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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 3 · p. Seite 165

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 3
Article
Eine jüdische Messiasprophetie auf das Jahr 1186 und der dritte Kreuzzug
Date
1926-01-01
Page
Seite 165 (sequence 11)
Language
German
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165 Jahre 1189 die Belagerung der Stadt beginnt. Die Assyrer, d. i.Saladin und seine Truppen, die zum Entsatz gekommen sind, schließen die Christen in ihrem Lager vor Akko ein. Ueber Cypern kommt Richard Löwenherz von England zu Hilfe1. Andere Kreuzfahrertruppen ziehen ab. Das Ende der schweren, blutigen Kämpfe scheint der Schreiber noch nicht erlebt zu haben. Er erwartet den entscheidenden Sieg des Islam und die Vernichtung des edomitischen Reichs2. Nach dem unechten Maimonides-Brief sollte der Messias die Weltherrschaft aus den Händen Saladins empfangen3. In diesem Lichte taucht auch in unserem Text für einen Augenblick die Gestalt Saladins aus dem eschatologischen Ringen auf4: ,,Der König von Aegypten wird mit ihm (Nehemia b. Chuschiel, dem Messias) Frieden schließen und alle Städte in der Umgebung von Jerusalem, wie Tiberias, Damaskus und Askalon, töten . . .“ Im Jahre 1187 hatte Saladin in einem die ganze Welt erregenden Feldzuge Tiberias und Askalon (dazwischen Akko) erobert, bevor er zu dem Schlage ausholte, der auch Jerusalem in seine Hände bringen sollte. Damaskus, der von diesen Kämpfen unberührte Sitz der islamischen Macht in Syrien, paßt schlecht in diesen Zusammenhang. Das hat der Apokalvptiker natürlich gewußt, aber es kümmert ihn nicht. Er wirft die Erinnerungen der Vergangenheit durcheinander, um mit ihrer Hilfe sein Zukunftsbild farbenreicher zu gestalten. Der letzte größere Abschnitt der Aufzeichnungen, der auch den eben erwähnten Zug enthält, begann mit den Worten5: ,,Am Ende der Herrschaft der Kinder Ismaels ziehen die Römer gegen Jerusalem und führen Krieg mit den Kindern Ismaels. Das Land wird von ihnen unterworfen, und sie kommen hinein und töten darin viele von den Kindern Ismaels und machen dort viele zu Leichen und erbeuten reiche Gefangenschaft von Töchtern Ismaels und verspritzen das Gehirn der Kinder und schlachten täglich Kinder dem Jesus . . Erzählungen von dem tagelangen Blutbad, das die ersten Kreuzfahrer 1099 in Jerusalem anrichteteu6, haben die Farben zu dieser grauenhaften Vision der Endzeit geliehen, dem letzten Ausklang einer seit Jahrzehnten durch Prophetien genährten Erwartung, die in Saladin ihren Vollstrecker, in den Schlachten des dritten Kreuzzuges ihre letzte Erfüllung zu finden schienen. 1 Vgl. Röhricht S. 550. 2 Nach Abraham b. Chi ja מגלת המגלה S. 101 wird Edom Ismael überleben, aber deshalb, weil der von ihm aufs ungünstigste beurteilte Charakter des Christentums am ehesten den Zügen von Dan 1136 entspricht. Er geht so weit, Dan ll3t auf die Eroberer Jerusalems von 1099 anzuwenden. Diese Gedankenverbindung scheint auch in der Apokalypse Jellinek IV, 122 Zeile 14 f. vorzuliegen. Ob der Verfasser der Apokalypse die Schrift des Abr. b. Ch. benutzt hat? 3 Vgl. oben. 4 Jellinek IV, 124 Zeile 19. 6 S. 125 Zeile 5 von unten. 8 An diese Greuel denkt wohl auch Jehuda hallewi in dem Gedicht Brody III, S. 49 No. 26 v. 14 f. ואדום על תנשה כי עול סבלו מה מר מה קשה..4 צירי אל תחשה על יום היכלו וזכור יום הגלה אנשי שם וקיר ובביתי כלה עד משתין כקיר

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