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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 5 · p. Seite 223

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 5
Article
Max Webers Soziologie des antiken Judentums
Date
1925-01-01
Page
Seite 223 (sequence 29)
Language
German
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223 Welt einfügen, die es doch innerlich nicht bejahen konnte. Seine Aufgabe in dieser Uebergaiigszeit bestand darin, in seinem Kreise das göttliche Gebot zu halten, nicht aber diese Welt als solche umzubilden. Denn das Gottesreich, auch in seiner universalen und ethischen Bedeutung, sollte nicht in dieser Welt entwickelt werden, sondern ihr als eine neue, von Gott geschaffene Welt gegenübertreten. Das ist gewiß in dieser Strenge nie ganz festgehalten worden. Das Leben in dieser Welt führte zu einer stärkeren inneren Beteiligung an ihr als diesem Prinzip entsprach. Aber es ist, wenn auch in wechselndem Umfange, immer bestehen geblieben und hat besonders auch das wirtschaftliche Verhalten der Juden tief beeinflußt. Sie hatten in ihrem persönlichen wirtschaftlichen Verhalten das göttliche Gebot zu befolgen, fühlten sich aber für die bestehende Wirtschaftsordnung nicht verantwortlich. Die Verwerflichkeit der Steuerpacht und des Sklavenhandels wurde sicherlich auch von den Juden empfunden. Aber so lange diese Wirtschaftsformen in der nichtjüdischen Welt bestanden, fühlten sie sich nicht verpflichtet, ihnen fern zu bleiben. Es genügte, daß sie auch in dieser Tätigkeit die Normen der Rechtlichkeit befolgten. Darin liegt ihr Unterschied gegenüber den Puritanern, die die Welt der Herrschaft Gottes unterwerfen wollten. Die von Weber angeführten Einzelunterschiede haben großenteils hier ihre Wurzel. Es ist die große Wendung der Emanzipationszeit, daß sie diese Haltung, vielfach mehr unbewußt als bewußt, hat schwinden lassen. Das ergibt eine wesentlich andere Auffassung des Diasporajudentums als Webers hier freilich nur andeutende Bemerkungen erkennen lassen. Aber soweit auch die künftige soziologische Erforschung des Judentums von Webers Resultaten wird abweichen müssen, sie verdankt seinen gedankentiefen und großangelegten Untersuchungen die Grundlage, auf der alle ihre fernere Arbeit aufzubauen hat. __________ Bemerkungen zum Verbum denominativum im Hebräischen. Von Hartwig Hirschfeld in London. Es gereicht mir zur Freude, zu Ehren des siebzigsten Geburtstages meines Altersgenossen und ehemaligen Kommilitonen Eduard Baneth einen kleinen wissenschaftlichen Beitrag zu liefern. Möge es ihm vergönnt sein, seine Lehr- und wissenschaftliche Tätigkeit mit ungeschwächten Kräften noch viele Jahre fortzusetzen. Die Frage, ob der zeitliche Vorrang dem Zeitwort oder Nennwort zukommt, ist schon mehrfach berührt worden, ohne daß es zu einer entscheidenden Antwort gekommen ist. Eine solche ist auch durch die Natur der Sache ausgeschlossen. Die Zurückführung jedes hebräischen Nennwortes auf einen Verbalstamm in unseren Wörterbüchern ist rein mechanisch. Die Existenz ursprünglicher Nennwörter ist eine längst erkannte Tatsache. Gehen doch Wright und Stade so weit, zu vermuten, daß die meisten Verbalformen in den semitischen Sprachen eigentlich Verbindungen von Nominalformen mit persönlichen Fürwörtern sind. Die Wahrheit dürfte

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