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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 339

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Antikritik [Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 339 (sequence 4)
Language
German
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339 V t u 11 g e n stellte ich auf. Eher ging ich daran, die Fehlbarkeit oder die D i s - k.utierbar keit mancher allzu sicher .auftretenden Erklärungen und Ableitungen zu erweisen, was mir wohl durchgehends gelungen ist. Die Wissenschaft muß vor jeder Erstarrung geschützt und im steten Fluß der lebendigen Forschung erhalten werden. Anastatische Auflagen, welche festgewordene Wahrheiten konservieren, sind, von Schaden. Rabb. Dr. Josef Mieses. Bücherschau. (Besprechungen, soweit nicht besonders gezeichnet, vom Herausgeber.) Haus Bauer und Pontus Leander, Hebräische Schulgrammatik. Halle, Niemeyer, 1924, 75 u. 28 S., 3 Mk. Wie zu erwarten, bemühen sich die Verfasser, die Ergebnisse der wissenschaftlichen Sprachforschung dem Unterricht nutzbar zu machen. Sie beginnen mit den Hauptgesetzen der Lautlehre, auf welche die Flexionslehre in beständigen Rückverweisen bezug nimmt*, auch ein Abriß der Syntax wird gegeben. Leider erweckt die Auswahl des wissenschaftlichen Stoffes Bedenken. Der Schüler erfährt nichts vom passiven Kal und von der ursprünglichen Yokalisation des Nif‘al und Hifül, ohne deren Kenntnis Formen wie מדעתי oder הודעתי nicht zu verstehen sind. Dagegen werden die (auch nach der Annahme der Verfasser) sehr zweifelhaften Annahmen über die Reste alter Kasusendungen und eine mindestens nicht unbestrittene Vermutung über die Entstehung des femininen הוא im Pentateuch geboten. Die Meinung, daß die Bezeichnung Aorist ,,dem mit dem Griechischen Vertrauten eine annähernd richtige Vorstellung von der Funktion“ des sogen. Imperfekts gäbe (S. III), ist irrig; in keinem der S. 20 oben angeführten Beispiele für Vollaorist setzt die LXX den Aorist. Unter dem Titel ,,Paleografia Ebraica“ erschien vor kurzem bei Leo S. Glschki in Florenz ein Buch von Carlo Bernheimer (XIX u. 423 S., 30 Taf.). Die typographische Ausstattung des Buches ist vollendet. Eine eingehende Besprechung des Werkes, dias den Versuch darstellt, der jüdischen Wissenschaft ein neues Gebiet zu erschließen, behalten wir uns vor. I. R. Christian W. Berghöffer, Mayer Amschel Rothschild, 3. Aufl., wohlfeile Ausg., Frankfurt a. M., Englert und Schlosser, 176 S., Halbleinen 3 Mk. Vgl. die Besprechung MGWJ. 67, S. 148. J. G-iinzig, Das jüdische Schrifttum über den Wert des Lebens. Hannover, Lafaire 1924, 120 S. Der Verfasser versucht vor allem die pessimistischen -Strömungen im Judentum darzustellen. Er behandelt im 1. Kapitel Bibel und Mischna, dann die politischen Ereignisse zur Zeit der Entstehung des Talmuds und die Schulen Hillels und Schammais mit einer Auswahl pessimistischer Aussprüche aus Talmud und Midrasch, hierauf die mittelalterliehen Religionsphilosophen (mit Gedichtproben), nunmehr (zum dritten Male!־•) die Herodeszeit mit einem Rückblick auf die Makkabäergeschichte und einem Ausblick auf die blutigen Ereignisse des 11. und 13. Jahrhunderts und ihre Auswirkung. Zwei mit dem Thema in keiner Weise zusammenhängende Abhandlungen (über Rabbi Meir Schiff und den Ozar Jisrael) sind beigegeben. Schon die Inhaltsübersicht zeigt, daß der Verfasser den Stoff weder systematisch noch zeitlich zu ordnen weiß; im einzelnen, insbesondere bei der Behandlung der mittelalterlichen Religionsphilosophen, bleibt er meist an der Oberfläche haften. Sein Buch kann keineswegs als eine wissenschaftliche Darstellung des — der Behandlung durchaus würdigen — Gegen- Standes angesehen werden. The first pastoral tour to the jewish communities of the BTitish overseas dominions. B'y the Chief Rabbi (Dr. J. H. Hertz). Oxford University Press . 1924, 69' Seiten. Der Chief Rabbi beschreibt die Reise, die er von ׳Oktober 1920 bis August 1921 durch die englischen Besitzungen in Südafrika, Australien und Nordamerika gemacht hat, um ,,den Zusammenhang zwischen jüdischen Gemeinden des Reiches zu festigen und ihre religiöse Aktivität anzuregen, zugleich auch um die örtlichen Verhältnisse kennen zu lernen und die Fragen zu untersuchen, die die überseeischen Gemeinden beschäftigen“. Die 27 Abbildungen und 2 Landkarten sowie der sehr interessanten Briefe und Zeitungsausschnitte enthaltende Anhang erhöhen die Anschaulichkeit.

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