Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 70 (1926)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zu S. Dubnows Geschichtswerk
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
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155 ersten Hälfte von genau den gleichen Kräften beherrscht ist wie die des christlichen Morgenlandes. *Noch deutlicher werden die Schwierigkeiten, wenn man die Einteilung des Stoffes betrachtet. Dem ersten Buch ,,Die palästinensische Hegemonie unter der Herrschaft des heidnischen Rom“ (S. 1—203) steht das zweite ,,Die palästinensischbabylonische Hegemonie unter der Herrschaft des christlichen Rom, Byzanz״ und Persiens“ (S. 207—374) gegenüber — ohne daß irgendein zureichender Grund für den Wechsel der Hegemonie und die Verkoppelung der beiden grundsätzlich verschiedenen Weltreiche ersichtlich ist. Innerhalb des ersten Buches wird ,,die Historiographie des Flavius Josephus“ und ,,der Judenhaß in der römischen Literatur‘‘ (§§ 14, 15) behandelt, zwei Gegenstände, die durchaus abendländisch sind. Auch das VI. Kapitel ,,Die Diaspora und das autonome Zentrum in Babylonien“ (§§ 25—29) hat in diesem Buche keinen rechten Platz. So läßt sich auch gegen die weitere Einteilung mancherlei Vorbringen. Ein unbedingter Vorzug des neuen Bandes ist die Verarbeitung der zahlreichen neu gefundenen Materialien zur Erkenntnis der arabischen Zeit, die bei Graetz, selbst in der neuesten Bearbeitung von S. Eppenstein, in diesem Umfange noch nicht zu finden ist. Eine Jüdische Messiasprophetie auf das Jahr 1186 und der dritte Kreuzzug. Von Fritz Baer in Berlin. II. Messianische Bewegungen um 1186. Am 14. Tamus 4946 (3. VII. 1186) reiste ein Jude aus Toledo, dessen Aufzeichnungen uns erhalten sind1, Geschäfte halber nach dem Süden. Nach 14 Monaten traf er in Fez ein und erhielt dort am Sabbat, offenbar dem ersten nach seiner Ankunft, d. i. am 14. Elul 4947 20. VIII. 1187, durch ein angesehenes Gemeindemitglied R. Isaak b. Nathan in Gegenwart anderer Juden Kenntnis von einem Brief des Moses b. Maimon aus Kairo, der in sehr bestimmten Worten von der bevorstehenden Ankunft des Messias sprach. Nach dem Wortlaut dieses Briefes hätten mohammedanische und jüdische Kaufleute aus Babel (Bagdad). Akkon und Damascus unzweideutige Zeichen seines Auftretens gemeldet. Vor sieben Jahren sei in Ispahan ein Mann namens Abu Said ben Daudi erschienen, der der Heerführer des Messias zu sein behauptete. Viele aus Israel und den Völkern, zwei ganze Araberstämme schlossen sich ihm an. Er aber erklärte, noch sei das Ende nicht da, und hielt sich sieben Jahre verborgen. Jetzt nach Ablauf von sieben Jahren findet er noch größeren Anhang als vorher. Die Araber drängen zum Befreiungskampf für ihre jüdischen Brüder; er aber mahnt zur Geduld, das Ende sei zwar nahe, er aber sei nur zum Trost der bedrückten Juden gesandt, 1 Herausgegeben von Neubauer RE J. 4, S. 13ל f.