Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 193

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Die Passivbildung des Grundstammes im Semitischen
Date
1926-01-01
Page
Seite 193 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829935-2829939-2833251--46884-2833321
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

193 Die von mir angeführten Beispiele sind in der Mehrzahl, man kann sich davon bei R. überzeugen79. 4. Ebenso ist auch das, was Brockelmann im syrisch-arabischen Dialekt als passive Vokalisation bezeichnet, nicht eigentlich eine solche zu nennen. Worauf Littmann bei Brockelmann schon hinweist, stammt der u־Laut aus Assimilation des Vokals an den folgenden Konsonanten. Es verhält sich dann da ähnlich, wie im ,Omändialekt, wo der u-bzw. der o-Vokal ebenfalls durch die nachfolgenden Konsonanten bedingt ist. Damit sind auch die scheinbaren passiva: murid erkrankte, heubiet wurde schwanger, qurib nahte sich, tuli‘ ging, hulis wurde fertig ‘uliiet wurde hoch, rudiet war einverstanden, uüsil kam an, sumi'u sie hörten erklärt80. g) Im Akkadischen wird das Nif'al stets in passiver Bedeutung angewandt. Daneben ist auch gelegentlich die Permansivform in dieser Bedeutung gebräuchlich, "wie z. B. ,-a-bit er war zerstört worden Q-al-du, sie wurden, oder sind geboren, die Stadt ״sab-ta-at“ wurde genommen81. Da das Permansi v zweifellos ein Aequi valent des gemeinsemitischen Perfekts ist, so hängt auch seine Passivbedeutung mit der im Akk. weit häufigsten fail (a) -Form in intransitiver wie in stativer Bedeutung — wie wir es ähnlich im 'Oman gesehen haben — eng zusamrnen82. Zu dieser Auffassung stimmt auch ungefähr die Darlegung von Delitzsch, daß diese Form nämlich vor allem zur Bezeichnung ,,von Zuständigkeiten“ dient.— sakin. er ist gelegt, liegt, labir er ist oder war alt. — und im Anschluß an die intransitive Bedeutung die Passivität bezeichnet83.. Indessen ist m. E. die Permansiv- Bedeutung nicht mit Delitzsch als das Primäre und die ,,Perfektbedeutung“ als das Sekundäre zu betrachten84; denn nur aus der Perfekt-Bedeutung läßt sich ,,die dauernde Tätigkeit, das dauernde Leiden, der dauernde Zustand“85 erklären. Mit Recht vergleicht auch Ungnad das Sakin mit dem indg, partizip perfecti. Delitzsch selber bemerkt ja auch schon richtig, daß ,,der Vollendetheit einer Tätigkeit die Ausübung derselben in der Vergangenheit vorausgegangen sein müsse“, wie ja auch Zustände sehr oft das Ergebnis einer vorausgegangenen Entwicklung seien.“87 Daß die Permansivflexion, — wie z. B. salmäku —dem Adjektiv Salim nachgebildet ist, möchte ich nicht behaupten88. (Schluß folgt.) 79 Reinhardt ib. § 267 und ib. § 289. Vgl. Stamm II jiassel wird gewaschen, biddil wird.umgetauscht, aber xurrug wird herausgetrieben u. a. 80 GR I § 257 Ia, b und ib. die Anm. v. Littmann. 81 Delitzsch, Assyrische Grammatik § 89 Iv 82 S. Zimmern ZA V 5—9, Knudtzon ib. VI 409 ff. und VII 3—39 und Ungnad ib. XVII 365 ff. Vgl. König ZDMG (65) 723 Anmerkung und Ebeling BS VII 58. Ebenso ist Prof. Jensen der Ansicht, — die er mir in einer Unterredung mitgeteilt hat, — daß das akk. Permansiv unzweifelhaft mit dem sem. Perfekt irgendwie Zusammenhänge. Er glaubt auch, daß der lange a-Vokal in katmäku ich bin, war bedeckt in Zusammenhang stünde mit dem hebr. o־Lautin Stämmen, wie ן מב1תי!. a. 83 Delitzsch, Assyrische Grammatik § 84. 84 Assyr. Grammatik § 87b. 85 Brockelmann, GR § 264 f. a. 86 Assyr. Grammatik § 30a, d. 87 Assyr. Grammatik § 88 Anmerkung. 88 S. Knudtzon ZA VI (1891) 414f. und vgl. Bauer-Tempora 13. Monatsschrift, 70. Jahrgang. t3

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.