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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1926-01-01 · Heft 2 · p. Seite 123

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
70 (1926)
Issue
Heft 2
Article
Textkritische Bemerkungen
Date
1926-01-01
Page
Seite 123 (sequence 1)
Language
German
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123 Textkritische Bemerkungen. Von E. Baneth in Charlotten bürg. (Fortsetzung) על הנסים .9 Im Tischgebet schließt sich die für Hanukka und Purim angeordnete Einschaltung, besonders wenn wir sie mit רעל הנסים statt על הנסים beginnen, zwanglos der vorangehenden Danksagung an (für die Nahrung, mit der du uns täglich jederzeit versorgst, und für die Wunder, die du unseren Vätern in jenen Tagen um diese Zeit erwiesen). Nicht so in der Tefilla. Auf לך OTp מעולם paßt weder על הנסים noch ועל הנסים. j enes ist sogar noch bedenklicher als dieses. Nicht wegen der an unseren Vorfahren geübten Wunder haben wir von jeher auf den Lenker unserer Geschicke gehofft, sondern weil er der Allmächtige und Allgütige ist; und nicht erst seit den Tagen Esters und der Makkabäer setzen wir auf ihn unser ganzes Vertrauen, vielmehr war er lange, lange vorher schon unsere Stütze und unsere Zuversicht. Zwischen רעל כלם und רכל החיים wäre die Einschaltung zwar besser untergebracht, aber auch dort ist nicht ihr rechter Ort. Nachdem man schon ,,für a 11 e s“ gedankt hat, schickt es sich nicht, mit einem Nachtrag zu kommen, als hätte man noch etwas vergessen. Maimuni schaltet על הנסים in seiner Gebetordnung (am Ende des 2. Buches seines Mischne Tora) hinter ועל נפלאותיך שבכל עת ועת ein und setzt המרב כי לא כלו רחמיך an das Ende von יעל בלם. Es ergibt sich der folgende Zusammenhang: Wir danken dir für unser Leben, das in deiner Hand liegt, und für unsere Seelen, die dir an vertraut sind, für die täglich an uns geübten Wunder, für die uns jederzeit erwiesenen Wohltaten und für die an unseren Vätern in jenen Tagen vollbrachten Wunder . . . Für all das sei dein Name, unser König, für und für gepriesen und verherrlicht, Allgütiger, dessen Liebe sich nie erschöpft, Erbarmungsvoller, dessen Gnade nie zu Ende geht, von jeher hoffen wir auf dich. Und alle Lebenden huldigen dir .... שטרי חובותינו.10 In sämtlichen Ausgaben, die ich vergleichen konnte, lautet eines der zahlreichen kurzen Gebete, die in den zehn Bußtagen auf die T’fiiia folgen אבינו מלכנו מחוק ברחמיך הרבים כר שטרי חובותינו. Die Einzahl des vorletzten Wortes wird aber weder שטר noch שסד gesprochen, sondern שמר. Wörter dieser Form haben ein festes ä, das auch im st. constr. der Mehrzahl nicht weicht, wie עבדיהם (Kohelet 9!) beweist. Es ist daher auch falsch, w^enn man von כתבי הקדש spricht oder auf שירי הדם sich versteift, obschon die Einzahl in der Form כתב bezw. שאר durch die Esterrolle sichergestellt ist. Es heißt vielmehr כלליהם ופרטיהם, שטרי חוב, שירי הדם, כתבי הקדש u. dgl. m. שעת רחמים .11 Unter den Zusätzen des sog. polnischen, aber auch in den meisten Gemeinden Norddeutschlands eingeführten Ritus befindet sich gegen

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