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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 388

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 388 (sequence 2)
Language
German
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388 Schon der Titel zeigt, daß Albeck keine erschöpfende Behandlung der Mischnaredaktion ins Auge gefaßt hat. Er zog bloß einige wichtige Fragen in den Kreis seiner Untersuchungen. Nach einer kurzen Einleitung gibt der erste Teil vier Kapitel. Im ersten Kapitel weist der Verfasser auf parallele Mischnasätze hin, die in verschiedenen Traktaten Vorkommen und, nach des Verfassers Meinung, verschiedenen Schulen angehören. Das zweite Kapitel behandelt ebenfalls Parallelsätze, sie unterscheiden sich jedoch von denen des ersten Kapitels darin, daß sie sich in einem und demselben Traktat befinden. Das dritte Kapitel führt die Ueberschrift: *,Spuren einzelner Schulen in unserer Mischna“. In diesem Kapitel wird zunächst in alphabetischer Reihenfolge eine Auswahl von Wörtern gegeben, die nur in manchen Mischnajoth gebraucht werden, während sie in anderen durch synonyme Ausdrücke ersetzt werden. Endlich kommt A. im vierten Kapitel zur Frage: ״Wann fand die erste Redaktion unserer Mischna statt“? Der zweite Teil behandelt in drei Kapiteln: 1. Nachträge in unserer Mischna, 2. Nachträgliche Randglossen in der Mischna, 3. Die Lücken der Mischna. Das Werk zeichnet sich vor allem dnrch die Reihchaltigkeit der Beispiele aus, die A. zur Beleuchtung der einschlägigen Fragen heranzieht. A. hat es sich angelegen sein lassen, die Parallelismen und Analogien in einer ausreichenden Anzahl zu sammeln. Diese fleißige und verständnisvolle Arbeit verleiht dem Werke einen besonderen Wert, denn sie gibt die Mittel an die Hand für weitere Untersuchungen. Auch in der Behandlung des Stoffes verrät A. rühmliche Gewandtheit. Die Schlußfolgerungen sind allerdings nicht durchweg einwandsfrei. Manche bedürfen der Korrektur, andere einer größeren Vertiefung. Ich beschränke mich hier auf einige Bemerkungen. In der Einleitung S. 5. nimmt A. Anlaß auf die nicht selten wieder^■ kehrende kritische Note hinzuweisen והא דפלוני לאו בפירוש איתמר אלא מכללא איתמר die der bab. Talmud dort gebraucht, wo vermutet wird, daß ein zitierter Lehrsatz nicht als solcher öder nicht in der mitgeteilten Form vom zugeeigneten Autor ausgesprochen worden ist. Hierauf gestützt meint nun A.: ,,Von den Amoräern wissen wir, daß sie oft Lehrsätze überlieferten, die sie nur aus einer Entscheidung ihres Lehrers in einem bestimmten Falle folgerten und nicht ausdrücklich in dieser Form hörten“. An sich ist diese Wahrnehmung nicht unrichtig, A. ist jedoch auf diese mit den Worten הא דפ׳ לאו בפירוש usw. gegebene Note nicht näher eingegangen, und daher kommt es, daß er ihr ,eine größere Bedeutung beigelegt hat, als ihr zukommt. An den gegebenen Stellen ist es nicht der Tradent selbst,, dem die kritische Bemerkung gilt, sondern der mitgeteilte Lehrsatz. Es handelt sich auch nicht, um das traditionelle Moment eines Lehrsatzes, d. h. darum, daß ein Lehrsatz etwa anders weitergegeben wurde, als er ursprünglich gelautet hat, sondern einzig und allein um die Art der Entstehung eines Lehrsatzes und namentlich um sein engeres Verhältnis zum Autor. Erub 93b Ende wird eine Kontroverse zwischen Rab und Samuel mit איתמר eingeleitet, eine Formel, die für amoräischen Stoff denselben Sinn hat wie תני oder תניא in er Einführung von tannaitischen Lehrsätzen (Vgl. Bacher: Traditionen und Tradenten 566f.), es handelt sich also um einen Lehrsatz (hier eine Kontroverse zwischen Rab und Samuel), der ohne Nennung eines Tradenten mitgeteilt wird. Es kann also hier durchaus nicht davon die Rede sein, daß der Satz etwas dadurch gelitten hätte, daß er im Weg zum Lehrhaus durch verschiedene Hände gegangen sei; es kommt vielmehr auf die primäre Entstehungsgeschichte des Lehrsatzes an. Die Frage ist nämlich: Haben Rab und Samuel den Lehrsatz

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