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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Neuere Literatur zur jüdischen Sagenkunde
Date
1926-01-01
Page
Seite 410 (sequence 26)
Language
German
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410 Geschichtsschreiber, welche fernen Zeitaltern die Gestalten einer entlegenen Vergangenheit bewahren, einbalsamiert für ewig in der Ambra eines lichtvollen Vortrages? Sie bleiben der wahre Ruhm des A. T.s nnd Israels. Sie werden, so hoffen und. glauben wir, leben, um Menschenkinder zu ergötzen und zu begeistern, wenn die Roheiten, deren heiliges und unheiliges Schrifttum gedenkt, längst weggeläutert sind in einer edeln Menschheit der Zukunft“1. Die Schreiberfamilien: 1 Chronik 25s. Von Samuel Klein in Jerusalem. Allmählich beginnt das Mißtrauen zu schwinden, das gegen den Verfasser der Chronik und besonders gegen die Geschlechtsregister seines Werkes seit langem gehegt wird. Man erkennt langsam doch an, daß dem Verfasser schriftliche Aufzeichnungen und gute Ueberlieferungen zu Gebote standen, die er in seinem Werke verwertet hat2. Daß die Sprache der Genealogien uns oft dunkel erscheint und nicht selten verwunderlich ist3, liegt vor allem an der mangelhaftigen Kenntnis der alten Zeiten, die erst langsam, zum Teil durch die Ausgrabungsresultate in Palästina, aufgehellt werden. So weiß man heute schon, daß die יוצרים in I Chron 423 in den königlichen Töpferwerkstätten arbeiteten, wo die zu den Naturalienlieferungen verwendeten, mit. dem Stempel למלך und einem Ortsnamen (1ממשת ,זיף ,הבלן ׳ש1כד> versehenen Krüge verfertigt wurden4, und daß diese im königlichen Dienste stehenden Töpfer in dem aus Jos 1536 bekannten ה)גדךה) und in einem sonst nicht vorkommenden Orte 5נטעים ihrer Arbeit oblagen. Eine Arbeiterinnung bildeten ohne Zweifel auch die Familien der Byssusfabriken 1 מעזבח1ת בית״עב1ךת הבוץ Chron 42!, deren Wohnorte leider nicht angegeben werden. Daß es sich dabei um Arbeiter handelt, die dem königlichen Hof oder dem Tempel in Jerusalem ihre Fabrikate lieferten, geht wohl sicher aus dem Um- 1 Indem ich diese leuchtenden Worte hier wiedergebe, tue ich gleichzeitig einem teuern Vermächtnis genüge. Mein verewigter Lehrer, Prof. Goldziher, äußerte vor mir den Wunsch, daß dieses Bekenntnis des führenden Forschers im Judentum weiteste Verbreitung finde. 2 Vgl. besonders Albri.ght im Journal of Palestine Oriental Society (== JPOS.) IV, 147 Anm. 1. Seiner Meinung nach ist der Verfasser der Chronik — Ezra. Damit׳ stimmt ungefähr die talmudische Ueherlieferung überein: b. Baba b. 15a: עזרא כתב ספדו רחם של דברי הימים עד לי, 3 ד' שמעון בן פזי כי הוד, פחה בדברי הימים הור אמר הכי: כל דבריך תימה הוא ואנו יודעים לדרשם. So die richtige Lesart im Jalkut 1074 §ד״ך«י (vgl. Geiger, Zeitschrift III, 213). B a c h e r , A. p. A. II, 466 führt nur Megilla 13a an, wo man כל דבריך אחד הם liest, was von Bacher mit: ״Alle deine Worte sind eins (einheitlich)“ wiedergegeben wird (?!). 4 S. über diese Thomsen: Kompendium der palästinischen Altertumskunde S. 86; A1 b r i g h t JPOS. V, 45—53; Annual of the American Schools IV, 23. ממשת ist das aus Euseb. bekannte vgl. MGWJ. 1920, 187. 5 Albright JPOS: V, 50, Anm. 91,. gibt auch eine Gleichsetzung. Die Korrektur Br ü 11s (Jahrb. V—VI, 69) in עיטם ist unnötig.

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