Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die Schreiberfamilien: I. Chronik 2, 55
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 416 (sequence 7)
- Language
- German
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416 richtig: diese Uebereinstimmung scheint für die Richtigkeit unserer Erklärung zu sprechen. Die von Horowitz vorgetragenen Gleich- Setzungen der Ortsnamen sind freilich allzu bedenklich [יצבץ wird als Ortsname aufgefaßt und mit H. el Bej da (!) gleichgesetzt; תרע soll ירדד (Jos 1548) sein; בית מרכבות Mark ab nördlich vom ‘Akrabbim-Paß, während der Name in Wirklichkeit Makbara lautet und nichts mit מרכב zu tun hat!], doch wird durch diese das Wesentliche an der Sache nicht berührt. 2. Unmittelbar vor der Korrektur konnte ich den von Kir chheim herausgegebenen alten anonymen Kommentar zur Chronik (Frf. 1874) einsehen. Es verlohnt sich, zur Bestätigung der durch uns gewonnenen Resultate, die betreffende Stelle im Wortlaut anzuführen: . . . יהודה בן קיריים פירש שמותם על שם עריהם וחצריהם. משפחות סופרים אלו אנשי קרית ספר והם יושבי יטבץ, כמו קשיון ואבץ: ח ר ע ת י ם אנשי עתר; שובתים אנשי שובה, שובה ועזקה; המה הקינים אנש• קין ככתוב הקץ גבעה; מחמת צר וחמת; אבי בית רכב בית מרבבות וחצר סוםים. Juda b. k. erblickt also in sämtlichen Namen unseres Verses lauter Ortsnamen, was freilich übertrieben ist. Auch sind seine Gleichungen nicht überall glücklich. Denn אבץ (mit 'א) im Stammgebiet Issachars (Jos 1920) kann nicht — יעבץ sein, der doch in Juda wohnte. — עתר תרע (Jos 1542) ist gleichfalls nicht zutreffend, da dieses in der SchefeLä lag, während wir hier mit Orten im Negeb und im Gebirge zu tun haben. — Bei שובה ist nicht Jos 1535, sondern — wie oben ausgeführt wurde — 1548 zu zitieren. — חמת kann hier unmöglich der gleichnamige Ort in Naftali (Jos 1935) sein. Jedenfalls hat aber dieser alte Exeget im wesentlichen das Richtige getroffen. Nochmals: ״Der Perwer von Salzwedel“. Zu dem Aufsatz des Herrn Dr. theol. Böhmer (MGWJ 1924, 317 ff.) erhielten, wir eine Reihe von Zuschriften. Herr Rabbiner Dr. Louis L e w i n (früher in Kattowitz, jetzt in Breslau) schreibt uns: Bei Feinstein, עיר תהלדי, Warschau 1886, heißt es (in deutscher Ueber- Setzung) S. 207: ״Im Jahre 1831 fand eine große Veränderung im Zustande unserer Stadt Brzesz (Lithauen) statt. . . .׳ Es wurde der Befehl gegeben, die Häuser der Einwohner niederzureißen. ... Sie verlegten ihre Wohnsitze in neue Häuser, die sie in denjenigen Bezirken der Stadt bauten, die die Regierung zu deren Wohnsitz und Besitz — פרורים genannt — kaufte. Der eine ist der große פרור an der Ostseite, פרוד Kobrin (Stadt in Lith.) genannt oder Neustadt, der zweite kleinere an der Südseite, פרור Wolhyn (Wolhynien, p'oln. Landsch.) genannt....“ Ferner schreibt uns Herr Dr. Lewin: Herr Dr. Böhmer möchte den Namen ,,Perwer“ vom hebräischen פרור ableiten, findet es aber selbst ״auffällig“ und ״beispiellos“, daß״das.appellative. Parwar zum Eigennamen Perwer wurde .... unerklärt und rätselhaft, wie . . . der Perwername in allgemeinen auch christlichen Gebrauch, ja in Öffentlichen Urkunden aufgenommen werden konnte. Seine Bedenken erscheinen vollkommen gerechtfertigt. Es mag darum gestattet sein, auf eine andere Spur behufs eines Deutungsversuches des rätselhaften Wortes hinzüweisen. Der