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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 376

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Zum Sepher Jezira
Date
1926-01-01
Page
Seite 376 (sequence 6)
Language
German
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376 oberen Zentrum, und in dem Organ .der Beschneidung, dem unteren Zentrum. Auch von diesen beiden wird darum das Wort rV,""0-Bund, Verbindung gebraucht1. Unser Satz ist demnach zu übersetzen: ,,Die zehn unvermischten Zahlen sind entsprechend der Zahl der zehn Finger, fünf gegenüber fünf, und die Verbindung mit dem Ureinen, die durch den Mittelpunkt feststeht, ist entsprechend dem Worte der Zunge und der Beschneidung der Scham/'2 Die angeführten Belege, und es lassen sich noch manche anderen hinzufügen, besonders was die Lehre vom ר1ח anlangt, sollen es dartun, daß das Sepher Jezira in bestimmender Weise durch die Philosophie des Proklus beeinflußt ist. Ist dieser Beweis erbracht, dann ist auch die Frage nach der Zeit der Entstehung unseres Buches beantwortet. Der terminus ad quem steht fest, da Aharon ben Ascher es benützt und Saadja bereits einen Kommentar zu ihm geschrieben hat. Der äußerste terminus, a quo wäre nun die Zeit des Proklus, also das fünfte Jahrhundert. Wir werden das Buch wohl der letzteren Zeit näher zu rücken haben als der ersteren. Und es ergibt sich so ungef ähr die Epoche, in die Zunz3 es auf Grund sprachlicher Kenn- Zeichen gestellt hatte. Aber auch geistesgeschichtlich ist diese Abhängigkeit unseres Buches bedeutungsvoll. Am Ausgang der Antike steht, weithin auch die Schatten werfend, die Gestalt des Proklus. Auf dem Wege über die Schriften des Areopagiten hat er in den Kreis seines Einflusses das christliche Mittelalter gezogen. Durch das Sepher Jezira ist er so auch in das jüdische Mittelalter eingetreten. Eine apologetische Mischna. Von A. Marmorstein in London. M. Joel hat in seiner noch immer lehrreichen und lesenswerten Schrift ,,Blicke in die Religionsgeschichte zu Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts" (Breslau, 1880 und 1883), neue Gesichtspunkte für die Erforschung des Verhältnisses zwischen Urchristentum :und Judentum eröffnet. Jeder Forscher, der nur einigermaßen mit den rabbinischen Quellen vertraut ist, muß sich dessen bewußt sein, daß unsere Nachrichten über das Urchristentum und dessen Stifter aus alter Zeit, äußerst dürftige sind. Trotz der angeblich ״neuesten Entdeckung" des russischen oder altslawischen Josephus mit der Nachricht über Jesus (vgl. übrigens meinen Aufsatz: ״Some remarks on the Slavonic Josephus" in Quest, XVII, 1926, 143—157), ist es noch immer recht zweifelhaft, ob das palästinensische Schrifttum aus dem ersten Jahrhundert irgendwelche Hinweise auf die christliche Bewegung hat. Wie vorsichtig man die uns zur Verfügung stehenden 1 ׳•Siehe vi, 15: וכרת לו ברית בין עשר אצבעות ידיו והיא הלשון ובין עשר אצבעות רגליו והיא המילה. 2 Vergl. oben S. 35ל Anm. 6. 3 Siehe Zunz, Gottesdienstliche Vorträge S. 165 f. Vergl. auch Bloch a. a. O., S. 244,

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