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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 179

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
[Nachricht]
Date
1924-01-01
Page
Seite 179 (sequence 2)
Language
German
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wird erwiesen, daß der Grundstock des Buches in den. beiden ersten Generationen nach R. Jehuda im Rheinland entstanden ist (außer den von Fr. verwerteten Widersprüchen hätten vielleicht auch die bereits von Wistinetzki notierten wörtlichen Wiederholungen von Aussprüchen zusammen gestellt und für die Kritik verwertet werden können), daß aber auch in späterer Zeit gelegentlich Zusätze eingeschoben wurden. Der Wert des Buches für die Geschichte der jüdischen Ethik liegt also gerade darin, daß aus ihm nicht eine Einzelpersönlichkeit spricht, sondern ein Yolksideal in ihm Ausdruck findet. Die Verwendung des Werkes erleichterte der neue Herausgeber durch ausführliche Quellen- und Sachregister. Wer solche Register von der klassischen Altertumswissenschaft her gewöhnt ist, kann nur dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck geben, daß die überaus mühselige Arbeit, der sich ein Gelehrten vom Range J. Freimanns unterzogen hat, beispielgebend wirken und in Zukunft keine jüdische Edition ohne die erforderlichen Register herausgehen möge! . Die Veröffentlichung der Aufsätze Achad Haams in deutscher liebertragung schreitet mit erfreulicher Rüstigkeit weiter. Es erschien: ,,Achad Haam, Am Scheidewege. Gesammelte Aufsätze. Zweiter Band. Autorisierte Uebertragung aus dem Hebräischen von Hugo Knöpfmacher und Ernst Müller.“ Berlin, Jüdischer Verlag, 1923, 469 S., Pappband 8 Mark, Leinenband 12 Mark. Die Aufsätze (aus den Jahren 1897—1902) behandeln zunächst die Frage der neuhebräischen Literatur und die Anfänge des Zionismus; ,,der Weg des Geistes, II. Sammlung“ begründet die ,,Forderung des nationalen Rechtes“ und fordert in Auseinandersetzung mit Berditschewskys Uebernahme Nietzschescher Gedanken und in Erläuterung des Verhältnisses des Nationalen zum Sittlichen ,,eine gesicherte Heimstätte für den Geist unseres Volkes“; eine vierte Gruppe übt am Schulwerk der Alliance und am Kol onisations werk des Barons Rothschild Kritik. Wie auf dem Titelblatt der Name des dritten Uebersetzers, H. Torczyner, versehentlich fortgeblieben ist, so ist auch die Uebersetzung von einzelnen Uebereilungen nicht frei־ (vgl. Schlesinger, Jüd. Rundschau vom 13, Juni 1924), trotzdem ist es sehr verdienstlich, daß der Gedankenreichtum Achad Haams auch Nichtkennern des Neuhebräischen erschlossen wird. Die Ausstattung ist vorzüglich. 2. Sonstiges. ־ Leo Deutschländer, Goethe und das Alte Testament, Frankfurt a. M.s Omonuth-Verlag, 1923, 199 S. Nach einem einleitenden, Bekanntes gut ordnenden Abschnitt über ,,die Bedeutung des A. T. in Goethes Leben“ wird ,,das A. T. in Goethes Schaffen“ besprochen; wissenschaftlich besonders wertvoll sind die Versuche der Rekonstruktion verlorener Dichtungen, wie der Kantate zum Reformationsjubiläum; dem Laien wird die (m. E. überzeugende) Ein- Schätzung des Einflusses des Buches Hiob auf Faust interessant sein. Das letzte Kapitel ,,das A. T. in Goethes Weltanschauung“ stellt nicht nur biblische Einflüsse, sondern auch Berührungen Goethes mit der talmudischen Ethik dar. Der Verfasser kennt seine Bibel und seinen Goethe; er hat keine Mühe gescheut und weiß gewandt zu schreiben. Allerdings aber sieht er vor Einzel- Zitaten nicht genügend die Gesamtpersönlichkeit des Dichters, deren Be- Ziehung zur Religion und Ethik des A. T. nur bei gleich deutlicher Hervorhebung des Trennenden und des Gemeinsamen allseitig zur Geltung kommt. Ernst Müller* Der Sohar und seine Lehre. 2. erweiterte Auflage. Wien (R. Löwit), 111 S., brosch. 3 Mk., gebd. 3,60 Mk. Eingehende Besprechung im Rahmen einer Sammelbesprechung über Kabbala Vorbehalten. S• Rothschild, Emanzipationsbestrebungen der jüdischen.Großgemeinden des Großherzogtums Hessen im vorigen Jahrhundert. Worms, Jul. Mannheimer, -48 S. Der verdiente Verfasser schildert auf Grund von Akten des Wormser Gemeindearchivs die Kämpfe, die zur Abschaffung des sog. Moralpatentes von 1808 (dessen jeder jüdische Gewerbetreibende bedurfte) und des Eides more iudaico in süddeutschen Gemeinden geführt haben. Es folgen Mitteilungen über den —von Juden und Christen 1832 gegründeten^— ,,Verein zur Verbesserung des Zustandes der Israeliten im Großherzogtüm Hessen.“ Salvatore Sabbadini, Die una traduzione ebraica della Divina Commedia. Trieste 1923, 29 S. 8°. Dr. Saul Formiggini (1807—1873) Arzt in Triest, Freund und langjähriger Korrespondent S. D. Luzzattos (vgl. 12*

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