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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 5 · p. Seite 351

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 5
Article
Manuel Joel als Darsteller der Religionsphilosophie des Mittelalters
Date
1926-01-01
Page
Seite 351 (sequence 1)
Language
German
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351 Manuel Joel als Darsteller der Religionsphilosophie des Mittelalters. Von I. Hei ne. mann in Breslau. Wenn die Auf satzreihe dieses Heftes ein Gesamtbild von Manuel Joels Wesen ergeben' soll, so darf eine Kennzeichnung seiner Untersuchungen über die mittelalterlichen Religionsphilosophen nicht fehlen, weil gerade in ihnen die Eigenart seiner wissenschaftlichen Arbeit besonders deutlich zutage tritt1. j Jo et dankt seine Bildung der Jeschiwa und der Universität. Die geistigen Strömungen, die an diesen beiden Quellen ihren Ausgang nahmen, flössen in seiner Kindheit völlig unabhängig nebeneinander her. Von einer Wechselbeziehung zwischen jüdischem und nicht jüdischem Geistesleben wußte weder das ״alte Rabbinat“ noch die christlich-europäische Darstellung der allgemeinen Geistesgeschickte. Einen gewissen Wandel schuf •hier Munks Entdeckung, daß der von den christlichen Scholastikern viel zitierte Ävicebronidentisch ist mit dem jüdischen Dichter Salomon Ibn Gabirol (1846). Ueberdies wußte Munk die Wirkungen arabischer Denker auf jüdische Philosophen aii mehreren Punkten zu veranschaulichen. Damit war grundsätzlich das alte Bild von der Isolierung des jüdischen Geisteslebens durchbrochen. Hier galt es weiter zu arbeiten und die Wechsel- Beziehungen der beiden nur scheinbar getrennten Welten einleuchtend zu ■machen. Diese Aufgabe übernahm Joel — an Vertrautheit mit dem Islam hinter einem Meister der Orientalistik wie Munk zurückstehend, an Beherrschung der jüdischen Quellen und an philologischer Schulung ihm ebenbürtig, an Kenntnis der griechischen Denker und philosophischer Durchbildung überlegen. י Wie Joel seine Aufgabe auf faßte, zeigt dem aufmerksamen Leser das׳ Vorwort zu der Schrift über Grescas. ״Das in'vieler Beziehung berechtigte Vorurteil gegen die mittelalterlichen Denker ist nicht gerade geeignet, zur Darstellung ihrer Leistungen zu ermutigen. Man spricht• solchen Darstellungen zwar nicht jedes geschichtliche Interesse ab, gibt aber auch nicht leicht zu, daß sie wesentlich dazu׳ beitragen, die Keime zu enthüllen, aus denen so mancher stattliche ׳ Baum der Erkenntnis, der weit spätere Zeiten gelabt, hervorgewachsen ist. Die verbreitetste Vorstellung ...... ist ohne Frage die, daß nach dem Untergänge der Sonne; welche die Lehren der griechischen Denker gereift, die Philosophie ihren Winterschlaf angetreten. Es: fällt uns nicht ein, dieser verbreiteten Vorstellung jeden guten Grund abzusprechen. Aber dennoch ist die Vorstellung von dem, was aus den mittelalterlichen Leistungen auf die Neueren übergegangen, eine , allzu geringe, so daß sie nicht selten verhindert, die wahre Genesis gewisser Gedänkenreihen zu erkennen.“ 1 Joöls hierher gehörige Schriften sind aufgezählt in Branns Verzeichnis seiner Schriften (Geschichte des Jüdisch-Theologischen .Seminars S. 126 f.) unter Nr. 4, 5, 7, 8, 9, 10,11, 12,15, 16, 20, 21, 25, 26. Ich: führe im folgenden in verständlichen Abkürzungen namentlich diejenigen Schriften an, die auch in seinen Beiträgen zur Geschichte der Philosophie (2 Bände, Breslau 1876) erschienen sind. , ־ ׳

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