Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Schuldenregulierung der jüdischen Korporationen in der Provinz Posen
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 329 (sequence 9)
- Language
- German
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329 zeitigen. Nach und nach ist es, jedoch möglich geworden;. alle Korporatiönen mit genehmigten Etats zu versehen. ... Ebenso haben ' nach langen und anhaltenden Kämpfen alle Korporationen,. welche verschuldet sind, Amortisationspläne annehmen müssen, auf deren Innehaltung streng gesehen wird. Zur Bestreitung der Korporationsbedürfnisse sind nach den festgestellten Etats i. Jahre 1842 erforderlieh gewesen 31 805 Rtr. oder er. 1100 Rtr. mehr als im Jahre 1841. .Davon sind 7 358 Rtr. oder gleichfalls er. 1 100 mehr . . . durch bare Beiträge der Mitglieder, der Ueberrest aber durch indirekte Steuern (Krupkaabgabe) und durch kirchliche Abgaben (Verkauf der Ehrenverrichtungen in der Synagoge) gedeckt worden“. Von den bestehenden 48 Korporationen1 sind 33 schuldenfrei. Die Schuldenlast der übrigen 15 (34 945 Rtr.) ist richtig verzinst und nur bei 7 Gemeinden erheblich: mit zusammen 30 000 Rtr.2, die der anderen 8 unerheblich. Für 1843 war gesagt: Noch immer ist strenge Aufsicht und große Vorsicht nötig, wenn die a.ufgestellten Pläne festgehalten werden sollen} da es unter allerlei Vorwänden Jahr für Jahr versucht wird, die Schuldentilgung aufzuschieben. Zur Bestreitung der laufenden Ausgaben waren rund 34 855 Rtr. ,verwendet , und davon 8 669 durch direkte Steuern aufgebracht worden. Naturalisiert waren 83 Familienväter. Im Reg.-Bez. Posen bereitete der Regierung die Ordnung in Obornik viel Sorge, da die Gemeinde in Uebereinstimmung mit dem Landrat nur 80 Rtr. auf bringen zu können erklärte, wovon 76 auf Zinsen entfielen, während etwa 3 200 Rtr. Schulden vorhanden waren. Der 1, genaue Nachweis über die Gesamtlage wurde Flottwell am 10. Oktober 1838 überreicht. Danach hatten über 7 000 Rtr. zu decken Graetz (11 059),. Lissa (82 564), Ra witsch (7838), Krotoschin (24 487), Meseritz (20 538), Schwersenz (7 357), Posen (126 250), Schrimm (7 135), Wronke (14 509). .Die absout genommen meistens nicht übertrieben hohen Beträge lasteten doch ungewöhnlich schwer auf der verarmten Bevölkerung. Im Juli 1839 konnte der Tügungsplan für Wronke dem Land- und Stadtgericht Samter zugefertigt werden, um den rechtsverbindlichen Zutritt der Gläubiger herbeizuführen, was immer lang- 1 Es war also anscheinend 1 Korporation aufgelöst und zwar handelt es sich ־wohl um die zu Zydowo, die sich nach Anzeige ihrer Beamten wegen -der drückenden Lasten nicht behaupten .konnte und deshalb die Angliederung an Gnesen suchte, wogegen sich aber die dortige Kommune wehrte. Flottwell, der den Uebelstand der Auflösung einer bereits anerkannten Korporation nicht unterschätzte, war mit der Bromberger Regierung darin einverstanden, daß eine zwangsweise Einverleibung nicht zuläßig war, schlug aber als Ausweg •den familienweisen Anschluß an andere Gemeinden vor, wozu die Mitglieder durch die Drohung veranlaßt werden konnten, sie im Weigerungsfälle an einen anderen Wohnort zu überführen. Gegen den Anschluß auf diesem Weg •stand niemand ein Einspruchsrecht zu (an d. Reg. Bromherg 16. Juni auf Anfrage v. 30. Mai 1835). Die Gemeinde zu Zydowo verlangte dann zwar anfänglich noch ihre Selbständigkeit, doch ließ sich die Lösung der Angelegenheit teils durch Fortzug der Angehörigen, teils durch Anschluß an die Korporation zu Czerniejewo (Schwarzenau) bewerkstelligen (Reg. Bromberg Abt. d. Inneren an Flottwell 28 September 1836). 2 In Inowrazlaw gingen die Schulden hauptsächlich auf die Jahre 1809/10 ( zurück, d. h. auf Leistungen im französischen Interesse. Schon 1818 hatten die Synagogenältesten deren Niederschlagung bei Hardenberg erbeten. Monatsschrift, 68. Jahrgang. 22