Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 3)
- Language
- German
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256 als siebenten Tages erst exilischen Ursprungs sei. Die Entstehung des Deuteron nomiums falle nicht, wie man bisher fast allgemein annahm, in die Zeit Josias, sondern etwa um 500. Ein noch jüngeres Gesetzeskorpus sei das Heiligkeitsgesetz, das erst im Laufe des vierten Jahrhunderts mit den übrigen Büchern vereinigt worden wäre. Hypothesen, die ebenso wie die Leugnung jeglicher eschatologischen Verheißung vor dem Exil oder die Bezweiflung der Echtheit der aramäischen Urkunden in Esra mindestens sehr gewagt erscheinen! Wo solche vage Hypothesen uns die Lektüre des Buches nicht beeinträchtigen, besonders in den letzten beiden Kapiteln, ist es eine Freude, dem Verfasser zu folgen. Ganz gleich ob er den Einfluß griechischer Zivilisation auf den Orient oder die Bedeutung iranisch-babylonischer Religionsideen für das Judentum schildert, ob er die Astrologie und die Magie bei den Juden behandelt oder sich liebevoll in das Wesen der Essäer und anderer Parteiungen vertieft, besonders auf dem Gebiete der Apokalypsen- und Legendenliteratur weiß Höscher uns so viel Schönes zu sagen, daß wir befriedigt das Buch aus der Hand legen und die Hoffnung hegen, der Verfasser, der so vornehm auch das Verhältnis des entstehenden Christentums zum Judentum behandelt und auch verhältnismäßig gute Kenntnisse des Talmudischen zu besitzen scheint, möge recht bald der ,,Geschichte der israelitischen und jüdischen Religion‘6 über die . bisher behandelten Epochen hinaus eine Fortsetzung folgen lassen. Bemerkt sei noch, daß obige Arbeit als Band 7 der ersten Gruppe in der Sammlung Töpelmann: ,,Die Theologie im Abriß“ erschienen ist. Berlin. Sally Gans. Samuel Krauss* Synagogale Altertümer. Mit 4 Bildern im Texte und 22 Tafeln. 470 SS. 8°. Berlin-Wien (Benjamin Harz) 1922. Seit dem Erwachen der jüdischen Wissenschaft ist Aufbau und geschiehtliehe Entwicklung des synagogalen Gottesdienstes Gegenstand der Forschung gewesen. Neben dem rein wissenschaftlichen Interesse haben die Bestrebungen zur Reform des Gottesdienstes und die Kämpfe ־um sie immer wieder erneut den Anstoß dazu gegeben. Sind auch noch keineswegs alle Probleme gelöst, sind vielmehr neue Probleme zutage getreten — es sei nur an die Genisafunde erinnert ■— so ist doch eine einigermaßen vollständige Uebersicht über Werden und Struktur des synagogalen Gottesdienstes möglich, wie Elbogen sie gegeben hat; - Es ist durchaus erklärlich, daß neben diesen grundlegenden Problemen die anderen Fragen, die das Aeußere der Synagoge und ihres Kultus betreffen, stark zurückgetreten sind. Neben dem noch immer unentbehrlichen alten Vitringa hat in unserer Zeit fast nur Leopold Löw dieses Gebiet der synagogalen Altertümer angebaut und einen Plan zu ihrer Bearbeitung entworfen, der aber nicht zur Ausführung gekommen ist. Der gelehrte Forscher auf dem Gebiete der talmudischen Altertumswissenschaft Samuel Krauss, dessen bewundernswertem Fleiß!und dessen außerordentlicher Fälligkeit zu raschem Arbeiten die jüdische Wissenschaft seit einem Menschenaltereine Reihewertvoller Arbeiten verdankt, hat seinen Verdiensten ein neues hinzugefügt, indem er in einem umfangreichen Werke die synagogalen Altertümer eingehend behandelt. Und als ein verdienstliches Werk des Verlages Benjamin Harz muß die Herausgabe dieses Wörkes trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten angesprochen werden. In sechs Abschnitten behandelt Krauss in insgesamt 47 Kapiteln Namen und Entstehung, Gemeinden und Synagogen, Verbreitung der Synagogen, die Synagoge als Bauwerk, innere Einrichtung, Heiligkeit der Synagogen. Ein Sachregister sowie ein griechisch-lateinisches und ein hebräisches Wortregister erleichtert die Benutzung. Allerdings erlebt der Leser insofern eine Enttäuschung, als Krauss sich lediglich auf die talmudische Zeit beschränkt; die nachtalmudische Entwicklung, die überall verstreuten, großenteils noch ungeordneten Notizen der mittelalterlichen rabbinischen Literatur sind unberücksichtigt geblieben. Indes, das ist lediglich ein Fehler im Buchtitel, der diese Beschränkung nicht angibt. Die hochgespannten Erwartungen, mit denen Ref. an das Werk herangegangen ist, findet er allerdings nur teilweise erfüllt. Die Ursache ist zum Teil in der Schwierigkeit des Stoffes zu suchen, deren Verf. trotz des nonum prematur in annum nicht ganz Herr werden konnte, sodann aber in Mängeln der methodischen Durcharbeitung. So viel Wertvolles uns die wissenschaftliche Frucht-