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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 141

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Zur Ethymologie von siqariqon
Date
1927-01-01
Page
Seite 141 (sequence 4)
Language
German
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141 Schließlich könnte man an ein Partizipium Perfekti auyxsxpi/.coz (mit haplologischem Ausfall der Reduplikation) denken, um das zweite ק zu erklären. Dann macht aber die Endung p Schwierigkeiten; man erwartet Dl, falls man nicht wiederum volksetymologische Umgestaltung (nach welchem Muster?) annehmen will. Nun kann freilich jemand einwenden, man dürfte bei der Her- Übernahme griechischer Fremdwörter ins Aramäische die Form nicht allzu sehr pressen. Das trifft in der Tat zu. ״Das Fremdartige dieses Zuwachses zum eigenen Idiome war im Allgemeinen so sehr fühlbar, daß man sich in vielen Fällen nicht scheute, die Vokabeln der klassischen Sprache zu drehen und zu winden, bis sie dem jüdisehen Sprachbewußtsein einen Sinn gaben' ‘1. Von der volksetymologischen Seite abgesehen, muß man auch an die Kritiklosigkeit und den verwahrlosten Zustand der Texte denken2. In der Tat sind die Lehnwörter, je älter sie sind, um so mehr entstellt3. Ich greife aufs Geradewohl ein paar Beispiele heraus: hebr. חרדלית aus griech. %apddpa ״Gießbach", wo die letzte Silbe ganz umgebogen ist; hebr. פרם1ף# פרציף arm. פרצלפא aus griech. npoaoiKQv ״Angesicht"; aram. פרנריטא aus griech. 7rpoayopeozi]c ״öffentlicher Redner"; hebr. Plur. אשכולות aus griech. <*x°M) ״Schule", während dasselbe Fremdwort in der Form אסכולי die ״scholae" genannten Truppen unter Constantin I. bezeichnet. Wenn man sich die angeführten Beispiele und die vielen anderen entstellten Wörter klassischer Herkunft, die aus den Lexicis leicht zu entnehmen sind, vor Augen hält, so wird man an der Verballhornung des griechischen Vorbilds für סיקריקון weniger Anstoß nehmen, als es ein philologisch geschulter Sinn eigentlich tun müßte. Aus dieser Erwägung heraus lege ich hiermit die oben vorgeschlagene Etymologie dieses talmudischen Rechtsterminus den Fachgelehrten zur Begutachtung vor. Besprechungen Sinai und Garizim: Forschungen zum Alten Testament auf Grund rabbinischer Quellen von Micha Josef bin Gorion. Aus dem Nachlaß herausgegeben von Rahel und Emanuel bin Gorion. Berlin, Morgenland-Verlag, 1926, 4% XVI -f 549, Geh. 85 Mk., Halbl. 95 Mk. Vom Ursprung der israelitischen Religion. Vortrag auf Grund des Werkes Sinai und Garizim, gehalten von Emanuel bin Gorion, Berlin, Morgenland- Verlag 1926. 23 SS. Tragisch möchte ich das Schicksal des posthumen Werkes nennen, dem Bin Gorion die zwei letzten Jahrzehnte seines ertragreichen Lebens geweiht hatte. Er hinterließ Stoffsammlungen und Vorarbeiten. Rahel bin Gorion, die höchst verdienstvolle Gefährtin des Wirkens ihres Gatten, und der Sohn Emanuel folgten dem natürlichen Verlangen, diese Arbeit der Oeffentlichkeit zu retten. Tragisch nenne ich es nun, daß dieses Unternehmen, ein Werk der Treue, nicht glücklich ausgeführt worden ist. Das Ziel war hochgesteckt: es handle sich ״nicht allein um rein exegetische Theorien, vielmehr um religionsgeschichtliche und historische Probleme, (XV). Die Ergebnisse der Untersuchung fassen die Herausgeber selbst zu- 1 Siehe Krauss, a. a. O. I, S. XXVI. 2 Derselbe I, S. 53 u. öfter. 3 Derselbe I, S. XXXII.

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