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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 394

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 394 (sequence 2)
Language
German
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394 Gott nur eine aktive und keine passive Bedeutung habe. Es ist im Gegenteil höchst wahrscheinlich, daß sie in vielen aus der alten Königszeit stammenden Stellen nur sagen will: ein Gottes Gnade und Schutz genießender Mensch (ohne Rücksicht auf eigene aktive Menschenfreundlichkeit im Sinne des עושה חסד und des späteren חסידות), vergl. Ps 3122 (wie.44) (חסיד לו) כי הפליא חסדו לי und daran anschließend אהבו את ה׳ כל חסידיו, daher in dem (alten 1) Ps 132ls für Personen mit sakraler Tätigkeit, parallel den Priestern, und Deut 33g לאיש חסידך, charakterisiert durch den Eifer für Gott ohne Rücksicht auf die Familie. In dem ebenfalls alten Ps 89201 werden Propheten aus dem Zeitalter Davids חסידיך genannt. Es liegt jedenfalls gar kein Anlaß vor, Ps 145 oder 149 irgendwie mit den ’Aoaioatoi der makkab. Zeit in Verbindung zu bringen, welche allerdings ihrerseits von Stellen wie Deut 33g ihre Parteibezeichnung entlehnt haben mögen. Ich verweise auf meine Psalmenstudien in ״Hatoren“ (Mai u. Nov. 1924) und füge zur Stütze dieser Auffassung noch hinzu, daß חסיד, gerade weil im älteren hebr. Sprach׳־ gebrauch nicht notwendig eine Aktivität, sondern häufig einen Seelenzustand darstellend, wie קדוש mit dem Possessiv-Pronomen vorkommt (,קדושיו חסידיי), was sich z. B. bei צדיק nie findet. S. 13. Die Beziehung der ענוותנות Gittin 56a auf die Zurückweisung des Opfers — was in der Tat eine ganz sonderbare Anwendung des Wortes wäre — beruht auf einem Mißverständnis. Allerdings haben auf Grund der ungenauen Relation im Babli auch Raschi z. St. (שסבל את זד. ולא הרגו) und Sal. b. Adereth, der in einem Briefe (hrsg. v. D. Kaufmann, J. Qu. R. 1896, 232) aus dieser Stelle schließt, daß man gegen Denunzianten nicht ענוותן sein soll, das Wort irrig aufgefaßt. Die Erzählung ist vollständiger in Echa rabba 42 enthalten, wo bei der Zurückweisung des Bar Kamza hinzugefügt ist: .והיה שם •דבי זכריה בן אבקולם וחיה סיפק בידו למחות ולא מיחד und מתנות כהונה ganz korrekt zu ענוותנותו erklärt, daß es sich auf jene bescheidene Zurückhaltung beziehe שלא רצה לנהוג שדדה ולמחות בבעל הבית, SO daß ענוותנות auch hier nur Demut und Bescheidenheit ist. S. 23—25. Ich glaube nicht, daß es irgend eine ältere Quelle dafür gegeben habe, daß (in Anlehnung an Mal 26) Aaron sich als Friedensfreund betätigt hätte. Der Ursprung aller derartigen späteren Agadas ist eben Hillels Wort Aboth 112 הוי מתלמידיו של אהרן, und dieses hat, genau so wie Worte von Schemaja und Abtaljon Joma 71b ייתון בני עממיא לשלם und verschiedene Dicta seines Schülers R. Jochanan b. Zakkai, eine Spitze gegen •die äpxiepeT(;. Es will nur sagen: man muß nicht stolz darauf sein, zu den Söhnen Aarons בני אהרן הכהן zu gehören und sich in politische Streitigkeiten einlassen; begnüge dich, zu den Schülern Aarons zu gehören und sei dabei אוהב שלום etc. Später hat man das zu einem Epitheton Aarons gemacht; עוג״דא! דאהרן war das Opfer als Sühne und Frieden bringend, wie auch Joch. b. Zakkai den Altar als Friedensstätte hervorhebt. S. 87. Mit Bezug auf die Mischna Schabbath 121a betr. die Tötung meines Skorpions glaube ich in meinen מחקרים ליסודי ההלכה Nr. 26 (S.-A. aus Hazofe, Budapest 1925) den Nachweis geführt zu haben, daß die Relation nicht richtig sein kann, die ursprüngliche Version anders gelautet hat und auch ein Aufenthalt des R. Joch. b. Z. in Arab nicht als gesicherte Tatsache zu betrachten ist. In derselben Schrift Nr. 116 (S.-A., S. 26—27) ist auch darauf hingewiesen, daß Büchler unrichtiger Weise drei Legenden über Ghanina ben Dossa unabhängig voneinander S. 89, 90, 92 erzählt, obwohl es klar ist, daß es sich um drei Versionen einer einzigen Ueberlieferung handelt, die sich in ihrer ursprünglichen Gestalt im Jeruschalmi findet. Es kann auch nicht als Tatsache hingestellt werden (S. 89), daß er ,,a .school and disciples“ hatte, dehn תלמידיו in Jer. Ber. 9a ist eine rhetorische Qualifizierung seiner Bewunderer, ebenso wie in Bab. Ber., 33a בית המדרש neben den anderen dichterischen Zutaten eine Ausschmückung ist. Die Halacha kennt Gh. b. Dossa nicht iind, nach dem von mir über die freie Umarbeitung der Sentenz Akabjas Aboth II 1ג gezeigten Beispiele (Sammelbuch ם׳ זכרון Tel Awiw 1924) und 1 Vielleicht mit dem vorhergehenden Ps 88 nach dem Tocle des Königs Joram (s. II Ghron 211420־) gedichtet, vergl. m. Aufsatz in ״Haolam“ v. 30. Jan. 1925, S. 991

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