Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 69 (1925)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bekämpfung altorientalischer Rechtsformeln durch die Rabbinen des Talmuds
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 6)
- Language
- German
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144 orien talische Rechtsformel, welche auch in Palästina galt und in ihrem eigenen, von Pa- 1 ästina adoptiertem Gesetzbuch, der Mischna, kodifiziert war. Wir glauben nun, unsere These an drei Beispielen aufgezeigt zu haben und schließen hieran noch die allgemeine Bemerkung, daß das, was vom Talmud bekämpft wird, in der Regel altes Geistesgut ist, was sich oft nur im Talmud erhalten hat. Nicht nur die Positionen, sondern auch die Negationen des Talmuds sind aufschlußgebend, bezüglich der altorientalischen Welt sind letztere sogar von größerer Wichtigkeit. Es verhält sich damit genau so, wie mit der durch die alten Rabbinen abgelehnten Exegese, aus welcher ersichtlich wird, daß sie früher die anerkannte gewesen. Ich habe nur drei Beispiele angeführt, es können aber Hunderte gefunden werden. Ich möchte nur die Aufmerksamkeit auf diesen Punkt gelenkt haben. Vom historischen Gesichtspunkt sind die bekämpften Ansichten ebenso wichtig wie die festgehaltenen. Diese zeigen, was sein soll, jene zeigen, was gewesen ist. Die halachische Negation ist eine historische Position. Johannes der Täufer. Von Rabbiner Dr. Rubinstein in Szekszärd. Die Weissagung des Propheten Maleachi vom Kommen des Elia am Ende derTage hat, wie die Messiaserwartung, der sie angefügt wurde, einen mächtigen Eindruck im Volke hervorgerufen, erhielt sich im Laufe der Zeiten lebendig in dessen Bewußtsein und erfüllte die vom Joche der Fremdherrschaft gebeugten Gemüter, gleich jener, mit Hoffnung und Zuversicht. Diese Weissagung lautet ihrem vollen Wortlaute nach folgendermaßen: ,,Siehe ich sende euch Elia, den Propheten, bevor da kommt der Tag des Ewigen, der große und furchtbare. Und er wird zurückführen das Herz der Väter zu den Söhnen, und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, daß ich nicht komme und das Land schlage mit Bann/‘ (Mal 323, 34.) Obwohl vom Messias hier keine Erwähnung geschieht, faßte man dennoch die Stelle messianisch, das heißt, man dachte an das Kommen des Messias, dessen Herold Elia sein wird. Man wußte schon aus den Weissagungen der älteren Propheten, daß ,,der Tag des Ewigen“, ‘»יום ד, der große Straf tag ist, an dem Gott Gericht halten wird über die Frevler in der Mitte Israels und über die dasselbe bedrückenden Heiden, Israel von seinen Schlacken läutern, .die Macht der Heiden brechen und Israels Herrschaft wieder aufrichten wird unter dem Szepter eines Sprosses (צמח) aus dem Hause Davids. Die älteste Quelle, in der auf die maleachische Weissagung Bezug genommen wird, ist das Buch S i r a c h. Hier heißt es: (,,Wie furchtbar warst du, o Elia!), der du, wie geschrieben steht, bereit bist für die (bestimmte) Zeit, um . zu beschwichtigen den Zorn vor