Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der hundertjährige Kampf um die Judenemanzipation in Rumänien (1825-1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 444 (sequence 19)
- Language
- German
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444 Übungen vornehmen. Das sind die Zustände im gegenwärtigen Rumänien. Dazu kommen noch eine ganze Reihe von Gesetzen, die auf den ökonomischen Ruin der jüdischen Bevölkerung in Rumänien absehen. Eines dieser Gesetze ist das jüngst vom Parlamente sanktionierte Alkoholgesetz, welches die Reduzierung der Alkoholerzeugung im Lande vorsieht. Dadurch werden tausende jüdischer Schenker ihre Konzessionen verlieren und somit brotlos werden. Es wäre sicherlich vom Standpunkt der menschlichen Gesundheit und des Fortschrittes gegen dieses Gersetz nichts einzuwenden, wenn nicht gleichzeitig die den Juden entzogenen Schankkonzessionen den Gemeinden und den rumänischen Kooperativen verliehen werden. Dieses Gesetz ist die Frucht der gegenwärtigen antisemitischen Regierung, welche ein oligarchisches Regime im ganzen Reiche eingeführt hat. Wenn der Völkerbund und die westeuropäischen Mächte auf die internationalen Verträge noch etwas geben, dann müßten sie unbedingt die rumänische Regierung beeinflussen und eine Revision aller Gesetze, die den Friedensverträgen widersprechen, erwirken. — Mehr aber ist von der demokratischen Gesinnung des rumänisehen Volkes zu erhoffen, das in seinem innersten Wesen keinen Antisemitismus kennt, daß es seinen jüdischen Mitbürgern Gerechtigkeit widerfahren lassen wird. Auch in Rumänien muß die Morgenröte der wahren Demokratie aufgehen, welche allein die volle Bürgschaft für die vollständige Gleichberechtigung der Juden gewährleistet. Die Zeit der endgültigen Emanzipation der Juden Rumäniens ist noch nicht gekommen. Sie wird aber nicht lange auf sich warten lassen. Akkadisch silu ״־Gebieter“ in Gen 49!0. Von Dr. Robert Eisler in Feldafing. ,,Nur auf wenige Verse des A.T. ist in allen Jahrhunderten soviel Fleiß und Deutungskunst verwandt worden, wie auf Gen 4910 und doch ist das Verständnis dieses Verses auch heutzutage noch in Dunkel gehüllt'a. ,,שילו ist trotz aller Bemühungen der Jahrhunderte noch nicht sicher gedeutet"1 2. Die einfachste Lösung des uralten Rätsels scheint mir jedoch darin zu liegen, daß das Akkadische ein Wort sein, silu ,,Gebieter", ,,Herrscher" 3שאל/ן besitzt, dessen Sinn sich vollkommen in den Zusammenhang4 fügt, und zu dem 1 Walter Schroeder, ZATW. XXIX, 1909, S. 186. 2 Gunkel, Genesis, Göttingen 1910, S. 481. 3 Zimmern, Bußpsalmen, S. 99. 4 ,,Nicht wird das Szepter von Juda weichen, noch der Herrscherstab von einem Sohn seiner Lenden“ (lies מבן statt רגלים; מבין euphemistisch für ,,Sch am teile‘4 wie Esod 425, Jes 62 י20ל); ,,zwischen seinen Füßen44 ist Unsinn, trotz der üblichen Erklärung durch den Hinweis auf das vom sitzenden Herrscher zwischen den Füßen gehaltene Szepter. Wenn der Herrscher geht oder steht, weicht das Szepter doch eben jedesmal von (dem Platz) zwischen seinen Füßen. Der Ausdruck wäre somit sichtlich ganz ungeeignet, einen Zustand ewiger Dauer zu beschreiben.