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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 7 · p. Seite 452

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 7
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 452 (sequence 2)
Language
German
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452 und sich die teure Uebersetzung von Munk nicht anschaffen können, eine Einführung in Maimunis philosophisches Lebenswerk bietet. Es war ein richtiger Gedanke des Verfassers, der seiner Arbeit einen Vorsprung vor allen seitherigen Uebersetzungen sichert, die Leser der ,,Philosophischen Bibliothek“ zunächst in Maimunis Leben und seine 1 i t e r a ־ rische Arbeit einzuführen. Es war auch wohl richtig, diese Einführung auf breiter Grundlage vorzunehmen, also mit dem mischnisch-talmudischen Schrifttum, dem ein erheblicher Teil der Arbeit Maimunis galt, zu beginnen und die wichtigsten Vertreter der philosophischen Bewegung im Judentum zu kennzeichnen׳. Leider steht zu dem pädagogischen Takt und der schriftstellerischen Gewandtheit des Verfassers seine geringe Sachkenntnis in üblem Mißverhältnis. Nach S. CLXIII hat Israeli nur medizinische Schriften verfaßt, ,,unter denen das Buch der Elemente die bekannteste ist“. Nach XLIII steht Saadia ,,unendlich höher“ als die Dogmatiker der Mutazila, weil er ,,von der Aufsuchung der Erkenntnis quellen ausgeht und nicht von dem durch das Dogma Gegebenen“ (also nicht einmal Frankls Mutazilitischen Kalam kennt Verfasser) und ein ,,vollständiges System der . . . Ethik“ entworfen hat. Noch S. GXXXVII soll sich Levi ben Gerson von Maimuni dadurch unterscheiden, daß er, z. B. in der Weltschöpfungslehre, ״nur die Wahrheit will, gleichviel, ob sie mit dem Schriftwort übereinstimmt oder nicht“. Noch bedenklicher ist, daß der Verfasser in den nichtphilosophischen Schriften des Maimuni selbst sehr schlecht Bescheid weiß. Wie die Kennzeichnung des Mischnakommentars der Eigenart des Werkes nicht gerecht wird, so ist es unrichtig, daß der Mischne Thora ״vom Talmud nicht abweicht“ (S. LXXXXVII): die Stellen, an denen Maimuni Vorschriften gegen Aberglauben, Götzendienst, Zauberei verschärft, dagegen abergläubische Bestimmungen oder Begründungen übergeht, sind nicht zahlreich, aber sehr bezeichnend und hätten in einer Einleitung zu dem philosophischen Hauptwerk durchaus der Würdigung bedurft. Die einzige arabische Ausgabe eines Stückes des Mischnakommentars, die Verfasser S. LXXIV kennt, ist die der Acht Peraqim von Baneth, die leider nicht existiert (Verwechselung mit dem Kommentar zu Abotl); er hat also weder Wolffs (zw׳eimal aufgelegte) Ausgabe der Peraqim mit deutscher Uebersetzung noch die (mit hebr. Uebersetzung versehenen) Ausgaben der anderen besonders wichtigen Stücke von Hamburger und Holzer in der Hand gehabt. Darunter leidet natürlich die Dar- Stellung des Systems Maimunis, die der Verfasser (wieder ein pädagogisch richtiger Gedanke!) von S. CXXIII an folgen läßt. Natürlich kann der völlig Fernstehende aus den Auszügen aus Scheyer, Rosin, Jacob Guttmann u. a. Wissenswertes über die einzelnen Teüe des Systems und über Maimunis Nachwirkungen entnehmen. Aber wie sich die Einheit des Riesen am farbigen Abglanz der Werke darstellt, erfährt er nicht, weil der Verfasser selbst kein einheitliches Bild seines Helden besitzt. Gleiches, wie von der Einleitung, gilt von der Uebersetzung. Sie ist (S. VI) nicht nach dem Original, sondern nach der Wiedergabe durch Ibn Tibbon gearbeitet, wiewohl der Verfasser durch die mehrfach von ihm benutzte Schrift Scheyers über die Psychologie des Maimuni wissen muß, daß der Uebersetzer (von einzelnen Ungenauigkeiten ganz abgesehen) der Terminologie Maimunis nicht immer gerecht wird. Die arabischen Kenntnisse des Verfassers, der immer Mutakalimun (und S. 2 qj-JI&üo) schreibt, reichen offenbar auch zu gelegentlicher Heranziehung des Originals neben dem Hebräischen nicht aus. Daher stößt man oft auf Ungenauigkeiten; so ist die Erläuterung der Homonymen nicht, wie Verfasser S. 3 Maimuni sagen läßt, Gegenstand ״dieser Abhandlung“, sondern ״dieses Werkes“, da KJUb* im folgenden durchweg vom Gesamtwrerk gebraucht wird; über die Gründe freilieh, die den Schriftsteller veranlaßt haben, den Inhalt seines Buches offenbar viel zu eng zu umgrenzen, wie überhaupt über die pädagogische Absicht, die für die Anlage des More bestimmend war, sucht׳ man bei W. vergebens nach Auskunft. Immerhin hat der Uebersetzer im ganzen nach Tibbon und Munk den Sinn des Originals derart getroffen, daß man sich von dem Gedankengang eine Vorstellung machen kann; sein Deutsch liest sich glatt; die Anmerkungen, zu erheblichem Teil aus Munk übersetzt (S. 286, 40 wird dem erstaunten Leser der Grammatiker Johannes Philopone vorgestellt), erleichtern

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