Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Nachbemerkung
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 2)
- Language
- German
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372 sondern eben ein in sich endgültiges Gebiet: das Dämonische. Das beweist, daß also doch eine längere Entwicklung zwischen dem rein alchemistischen Gebrauch des Wortes aotjayjTCTrj 5b] und . seiner Verwendung als Symbol der, nach dem Sohar jedenfalls durchaus keiner Verklärung fähigen, dunklen und dämonischen Sphären liegt. Auf diesem Wege ist dann die Fäulnis, Verwesung, des Goldes zur Schlacke סיגי הזהב geworden, was schließlich etwas anderes ist — das heißt zu einem Abfallsprodukt, das entstand, als das ״Gold“, die Sphäre des Gerichtes, ausgeschmolzen und emaniert wurde. Die Kabbalisten um 1250—1350 zumindest verstehen die dämonischen Sphären durchaus als eine Emanation, im Sinne eines Abfalls, von der Sphäre דין (d. h. dem Golde). Und dies, nicht aber die von Eisler für die Alchemie ganz mit Recht in Anspruch genommenen Perspektiven, entspricht auch dem Sprachgebrauch des Sohar, wobei durchaus möglich ist, daß der Sprachgebrauch bei den Kabbalisten wie Isaak ha-Kohen oder Todros Abulafia aus dem Sohar stammt und nicht umgekehrt. Ich will hiermit der etwaigen falschen Konsequenz Vorbeugen, daß diese von mir besprochenen Soharstellen nun alexandrinischer Alchemie entsprächen und entsprangen sein. Der Terminus פוסיפתא stammt zweifellos dorther, wurde auch später noch richtig verstanden, hat aber eine ganz andere Nüanzierung im Sprachgebrauch der jüdischen Gnostiker a.ngenommen, die eventuell die Uebermittler dieser Dinge gewesen sein mögen, und wenn die Analyse dieses Ausdrucks einerseits erweist, wie unzweifelhaft altes Material, auf welchen verschlungenen Wegen immer, in den Sohar gelangt ist, zeigt sie andererseits, wie ebenso sicher dieses Material eine innere Entwicklung durchgemacht hat, bis es in veränderter Gestalt in die klassische Symbolik der Kabbala rezipiert wurde. Und dies scheint mir nicht unwichtig, an sich und auch allzu überschwänglichen Vordatierungstendenzen gegenüber, wie sie neuerdings auf Grund nicht selten voreiliger religionsgeschichtlicher Parallelen oft genug vertreten werden. Und die Chronologie dieser inner jüdischen Entwickelungen ansetzen zu können — davon sind wir leider infolge des völligen Mangels an brauchbarer Vorarbeit, speziell über die Geschichte der mystischen Terminologie (die doch sicher das Rätsel des Ganzen enthält!), noch hoffnungslos weit entfernt. Zur Theorie der פיסיפתא cf. übrigens auch Kordovero in seinem אליסד. לבתי (Brody ■1881) i 32d § 34. 2. Dagegen scheinen mir Eislers Ausführungen über Geber usw. in keiner Weise überzeugend. Auf den Teil über ספר גבל einzugehen, erübrigt sich ja schon dadurch, daß Eisler ihn selbst auf gibt und nun eine babylonische Etymologie vorschlägt, über deren Stichhaltigkeit andere entscheiden mögen. Ich betone nur, daß die von Eisler angeführten Midraschstellen mit גבל in gar keiner Weise auf einen besonderen Gebrauch dieses Wortes bei jüdischen Adepten zu schließen erlauben. Warum die Berufung auf Moses, Mirjam usw. in einem Zeitalter des allgemeinen Religionssynkretismus nur einem Juden in den Sinn kommen konnte, ist schwer einzusehen. Die Septuaginta