Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zur Besprechung meiner "Sinajschrift" (S. 293) [Nachricht]
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 504 (sequence 2)
- Language
- German
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504 gegebenen Erklärung ganz und voll entspricht. Nachdem p in der sogenannten anatomischen Gruppe vorkommt — vgl. ע Auge, & Mund, ד Kopf, ש, das bereits Grimme mit Urinrute erklärte — so kann קוף (Kreis) eben nur wdva sein. , •Diese Erklärung paßt ganz zu den Ergebnissen, zu denen Samuel Krauss in seinem פירושים פילודוגיים (in ריתרן, Okt. 1925, S. 42 f.) gelangte. (K. behandelt u. A. die Terminologie des Liebeslebens und die Auffasjsüng des Familienlebens bei den alten Hebräern). — \ Trieste. f I. Zoller. Zu der vorstehenden Erwiderung von I. Zoller habe ich nichts weiter hinzuzufügen, als daß ich die Leser bitte, das in Frage kommende Buch selbst zu lesen; sie werden dann meinem Urteile sicher nur zustimmen. Breslau. Jirku. Israel Efros: Philosophical terms in the Moreh Nebukim, Columbia university oriental studies, vol. XXII. New-York, Columbia university press 1924, •157 S. Die Terminologie der hebräischen philosophischen Literatur des Mittelalters hat bisher noch keine wissenschaftliche Behandlung gefunden. Es ist darum mit Dank zu begrüßen, daß der Verf. sich diesem vernachlässigten Gebiet zugewandt und es in durchaus verdienstlicher Weise zu bearbeiten begonnen hat. Er verzeichnet die Termini der Tibbonschen Uebersetzung in alphabetischer Folge unter Beifügung der Termini des arabischen Originals sowie etwaiger abweichender Uebertragungen Charteis, übersetzt jeden Terminus ins Englische und gibt bei wichtigeren und schwierigeren Wörtern eingehende Erläuterungen, in denen er oft über das terminologische Gebiet hinausgreift und die angeführten Belegstellen auch sachlich bespricht. Ein Anhang bringt zahlreiche sehr wichtige und aufschlußreiche Bemerkungen Professor Louis Ginzbergs zur Geschichte der Termini. Der Verfasser selbst hat durchweg sachkundig und selbständig gearbeitet. In seiner Selbständigkeit geht er öfters vielleicht zu weit und entfernt sich ohne Grund von der bisherigen Auffassung. Vielfach hat er jedoch sicherlich das Richtige getroffen. So weist er unter איכות mit Recht darauf hin, daß Maimonides bei der Aufzählung der vier Arten der Qualität in I, 52 in einigen Punkten von seiner Vorlage bei Aristoteles abweicht, offenbar um den Inkon- Sequenzen der aristotelischen Einteilung möglichst zu entgehen. Ebenso wird unter הטדר eine von Munk und Friedländer mißverstandene Stelle in III, 10 (ed. Wilna 1904, S. 13) gut erklärt. So dankenswert die Leistung E.s ist, läßt sie indessen doch an Vollständigkeit und Genauigkeit manches zu wünschen übrig. Daß wirkliche philosophische Termini ganz fehlen, habe ich freilich kaum bemerkt, wenn auch *הפשמד I, 57, s: 85, 74,6 ,1 מספיק, S. 127 in der von Horovitz (Psychologie der jüd. Religionsphilosophen SL 83/84 Anm. 16) vermuteten Bedeutung ״bloß dialektischer Beweis“ und הרמת אליו I, 68, S. 100 in der Bedeutung ,,bestimmt, individuell“ (vgl. Steinschneider, Die hebr. Uebersetzungen des Mittelalters S. 359, Anm. 744) nicht hätten fehlen dürfen. Vielfach aber fehlen gerade die wichtigsten Belegstellen, und wiederholt ist infolgedessen die Angabe der Wortbedeutungen unvollständig. — So ist unter אמונה das der Definition dieses Begriffs gewidmete Kapitel I, 50 völlig übergangen und wird auch unter האמנה und ציור nicht erwähnt. Demgemäß fehlt auch jeder Hinweis auf die prägnante Bedeutung, welche die Termini in diesem Kapitel empfangen, und auf die Beziehungen, die zwischen ihnen bestehen. Dabei konnte gerade hier eine genaue terminologische Erörterung auch für das sachliche Verständnis der Stelle reichen Ertrag bringen und die Absicht Maimnnis wesentlich schärfer he raus arbeiten als es gewöhnlich geschieht. Denn auf fälligerweise wird in der mir bekannten Literatur nirgends darauf hingewiesen, daß Maimuni hier von der in der arabischen Logik üblichen (vgl. Steinschneider, Alfarabi S. 147, Dieterici, Die philosoph. Abhandlungen des Alfarabi S. 56) Scheidung der Erkenntnistätigkeiten in Vorstellen (ar. תצורי hebr. ציור) und Fürwahrhalten (ar. תצדיק hebr.האמנה) ausgeht und sie seiner Definition des Glaubens (ar. ־ אעתקאדhebr. אמרנה) zugrunde legt. Die intellektualistische Fassung seines Glaubensbegriffs wird erst durch seinen Aufbau aus den der Logik entnommenen Erkenntnisfunktionen ganz deutlich. Bei Tibbon tritt freilich