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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 4 · p. Seite 307

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 4
Article
Der Talmid Chacham
Date
1924-01-01
Page
Seite 307 (sequence 17)
Language
German
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307 Unter einem ,,Weisen", der im Buche Jesaja (3S) yorkommt, ist ein Schüler zu verstehen, der das Wissen seiner Lehrer mehrt (Chagiga 14a)1. Wohl dem Schüler, dessen Bemerkungen sein Lehrer billigt (Berachot 32a)2. Andererseits hing der Schüler so an seinem Lehrer, daß ihm das als ,,wahre Lehre" verbürgt war, was er von seinem Lehrer gehört hat (Maleachi II6)3 (Bereschit R. I14). Es sind mehrere Daten dafür *da, daß aus Palästina nach Babylonien, und umgekehrt, Schüler -־ausgewandert sind, aus Anhänglichkeit zu ihren Lehrern4. Man lasse sich nicht von einem jüdischen Sklaven die Füße waschen, *oder, seine Sandalen aufschnallen, oder seine Kleider in das Bad *tragen, wenn man auf Stufen geht, soll man sich nicht auf seine Schulter lehnen, man lasse sich auch nicht von ihm auf einem Trag- :stuhl oder auf einer Tragbahre tragen, w*as gewöhnlich Sklaven tun, ־von einem Sohn oder Schüler darf man aber diese Dienste annehmen5?(Mechilta Mischpatim Nesikin 1). Wie hoch die Wissenschaft ge- :schätzt worden ist, sehen wir aus der; Tatsache, daß einem Schüler, der ohne seine Verschuldung in die Verbannung geschickt worden ist, sein Lehrer in die Verbannung folgte6 (Makot 10a). Es wurde bereits erwähnt, daß sich die T. Ch. auch materiell gegenseitig unterstützten, R. Jehuda ha-Nasi stellte z. B. seine. Kornkammern den Gelehrten zur Verfügung (Baba Batra 8a)7 8. Wollen wir nun auf Grund dieser Arbeit den Begriff des Talmid Chacham definieren, so müssen wir folgendes feststellen: Der Ausdruck ,,Talmid Chacham" ist eine Ehrenbezeichnung (Epitheton ornans) eines Mannes, der geistig hochstehend, Charaktervoll und go»ttesfürchtig ist, reiche Kenntnisse der jüdischen Wissenschaft und der jüdischen Religion erworben hat, und ihre Lehren gewissenhaft befolgend ein ethisch reines Leben führt. Neue Beiträge zur Geschichte der Juden in Bamberg. Von A. Eckstein in Bamberg. Im Dezember 1908 erhielt ich von meinem inzwischen verewigten Amtsvorgänger Dr. Joseph Kobak, dem gelehrten und verdienstvollen Herausgeber des J eschurun, Zeitschrift für die Wissenschaft des Judentums, und der Ginse nistaroth, der von 1862—1882 als Distriktsrabbiner von Bamberg wirkte, von Lemberg eine Sammlung hebräischer Akten, denen ich die nachfolgenden, zur Ergänzung meiner i. J. 1898 erschienenen 1 וחכם ״ י זה תלמיד המחכים את רבותיו. 2 אשרי תלמיד שרבו מודה לו. 3 תורת אמת היתז! בפיהו. 4 רבותינו היורדים מארץ.ישראל. 5 עבד * * לא ירתוץ לו רגליו ולא ינעיל לו מנעליו ולא יטול לו כלים'לבית המרחץ ולא יפמוך לו במתניו כיון שעולה במעלה ולא יטלגו לא בפוריון ולא בכסא ולא לקטקא כדרך שעבדים עוש־ין♦* . אבל ב&בו ובתלמידו רשאי, 6 .תלמיד שגלה מגלין רבו עמו רבי פתח אוצרים בשני בצורת וגו׳ י. 8 Vgl. םדר רב עמרם 21 סדר אליהו רבה und die Anmerkung Baers zum entsprechenden Gebetstücke in seinem סדר עבודת ישראל j§. 44.

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