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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 6 · p. Seite 357

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 6
Article
Eine interessante griechische Parallele zu einem merkwürdigen Ausspruch der Agada
Date
1925-01-01
Page
Seite 357 (sequence 3)
Language
German
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357 sie vor der Verbrennung. Der König erkannte jetzt, daß die Märtyrer fromme Männer waren, und ließ ihre Gebeine in der ,,Löwenhöhle“ ruhen“1. Zur Geschichte der Juden in Alexandreia. Von Hans Lichtenstein in Berlin. Ueber die Kämpfe zwischen Hellenen und Juden in Alexandreia unter G a i u s und Claudius waren wir bisher vor allem durch Philon (Gesandtschaft an Gaius, über Flaccus) und' Josephus unterrichtet gewesen. Phiions Bericht endete für uns aber mit der bekannten Audienz bei Gaius im Herbst 39; über die darauf folgenden Ereignisse in Aegypten ließ sich aus den Papyri nur entnehmen, daß die Rhetoren unter Berufung auf einen Befehl des Kaisers viele angesehene Juden wegen Verweigerung des Kaiserkultes anklagten, worauf sie zum Tode verurteilt wurden; ferner wissen wir, daß der Alabarch Alexandros, Phiions Bruder, damals ins Gefängnis geworfen wurde (Willrich, Klio III, 414); doch scheinen die offenen Straßenkämpfe geruht zu haben. Eingesetzt haben sie wieder auf die Nachricht von Gaius’ Ermordung (24. I. 41), und zwar waren es nach Josephus die Juden, die jetzt zu den Waffen griffen, vielleicht ermutigt durch die Ersetzung des bisherigen Präfekten C. Vitrasius Poliio durch L. Aemilius Rectus. Claudius gab dem Präfekten den Befehl, die Unruhen zu unterdrücken, erließ aber gleichzeitig zur Beruhigung der Juden das bekannte, bei Josephus (Ant. XIX, 5, 2) mitgeteilte Edikt, in dem er ihre von Flaccus verletzten Rechte wieder herstellte, und ließ den Alabarchen Alexandros wieder in Freiheit setzen (Jos. Ant. XIX, 5, 1, § 276). Zur gleichen Zeit weilte eine hellenische Gesandtschaft aus Alexandreia in Rom, um dem Kaiser zur Thronbesteigung zu gratulieren, ihn um Annahme verschiedener Ehren und Gewährung bestimmter Privilegien zu ersuchen und schließlich die Schuld an den letzten Kämpfen auf die Juden abzuwälzen, wogegen diese sich durch eine eigene Gesandtschaft zu wehren suchten. Claudius erteilte seine Antwort in einem längeren Schreiben an die Stadt Alexandreia, das der Präfekt verlesen und am 10. XI. 41 publizieren ließ. Eine Abschrift gelangte auf irgendeinem Wege in das Dorfarchiv von Philadelpheia im arsinoitischen Gau und wurde kürzlich von H. I. Bell mit einer eingehenden historischen Einleitung veröffentlicht2. * Nachdem Claudius sich über die Ehrenbezeugungen der Alexan- 1 Lunz, Palästina-Almanach VII, 100. Bergmann a. a. O., S. 57. Bergmann das., B. 146, Anm. 17 führt folgende Parallele an: Heidnische Dänen hatten den König Edmund gemartert, enthauptet und sein Haupt ins Gestrüpp geworfen. Da legte sich ein Wolf hin und nahm das Haupt des Märtyrers zwischen die Pfoten und bewachte es (Günter, Die christliche Legende, 191). 2 H. I. Bell, Jews and Christians in Egypt. The Jewish troubles in Alexandria and the Athanasian controversy. British Museum 1924. Vgl. W. Schubart, Gnomon I 23 ff. und die dort genannten Besprechungen; ferner S. Rein ach, C. R. de l’Acad. des inscriptions, nov. 1924, p. 313 ff.; Th. Reinach, Revue des Etudes Juives 1924, 113 ff. und R. Laqueur Klio XX (N. F. II) 89 ff. Die letztgenannten Rezensionen veranlaßten mich zu einigen nachträglichen Bemerkungen, die in eckige Klammern gesetzt sind.

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