihn auch der Chronist hat, aber seine Schilderung ist aus dem Königsbuche nicht ersiehtlieh. Daß jedoch mit Kön. 1 ein neuer Abschnitt in der Geschichte Israels beginnt, die Regierung Salomos und nicht das Ende Davids dargestellt soll werden, das hat auch derjenige herausgefühlt, der die heutige Teilung der historischen Bücher in der Bibel vorgenommen hat. Josua beginnt: ״Es war nach dem Tode Moses“, Richter: ״Es war nach dem Tode Josuas“; II. Samuel3: ״Es war nach dem Tode Sauls“; II. Könige: ״Es fiel ab Moab von Israel nach dem Tode Ahabs“. So müßte auch I. Kön beginnen, wenn eben die Thronbesteigung Salomos nicht schon vor dem Tode Davids erfolgt wäre, wenn in diesen Erzählungen David und nicht Salomo die Hauptperson wäre. Ueber das Testament Davids urteilt ähnlich Baentsch in seinem populären ״David und sein Zeitalter“: ״Ob freilich der sterbende David seinem Sohne und Nachfolger in diesen Lehren und Ratschlägen wirklich (!) sein letztes Vermächtnis hinterlassen hat, wer will das wissen. Die von David ein freundliches Bild mitnehmen möchten, mögen sich mit der nicht unwahrscheinlichen Annahme trösten, daß erst die Legende dem David seine letzten Worte in den Mund gelegt und sich ihren Inhalt aus den ersten Bluttaten Salomos konstruiert hat. Mit den letzten Worten großer Männer hat es ja oft eine eigene Bewandtnis.“ Die Begründung schöpft er aus dem Charakter Davids, von dem er sagt: ״aber jedes hinterhältige Verhalten verträgt sich nicht — wenn wir von der leidigen Uriasaffaire und den angeblichen letzten Ratschlägen des sterbenden Königs absehen — mit seiner Auffassung von Ritterlichkeit“4. 1 Im Komm. (Kautzschs Bibelwerk, Tübingen 1922, 4. Aufl.) zu Könige, während er den Verfasser des ganzen Abschnittes K nennt. 2 Einl. 129 ״auch 29־ג muß beanstandet werden (d. h. muß J abgesprochen werden), denn 2—4 ist rein deuteronomistisch, und starke Gründe sprechen dafür, daß auch 5—9 nicht von Haus aus in Kap. 2 gestanden hat.“ Wenn man sich jedoch nicht verbeißt in E, J, D und K, sondern die Charakterisierung der Personen, den logischen Gang der Ereignisse zur Basis der Beurteihing nimmt, dann erscheint in Kön 1 ein neuer Verfasser, der auch 2r9 schreiben konnte, weil er seinen Helden in ein schöneres Licht stellen wollte, ohne die Tatsachen wie der Chronist zu verschweigen. 3 I Sam konnte nicht so beginnen, weih Richter keine chronologische Geschichte der Führer Israels enthält. 4 Ausgabe: Wissenschaft und Bildung S. 147 u. 158. Monatsschrift, 71. Jahrgang. 13

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