Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Gott und Pharao
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 22)
- Language
- German
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־289 wurden? Wohl, sagt die Thora^ aber haben sie euch nicht schließlich doch in Freundschaft und mit reichen Geschenken entlassen, also■ nicht anders gehandelt, als ich jetzt von euch gegenüber j e d e m Fremden verlange? Also ״verabscheue auch den Aegypter nicht, denn ein Ger warst du in seinem Lande". Diesen Appell m o t i - vieren zu..können, ist der Zweck der Erzählung. Und da die Aegypter, die nicht so weit sehen, von selber nicht darauf gekommen wären, so sollen die Israeliten die Initiative ergreifen. Sie sollen sagen: Laßt uns als Freunde scheiden, gebt uns etwas zum Abschied (שאל), es wird euch einst gelohnt werden!, sie sollen die Aegypter soweit bringen, daß sie es ihnen anbieten und sie, die Israeliten, noch bitten, es anzunehmen (וישאלום), damit es ein wahres Gastgeschenk sei. So rette t Israel Aegypten, indem es ihm noch beim Scheiden die Brücke baut, auf der sie einst als Brüder zueinander finden können. Es wird von Haß und Ausschluß gerettet und vor ihnen entschuldigt. Diese Bedeutung des Piel hat sogar ausschließlich das Hithpael des späteren Hebräisch: התנצל sich entschuldigen (vgl. ärab. VIII), das in der Bibel nur Ein Mal Ex 33e ויתנצלו את עדים und sie zogen sich ihren Schmuck aus, also noch in der sinnlichen Bedeutung von herausziehen vorkommt (=. 32 ויתפרק!/ פרקוs, ü4 vgl. aram. םלק|, פרק und hebr. ^חל ausziehen und retten). Darum wird auch von dem Volke Aegyptens keine Feindseligkeit gegen die Israeliten berichtet. Die Unterdrücker und Hasser waren nur Pharao, seine Diener und die Chartumim, die servilen oder verbohrten Gelehrten Aegyptens. Damit nun jene Liebestat nicht.von dem künftigen Geschlecht vergessen werde, sollen die Israeliten die geschenkten Schmuck- Sachen ihren Kindern anlegen. Sie sind es, die nach jener großen Zeit fragen und ihre Erinnerungen bewahren sollen. Sie, ihren kostbarsten Schatz, schmücken sie mit den geschenkten Kostbarkeiten. Nochmals ״Liturgisches“. Von Ludwig A. Rosanthal,■ Rabbiner in Berlin. Zu meiner neulichen Arbeit über das Verhältnis des Vorbeters zur Gemeinde an den Bußfesten ist mir von befreundeter Seite eine Bestätigung zugegangen. Ich bin da auf den Umstand aufmerksam gemacht worden, daß auch an den Fasttagen der Vorbeter das Gebet ענינו hinter die siebente Berakha des Achtzehnergebets als besonderen Segensspmch einfügt, während die Gemeinde es mit שומע תפלח, aber nicht als selbständige Berakha, verbindet. In der Tat muß auch dieser Unterschied zwischen ש״ץ und Gemeinde auf alten Vorgängen beruhen. Taanit 13b verhandelt R. Juda, der Amoräer, mit seinem Sohne R. Isaak darüber, wie sich ein einzelner am Fasttage mit der Berakha עננו verhält? R. Juda ist für die selbständige Berakha בין ג1אל לרופא, R. Isaak für die Einfügung in שומע תפלה. R. Juda war, wie so oft, der Ansicht Raws gefolgt, die auch R. Chija ben Aschi, der gewöhnliche Ueberlieferer der Gebetseinrichtungen Raws, an-