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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 3 · p. Seite 212

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 3
Article
Der Talmid Chacham
Date
1924-01-01
Page
Seite 212 (sequence 2)
Language
German
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212 7 Prophetinnen hatte1, da nur die für zukünf tige Zeiten not- - wendigen Prophetenworte auf *gezeichnet worden sind. Aehnliches darf auch von einer späteren Zeit gesagt werden. Seit der Rückkehr Esras von Babylonien nach Palästina bis zum .Abschluß des babylonischen Talmuds verstrichen nahezu 1000 Jahre. Die aus diesem Zeitraum aufbewahrten. Namen von Schriftgelehrten, Tannaiten und Amoräern in der talmudischen Literatur grenzen an die Zahl 200Ö2. Und doch gilt auch hier das talmudische Wort יותר ממה שקראתי לפניכם כתוב כאן (joma 68b). Die Zahl von Gelehrten, und bedeutenden Persönlichkeiten muß noch weit größer gewesen sein. Die über Gerichtswesen und Richter (Sanhedrin) aufbewahrten׳ Traditionenwdssen von einem überaus großen Reichtum an Männern zu berichten, die die Fähigkeit hatten, Mitglieder des Synhedrions zu werden, was im Hinblick auf die Anforderungen, die an Synhedrialmitglieder gestellt wT0rden sind, viel besagt3. Unter anderem wird berichtet, daß ein jedes dreiundzwranziggliederige Sanhedxin ein drei Reihen tiefes Auditorium hatte, wo jede Reihe nicht weniger als wiederum 23׳ befähigte Zuhörer hatte, aus denen das Sanhedrin sich gegebenenfalls ergänzen konnte. In späterer Zeit begegnet man noch größeren Zahlen. R. Akiba allein soll 24000 Schüler gehabt haben4. .Als besonderes Verdienst kann es B a c h e r angerechnet werden״ daß er die agadischen Elemente der Traditionsliteratur, sofern diese sich an Autoren knüpfen, die dem Namen nach bekannt sind, systematisch zusammengefaßt und so den Lehrinhalt und die Personlichkeit eines jeden einzelnen Gelehrten zu einem einheitlichen Bilde gestaltet hat5 *. Doch sollten billigerw7eise auch die Ungenannten der Traditionsliteratur ihre verdiente Beachtung finden. Diesem Gedanken verdankt mein Aufsatz über den Talmid Ghacham zunächst seine Entstehung. Es soll hier der Versuch gemacht werden, aus den Quellen selbst ein Charakterbild des Talmid Chacham zu entwerfen. Die in der ganzen Traditionsliteratur zerstreuten Angaben und Lehrmeinungen, soweit sie den Talmid Qhacham betreffen, sollen hier systematisch geordnet werden. I. Bezeichnungen für Schüler, Gelehrte, Unwissende. Wiewohl die Bibel recht häufig von Belehrung und Unter- Weisung spricht, sind technische Bezeichnungen für Lehrer und Schüler in ihr selten. Die Schüler werden Jes 81s, 5413 למודים genannt; I Chr 25s findet sich auch das später so geläufige תלמיד von den angehenden Tempelsängern.; die Nebeneinanderstellung מבץ צם תלמיד zeigt, daß es den noch nicht völlig ausgebildeten 1 M,egilla 14־a. Raschi das. gibt die Aufzählung nach Halachoth Gedoloth auf Grund des Seder Olam. S. Seder Olam 21, Abschn. ed. Ratner, S. 90. 2 M, Guttmann, MGWJ LXVI 238 ״In der talmudischen Literatur fanden zweitausend Namen Aufnahme“. 3 Vgl.bes. die zusammenfassenden Bestimmungen Maim. Sanhed. II, 1—:8- 4 Kethub 63a. S; noch 1. Abschn. 5 Das Verzeichnis der einschlägigen Werke vgl. Blau, Bacher Vilmos irodalmi munk&ss äga (Magyar Zsidd Szemle« XXII, 36—81).

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