Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Moritz Lazarus
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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192 bereits die Auswahl aus dem unübersehbaren Stoff unter Gesichtspunkten, die der philosophischen Ueberzeugung Lazarus', der Kantischen Ethik entnommen sind. So ist es eine kantianisierende Darstellung, die Lazarus von der jüdischen Ethik gab. Aber gerade in dieser subjektiven Form spricht sich die Einheit seiner Persönlichkeit aus, die ihre philosophische und ihre religiöse Bildung, ihr Judentum und •Deutschtum als unmittelbare seelische und geistige Einheit empfand. Der Jude, der Ethiker, der Völkerpsycholog, der Deutsche bezeugen die Kraft der Seele, in der Hingabe an die Gemeinschaft die Idealität der Persönlichkeit zu begründen. ‘ Eine neue Darstellung des talmudischen Rechtes1. Von Michael G u t tmann in Breslau. Das talmudische Recht als praktische Disziplin bildete zweifeilos von Beginn an einen der wesentlichsten Teile des jüdischen Studiums. Dies Recht lebte nicht bloß in talmudischer Zeit, sondern war fast die einzige Grundlage des jüdischen Rechtslebens durchs ganze Mittelalter bis in die neue und neueste Zeit hinein. In -manchen Ländern hat das talmudische Recht heute noch praktische Bedeutung, wenn auch in stark eingeschränktem Umfange. Aus dieser Tatsache ist es leicht erklärlich, daß das talmudische Recht auch eine weitgreifende Entwickelung durchgemächt hat. Doch müssen wir hinzufügen, daß diese Entwickelung in der Hauptsache eine innere war. Eine innere zuvörderst in dem Sinne, daß es vorwiegend das vom allgemeinen Bürgertum mehr oder weniger abgeschlossene jüdische Gemeinwesen zu regeln hatte. Die geschiehtlieh bedingte Abgeschlossenheit hatte aber auch zur "Folge, daß das jüdische Rechtsstudium ein, wenn man so sagen darf, Binnenstudiurn war. Es hatte nichts mit dem allgemeinen Rechtsstudium zu tun, wurde ihm nicht eingegliedert und lebte ein Leben für sich. Die nächsten Folgen dieser Isoliertheit zeigen sich in der Methodik und Systematik. Das talmudische Rechtsstudium ging seine eigenen Wege. Den ersten und vollständigsten Bau eines enggeschlossenen Rechtssystems gibt Maimonides in seinem Mischne Thora. Ihm folgten andere Systematiker, die mehr oder weniger von ihm abhängig sind. Am besten bewährte sich das auf die praktischen Be-־ dürfnisse reduzierte System, welches Jakob b. Ascher in seinem Tur entworfen und Josef Karo im Schulchan Aruch neu ausgeführt hat. Tur und Schulchan Aruch beherrschten mit ihrer Systematik alle folgenden Jahrhunderte. Die reiche einschlägige Literatur, besonders die aus der Praxis heraus erwachsene Respönsenliteratur folgt der Einteilung rind Gruppierung des Schulchan Aruch. ■ 1. ■יסודי המשפט העברי סדר דיני ממונות .. בישראל * עפ״י מקורות התלמיד והפוסקים מאת אשר גולאק עורך דין מושבע ספר ראשון — ספר רביעי הוצאת דביר י ־ ושלים ברלין תדפ״ג־. I. Teil X, 175 und 2 ■'S. Nachträge und Verbesserungen. Berlin 1923״ II. Teil V, 237 und 2 S. Nachträge und.Verbesserungen. Berlin 1923. III. Teil IV, 154 und 2 S. Nachträge und Verbesserungen. Berlin 1923. IV. Teil V; 219 und 2 S. Nachträge .und VeBesserungen. Berlin 1923.