Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Messianismus und Mysterienreligion
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 355 (sequence 19)
- Language
- German
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355 auf das Judentum festzustellen, sondern auch ihre Grenzen zu ermitteln und zu der Eigenart des Judentums in Beziehung zu setzen. In diesem Falle hat offenbar das polytheistische Element in den Vorstellungen, von denen die Rede war, derart abstoßend gewirkt, daß es nicht einmal zu einer Umformung in jüdischem Sinne gekommen ist. Den verallgemeinernden Schluß, daß das Judentum aus der Kultur der Umwelt nur gewählt habe, was ihm gemäß war, und verworfen, was ihm nicht entsprach, lassen leider die Tatsachen nicht zu; die Strenge jüdischer Selbstkritik denkt bekanntlich anders1; aber freilich lag der Monotheismus dem Juden, auch dem hellenisierten, derart im Blute, daß Anschauungen, die diesem widerstrebten, keine Anziehungskraft auf ihn üben konnten. Eine interessante griechische]!Parallele zu einem merkwürdigen Ausspruch der Agada. Von Dr.|V. Aptowitzer in Wien. In den beiden Talmuden wird eine Reihe von Verwandlungen der Lebewesen aufgezählt, darunter auch die: die Wirbelsäule des Menschen wird nach sieben Jahren eine Schlange2. Zu dieser merkwürdigen Anschauung findet sich eine wörtliche Parallele bei Plutarch: ״Wenige Tage nachher bemerkten die Leute, welche den gekreuzigten Leichnam des Kleomenes bewachen mußten, eine ungewöhnlich große Schlange, die sich um seinen Kopf herumgeschlungen hatte und hierdurch das Gesicht verdeckte, so daß kein fleischfressender Vogel heranflog. Dies erweckte in dem König eine abergläubische Besorgnis und Angst, wie es auch die Weiber zu seltsamen Reinigungen veranlaßte, indem man jetzt den Getöteten für einen Liebling der Götter, ja selbst für ein höheres Wesen ansah. Auch die Bewohner von Alexandrien kamen oft und zahlreich zu dem Ort heran und nannten den Kleomenes einen ״Heros“, einen ״Göttersohn“, bis endlich die Gescheiteren der Sache ein Ende machten und zwar durch die Nachweisung, daß bei dem Verwesungsprozeß von dem Rindvieh Bienen, von den Pferden Wespen sich bilden, ebenso unter der früheren Voraussetzung aus den Eseln lebendige Käfer hervorkommen, und endlich in ähnlicher Weise ein menschlieber Leichnam, wenn die verschiedenen Blutsäfte am Mark zusammenfließen und eine gewisse Konsistenz in sich annehmen, alsdann Schlangen hervortreten läßt. Diese Beobachtung wurde schon im Altertum gemacht und war der Grund, weshalb man kein anderes Tier als gerade die Schlangen mit den ״Heroen“ in nähere Beziehung setzte.“ ’OMyatc 8h oazepov 5)p£pavz 01 zb owpa zoü KXeopivooz äueozaupaipivoi) TtapacpuXdzzovzez eldov edpeyi&Tj dpdxovra z7j xttpaXrj pspiTtBTrX.eypivov xcu änoxpuizzovza zo npoawTzov, w<rze p.yj8hv 1 Bachja, Herzenspflichten S. 26 Yah. 24 ־=־ Stern nach T. Sanh. 39b. 2 Baraitha B. Karama 16a: שדרו של אדם לאתר שבע שנים נעשד. נחש. Jerusch. Sabbath I 3, 4b. 23*