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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1927-01-01 · Heft 3 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
71 (1927)
Issue
Heft 3
Article
Schriften zur Bibelwissenschaft [Rezension]
Date
1927-01-01
Page
Seite 87 (sequence 7)
Language
German
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87 Knappheit skizziert..-« ■Da■und dort werden besonders im Pentateuch einzelne charakteristische Verse als Kerngehalt des betreffenden Stückes in extenso angeführt. Das hat sein Gutes, unterliegt aber natürlich auch oft der Gefahr subjektiver Auswahl. Die Heraushebung von Stich Worten wäre besonders dort besser vermieden worden, wo der biblische Text einfache Aufzählungen bietet; so mit der Darlegung der zum Genuß gestatteten oder verbotenen Tiere, wo diese Inhaltsangabe aus einer größeren Reihe einige herausgreift, ohne auch nur hinzuzufügen: u. a. oder z. B. (s. S. 24). — Aber von diesen Kleinigkeiten abgesehen ist das Buch sicherlich eine sehr willkommene Leistung, die dem Leser nicht bloß einen eingehenden Ueberblick über den Inhalt der biblischen Texte gibt, sondern ihn zugleich (aber gleichwohl in umfassender Art) über die heute geltende wissenschaftliche Durchschnittsmeinung hinsichtlich der literarischen Probleme des A. T. orientiert. In eingehenderer Weise leistet dieses Johannes Meinhold in seiner ,,Einführung in das Alte Testament“ (Sammlung^ Töpelmann, Gießen 1926). Wir hatten s. Zt. die erste Auflage dieses Buches hier angezeigt. Die zweite, in völliger Neubearbeitung der ersten nach sieben Jahren folgende, offenbart wieder die außerordentliche Brauchbarkeit dieses Buches, das gemäß dem methodischen Sinn einer Einführung sowohl in die sachlichen Probleme eindringt wie in seinen zahlreichen Literaturangaben einen klaren Ueberblick über den heutigen Stand der wissenschaftlichen Einsicht in diese Dinge gibt. Vielleicht darf noch der eine Wunsch ausgesprochen werden, daß in Zukunft dem Buche auch eine systematisehe Geschichte der alttestamentlichen Forschung beigegeben werde. Nach all diesen mehr oder weniger alten wissenschaftlichen Boden bearbeitenden Bemühungen weist auf Neuland hin eine kleine Skizze von Hugo Greßmann, Die Aufgaben der Wissenschaft des nach biblischen Judentums. (Töpelmann, Gießen 1925). Gr. stellt dem Forscher folgende Probleme: das hellenistische Judentum der vorchristlichen Zeit, Jao und die Zauberreligion, Gleichsetzung mit Dionysos und Sabazios, das Astral]udentum, die mandäische Religion, die Oden Salomos, Manichäismus und Islam. Die Mitarbeit der jüdischen Wissenschaft an den Problemen des Urchristentums wird begrüßt, kritische Ausgaben der talmudischen Schriftwerke, sowie zuverlässige Ueber- Setzungen verlangt. Die Bedeutung der jüdischen Mission, die dem Christentum erst seinen raschen Sieg verschafft hat, wird beleuchtet, die höchst merkwürdigen Mischungen zwischen Judentum und Heidentum und Judentum und Christentum in der mandäischen Religion und den Oden Salomos angedeutet. Endlich sei auf die Gedächtnisrede hingewiesen, in welcher Ernst Sellin das Bild voa Wolf Wilhelm Gra f v. Baudissin (Töpelmann, Gießen 1926) festhält. Es feiert Baudissin als den großen Forscher auf religionshistorischem Gebiet, der durch seine Untersuchungen über den gemeinsamen Boden der semitischen Kulturen und Religionen die solide Grundlage schafft, über der sich erst die Besonderheit des alttestamentlichen Geistes erkennen läßt. , ' . - (Schluß folgt.)

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