Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 71 (1927)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die neuhebräische Aufklärungsliteratur in Galizien
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 10)
- Language
- German
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109 Spitze der Sammlung gestellte Hochzeitsgedicht ist ein wahres Lied an die .Freude. Es schildert die erhabene Wirkung der Freude, das Glück der fröhlichen Genügsamkeit, dem er die Unruhe des reichen Geizhalses entgegensetzt. . Nirgend in den Lobgedichten eine Spur von Speichelleckerei, von Servilismus. Ja, er sagt seinem Schüler Jehuda Leibusch in dem ihm gewidmeten Hochzeitsgedicht herbe Worte der Wahrheit. Es gehörte wahrlich seitens eines armen Melamed großer Mut dazu, einem;Muttersöhnchen am Hochzeitstage solches zu bieten und ihm zu empfehlen, nach der Hochzeit seine freie Zeit dem Studium zu widmen.. . Die dramatische Szene Adam und Eva besitzt manche hübsche Stellen, so z. B. jene, da Adam und Eva ihr Entsetzen vor dem ihnen zum erstenmal erscheinenden Tod äußern.’ ‘Beachtenswert ist, daß Feder den .Sündenfall nicht dem Apfelgenuß, sondern den leichtsinnigen Diskussionen mit der Schlange zuschreibt. Dagegen berührt es peinlich, wenn Adam vor seinen Kindern die Schuld Evas auseiuandersetzt. Das Ganze klingt aus in einen Tadel des bösen und in ein Lob des guten Weibes. (Fortsetzung folgt.) Eine unbekannte mystische Schrift des Mose de Leon. Von Gerhard Scho lern in Jerusalem. Zu den durchaus unerledigten Problemen der Religionsgeschichte gehört auch die Frage nach Entstehung und Entwicklung der Kabbala des 12. und 13. Jahrhunderts. In diesem Problemkomplex wiederum spielt die Frage nach dem Verhältnis des Mose ben Schemtobh de Leon (gest. 1293 oder 1305)1 zur Hauptschrift der kabbalistischen Bewegung dieser Zeit, dem pseudepigraphischen Buche Zohar, eine wichtige Rolle. Da weder die Schriften des M. d. L. noch der Zöhar bisher ausreichend untersucht sind, und den Argumenten für die Autorschaft des Ersteren am Zohar, wie ich in meiner Antrittsvorlesung gezeigt habe, sich gewichtige Gründe entgegensetzen lassen, muß die Entscheidung dieser Frage vor allem durch gründliche Einzeluntersuchung und, soweit möglich, Veröffentlichung aller in Betracht kommenden Texte vorbereitet werden. Von den bekannten Schriften des M. d. L. ist nur eine, das 1608 gedruckte S. ha-nephesch hachakhama, von A. Jellinek untersucht worden2. Seit dieser Arbeit und Steinschneiders Artikel M. d. L. im Katalog der Bodleiana ist nichts von Belang über M. d. L. erschienen, bis Greenup 1911 das sehr wichtige Buch S. scheqel ha-qoäesck von ihm veröffentlichte, das erstaunlicherweise 1 Zur Chronologie cf, meine Ausführungen in מדעי היהדות I (1926) p. 20—22. Für Mose de Leon schreibe ich im Folgenden kurz M. d. L. 2 ״M. d. L. und sein Verhältnis zum Sohar“ Leipzig 1851, worauf auch Graetz wesentlich fußt. Jellineks Resultate sind höchst zweifelhaft. Völlig ununtßrsucht ist vor allem noch das Buch הרמון, das handschriftlich in London und Oxford existiert. All diese Schriften sowie auch das im Folgende besprochene, Fragment werden von der. Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin vollständig publiziert werden.