Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Jüdische Gelehrte in Sachsen-Thüringen während des Mittelalters
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 7)
- Language
- German
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289 36. Isak in. Magdeburg91, wird von Erzbischof Johann 146692 in einem Prozeß zum Richter gegen einen Juden bestellt. 37. Isak aus Nordhausen, Lehrer des Sar Schalom in Wiener Neustadt93. 38. Isak Or Sarua, der bekannte Talmudist des 12. Jahrhunderts aus Wien94, hält sich als Kind in Meißen auf und berichtet später von Vorgängen im Sachsenlande aus seiner Kinderzeit95. Aus Sachsen wendet man sich an ihn mit Anfragen96. Auch sein Sohn Chajim steht wohl nur in loser Fühlung mit unserm Gebiet97. 39. Isak aus הרנפו״ם, zur Zeit des Isak Or Sarua, vielleicht aus Erfurt98. 40. Israel b. Petachja Isserlein, der bekannte Dezisor des 15. Jahrhunderts", wird mehrmals aus Sachsen in rituellen Dingen angefragt100, vermeidet es jedoch nach Möglichkeit, sich in Angelegenheilen fremder Gemeinden einzumischen101. Mit Jakob Weil102 steht er in regem Verkehr. 41. Israel b. Joel Sußlin aus Erfurt, zur Zeit des schwarzen Todes, verfaßte ein Klagelied auf die Opfer der Judenverfolgungen 1349, in dem 22 Orte, 6 Länder und 13 Rabbiner als Märtyrer genannt sind103, darf nicht verwechselt werden mit dem gleichzeitigen Rabbiner Alexander Süßkint in Erfurt104. 42. Jakob b. Juda Weil105, Rabbiner in Augsburg106, Nürnberg107 und Erfurt um die Mitte des 15. Jahrhunderts108, Schüler des Maha- 91 היד יצחק במיידבורג. Minhage Maharil, Chanuckah. Wenn diese Erwähnung nicht von späterer Hand stammt, haben wir es mit zwei verschiedenen Männern gleichen Namens zu tun. 92 Sept. 12. UB Stadt Magdeburg III, 18 No. 33. Riedel, Codex diplomaticus Brandenburgensis IIP, S. 395. Auch erwähnt in einem Privileg desselben Erzbischofs 1466 Mai 8. UB Stadt Magdeburg III, 15 No. 27. 93 Minhage Maharil fo 38a. Güdemann III, 30. 94 Ueber ihn vgl.: MGWJ 1871, 248 ff.; 1904, 129 ff.; 1905, 701 ff.; 1911, 478 f. Jahrbuch 1906, 116. Mich. No. 1083. Güdemann I 114, 152 f. 95 IOS I fo 200b Nr. 712, II fo 138b No. 320, IV fo 55b, s. jetzt Neufeld, AZ J 1920, S. 261. 96 z. B. IOS I fo 41 No. 114/5. 97 S. oben No. 1 u. No. 14. 98 IOS I fo 138a. Groß, 189. MGWJ 1904, 444. Toßafoth Aboda Sara fo 21a, auch aus הרפוה GJ 102. 99 Ueber ihn vgl. MGWJ 1869, S. 130 ff. Mich. No. 1093. LJ XXXVIII No. 81. Güdemann III, 23, 29, 85. Winter u. Wünsche II, 542 ff. u. a. 100 IP No. 55 fo 13b. LJ II, 41, 81. 101 S. No. 32. 102 S. unten No. 42. 103 ציון אריוך, gedruckt bei Landshut, Anh. III No. 2. S. ZLG, 509. Salfeld, 244. 104 S. oben No. 7. 105 Nach seinem Heimatsorte Weil im Neckarlande benannt, s. das Vorwort zur ed. Hanau 1610; Steinthal, Geschichte der Augsburger Juden im Mittelalter, S. 79. 106 LJ XXVI u. a. 107 JW No. 151. IP No. 126. 198 Ueber ihn vgl. MGWJ 1868, 390. Grätz VIII1, 219 ff. LJ XXXIII No. 65. Mich. No. 1061. Güdemann III, 23, 30, 82, 84. Jaraczewsky, 52 f.; Kroner, 29, 30 Anm. 2. Monatsschrift, 69. Jahrgang. 19