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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 367

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Eine alte jüdische Predigt
Date
1926-01-01
Page
Seite 367 (sequence 2)
Language
German
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367 zeigte, wie er 701 Stufen emporstieg und dann wieder hinuntersteigen mußte; dann sah er den Schutzgeist Mediens, er stieg 522 Stufen empor und mußte dann wieder hinuntersteigen, ihm folgte der Schutzgeist Griechenlands, er stieg 1803 Stufen empor und mußte dann hinunter, darnach stieg der Schutzgeist Roms4 empor, und dieser stieg so viele Stufen empor, daß Jakob gar nicht mehr beobachten konnte, wie hoch er stieg. Da wurde unser Yater Jakob von Furcht erfüllt, und er sprach: vielleicht wieder dieser niemals gestürzt werden? Da sagte der Heilige, gelobt sei er, zu ihm: ״Du, fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und verzage nicht, Israel“ (Jerem 30lo); sähest du ihn emporsteigen (wenn man so etwas aussprechen dürfte) bis zu mir, selbst von dort würde ich ihn hinunterstürzen, denn so heißt es: ,,Stiegest du auch so hoch wie der Adler, wäre selbst zwischen Sternen dein Nest gerichtet, von dort noch würde ich dich hinunterstürzen, ist der Spruch des Ewigen“ (Obadjah 4). Es sagten R. Berechjah und R. Chelbo und R. Simon ben Josinah im Namen R. Me’irs5: jener Satz will zeigen, daß der Heilige, gelobt sei er, unserem Vater Jakob den Schutzgeist Babels zeigte, wie er emporstieg und wieder hinuntersteigen mußte, den von Medien, von Griechenland und von Rom, sie alle stiegen empor und mußten wieder hinunter. Da sprach der Heilige, gelobt sei er, zu Jakob: Jakob, willst du nicht auch emporsteigen? Da wurde unser Vater Jakob von Furcht erfüllt und sprach: so wie für alle jene die Stunde des Abstiegs schlug, so wird sie auch für mich wohl kommen. Da antwortete ihm der Heilige, gelobt sei er: wenn du emporsteigen würdest, für dich gäbe es in Ewigkeit keinen Abstieg. Er aber trug keinen Glauben in sich und wagte nicht hinaufzusteigen. R. Simon, ben Josinah wandte darauf den Psalmvers an: ״All dem zum Trotze fuhren sie in ihrer Sünde fort und glaubten nicht an seine Wunder“ (Ps 7832). Der Heilige, gelobt sei er, sprach nun zu ihm: ״hättest 1 Entsprechend den 0ל Jahren der babylonischen Gefangenschaft, d.h. der Herrschaft Babels über Israel. 2 Entsprechend den 52 Jahren, welche der Seder Olam als Zeit der Perserherrschaft errechnet. 3 Im Tanchuma die Lesart 100, aber richtiger ist 180, entsprechend den 180 Jahren, die im Seder Olam als Zeit der mazedonischen Herrschaft angegeben sind. 4 Im Text Edom, mit dem Rom identifiziert wird. 5 Im Tanchuma ist die Lesart: es sagten R. Berechjah im Namen R. Chelbos und R. Simon ben Josinah. Dort fehlt die Bezugnahme auf R. Meir, während sie an allen anderen Stellen gegeben ist und daher auch im Tanchumatext einzusetzen sein dürfte; in Wajikra rabba: ,,es sagten R. Berechjah und R. Chelbo und R. Simon ben Jochai (dafür ist richtiger R. Simon ben Josinah zu setzen) im Namen R. Meirs; in der Pesikta: ,,es sagten R. Berechjah und R. Chelbo, Sohn (?) des R. Simon ben Josinah (dafür richtiger zu setzen ,,und R. Simon ben Josinah“) im Namen R. Meirs; im Jalkut ,,essagten R. Berechjah und R. Chelbo und R. Simon ben Asinah im Namen R. Meirs. In einer später noch wiederzugebenden Stelle aus dem Jalkut zu <]> 7 832 ist d$r Gedankengang der folgenden Deutung in zusammengedrängter Form gleichfalls im Namen R. Meirs angeführt. In einer gleichfalls noch wiederzugebenden Deutung von $ 7832 im Midrasch Tehillim, die sich als Auszug der ausführlichen Deutung gibt, ist die Lesart der Tradenten: ,,R. Berechjah und R. Levi und R. Simon ben Jose im Namen R. Meirs“, dort geht unter ihrem Namen nicht nur diese Deutung, sondern auch die vorige, die im Tanchuma, in Wajikra rabba und im Jalkut zu Jeremia 3010 unter dem Namen R. Samuel ben Nachmans geht.

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