Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1925-01-01 · Heft 4 · p. Seite 186

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
69 (1925)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1925-01-01
Page
Seite 186 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829927-2829931-2832614--46253-2832695
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

186 Leistenden zuteil wird“ (S. 199); Aber trotz dieser Einstellung müssen wir dem Verfasser für die reiche Belehrung, die er in seinem Buche auch dem jüdischen Forscher bietet, Dank wissen und unsere Bewunderung über die seltene Beherrschung des talmudischen Materials ausdrücken. Jerusalem, Adar 5685. S. Klein. St. John D, Seymour: Tales of king Salomon, Oxford University Preß (Amen House, Warwick Square), London, E. C. 4, Humphrey Milford, 1924. : . Nach den sorgfältigen Arbeiten Salzbergers über die Salomonsagen lag es besonders nahe, diesen von jeher auch in der jüdischen Ueberlieferung überaus beliebten Stoff in volkstümlicher Form übersichtlich zusammenzustellen. Eine gefällige Lösung dieser Aufgabe liegt in dem geschmackvoll ausgestatteten und illustrierten Buche Seymours vor. Von Fachleuten gut beraten, ist er allen den weitverzweigten Wandlungen und Ausläufern der Sage gewissenhaft nachgegangen durch die jüdische, arabische, äthiopische, türkische, slavische, deutsche und anglosächsische Literatur bis zu den Ma* laien. In elf Kapiteln werden behandelt: Salomos Geburt, seine ersten Urteile als Bekundungen eines bereits dem Kinde innewohnenden Scharfsinnes, seine Weisheit und Macht, sein magisches Wissen und Können, seine Beziehungen zum Tierreich, die Auffindung des Schamir, der Tempelbau, die Königin von Saba, die Tochter Pharaos als Gemahlin Salomos, der König im Exil und sein Ende. Das Buch bietet eine fesselnde Lektüre und regt vielfach zum Nachdenken an, so die Geschichte, wie als Mahner an unseren eigenen Tod das Hinscheiden jedes unserer Bekannten dienen kann, oder das Märchen vom Elefanten und der Ameise, wie selbst der mächtigste Riese Feindschaft vermeiden soll, und wenn der Gegner auch nicht größer wäre, als eine Ameise. Manches ist dem Verfasser entgangen. So einige im Maassebuch und sonst in der jüdischen Folklore, auch den ״Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde“, der Ztschr. d. D. Morgen!. Ges. Bd. 61, S. 942 u. a. m. behandelte Sagen von der Königin von Saba, ferner zwei gerade in jüdischen Kreisen sehr bekannte Geschichten, die eine von der trotz aller Hindernisse doch von Gott durchgeführten Vereinigung der für einander bestimmten Lebensgefährten (vgl. Born Judas I, 219), die andere von den beiden Brüdern, die des Nachts einander ihre Getreidehaufen auffüllen, wodurch die Stätte dieses rührenden Beweises brüderlicher Liebe würdig wurde, zum Tempelbauplatz erkoren zu werden. Ich las diese Legende zum ersten Male in einem Aufsatze, den Berthold Auerbach zur Feier der goldenen Hochzeit des badischen Großherzogpaares in der ״Frankf. Ztg.“ veröffentlicht hatte. Sie ist dann von Trietsch (Bilder aus Palästina, 21) und Gut (Für unsere Jugend, 56) verwertet worden. Ueber die Versiegelung des Abgrundes unter dem Tempel ist ״Jahrbuch f. jüd. Volkskünde“ 1923, S. 388, über Salomos Thron ״Mitteil. d. Schlesischen Ges. f. Volkskde.“ 19, S. 74, über seine Dynastie Ztschr. d. D. Morg. Ges. 67, S. 705, zu vergleichen. Dem Pentalpha Salomos wurde in jüdischen Kreisen der Schild Davids gegenübergestellt, der vielleicht auch als Buchstabenzusammensetzung zu erklären ist. In der althebräischen Schrift zeigen das Aleph und das Taw Formen, die zusammen genau das Hexagramm ergeben, wobei an die Urim und Tummim (nach Greßmann, Döller u. a.: Aleph und Taw) sowie an das ״Alpha et Omega“ zu denken wäre. Grunwald. Joseph Berkowicz, Docteur en droit: La Question des Israelites en Roumanie. Etüde de son histoire et des divers, problemes de droit qu’elle soulöve. Thöse retenue par la Facultö de Droit des Paris. Paris Jouve & Cie, Editeurs, 15 Rue Racine, 15. Dieses fast 800 Seiten starke Werk ist als eine Doktordissertation der juristischen Fakultät der Pariser Sorbonne entstanden, dessen Vorwort Prof. A, de Lapradelle schrieb. Ein Jurist hat sich auf die historische Bahn begeben und.den Versuch gemacht, die Rechtslage der Juden in Rumänien einer Kritik zu unterziehen. Dem Werke geht ein bibliographisches Verzeichnis voraus, welches dem Leser eine Fülle von Literatur vorführt, die der Vf. fleißig, aber, unkritisch benützt. Das ganze Werk zerfällt in eine Einleitung und drei Abschnitte. Der erste Teil behandelt die älteste Epoche der rumänischen Geschichte, die jüdische

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.