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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 110

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon
Date
1927-01-01
Page
Seite 110 (sequence 2)
Language
German
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110 noch niemand zu näherer Beschäftigung angereizt zu haben scheint1, Einem anderen Werk dieses Autors ist die folgende Untersuchung gewidmet, die ohne Greenups Veröffentlichung kaum durchzuführen gewesen wäre. Die Münchener hebräische Foliohandschrift Cod. 47 enthält eine mit deutschrabbinischen Zügen ziemlich deutlich geschriebene Sammlang verschiedener, fast ausschließlich mystischer Stücke, die aus einer älteren Vorlage um 1550 in Italien kopiert sind. Dort findet sich f. 335b—404b nach Steinschneiders Beschreibung ein ״kabbalistisches Werk, wahrscheinlich von Samuel Motot“, einem philosophierenden Kabbalisten der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. In der Hebräischen Bibliographie IX, 28 bespricht St. in wenigen Zeilen dieses Stück: ״. . . Ein unvollständiges kabbalistisches Werk, an dessen Schluß der Verfasser auf sein מגילה [מגלה] עמוקות verweist, daß Malkizedek Sem sei, cf. Samuel Motot zu Gen. XIV, 19, der ohne Zweifel Verfasser ist. . . . Der Anfang, auf welchen auch f. 365 verwiesen wird, fehlt jedenfalls. Fol. 38b (!!) wird die Erkiärung des Tetragrammatons mitgeteilt כמו שפירשו אותו כמדרש שמעון הצדיק, vielleicht aus Juda ben Nissims Jezira-Kommentar, wie bei Botarel. . . . Die letzte Partie des Buches ist eine Art Kommentar zu Jezira, jedoch verschieden von Motots משוכב נתיכוח. Die sonderbare Benennung שער חלק (der Kapitel) stammt wahrscheinlich aus Mose de Leons משק העלות, welches 13 מדות der Büßenden behandelt, während hier 13 סדרים aufgezählt werden“. St.s Folgerungen auf den Autor können nur für den letzten Teil des von ihm unbedenklich als einheitlich angenommenen Fragmentes gelten. Den Midrasch שמעון הצדיק brauchte aber ein Autor ebensowenig wie den מצי[ החכמה (dessen Vorkommen hier St. gar nicht erwähnt) aus Juda ben Nissims um 1365 verfaßtem Jezirakommentar zu entnehmen, da ja die Texte dieses ganzen Kreises der Ma'jan chokhma- Sehriften mindestens 100 bis 150 Jahre älter sind und stets selbständig existiert haben. Uebrigens ist der (bei Botarel und in den Hss. gleichmäßig) überlieferte Text dieses pseudepigraphischen ,,Midrasch“ auch keinesfalls etwa aus dem Arabischen zurückübersetzt, sondern original, wie jeder Vergleich mit dem Stil der verwandten Schriften S. ha-ijjun, ma‘jan chokhma und dergl. zeigt. Wichtiger ist Steinschneiders Bemerkung, eine Stelle über die 13 Ordnungen der Buße entspreche ähnlichen Ausführungen in M.d. L.s (z. B. in Cod. Berol. Or. qu. 833 befindlichen) Mischkan haJeduth\ Steinschneider hielt diesen Passus für eine Entlehnung des späteren Autors aus M. d. L., wie er auch die ״sonderbare Benennung“ שעל החלק für die einzelnen Teile ״wahrscheinlich aus M. d. L.s Mischkan ha״eduth“ stammen läßt. Diese Beschreibung Steinschneiders läßt sich aber bei näherer Untersuchung nicht aufrecht erhalten. Das Stück zerfällt in vier verschiedene Fragmente, und entspricht damit dem Charakter des zweiten Teiles dieser Hs., der aus vielen solchen Fragmenten bunt gemischt ist: 1 G. M a r g 0 1 i 0 u 111cs Aufsatz ״The doctrine of the Ether in the Qabbala“ in J. Q. R. II p. 825—861 gibt nur Auszüge und Uebersetzungen gewisser Stücke.

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