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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1924-01-01 · Heft 2 · p. Seite 176

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
68 (1924)
Issue
Heft 2
Article
[Rezension]
Date
1924-01-01
Page
Seite 176 (sequence 1)
Language
German
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176 Die Jüdisch-deutschen Bibelübersetzungen von den Anfängen bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Nach Handschriften und alten Drucken dargestellt von W. Staerk und A. Leitzmann. XXXIX, 336 S. Frankfurt a. M. 1923. J. Kauffmann Verlag. Das Werk bildet, wie das Vorwort besagt, nur einen Ausschnitt aus einer ursprünglich groß angelegten Monographie, in der Staerk die gesamte jüdisch-deutsche Literatur von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart behandeln wollte. Da die Herausgabe eines so umfangreichen Werkes in dieser Zeit undurchführbar war, entschloß sich St., zunächst den Teil seiner Arbeit zu veröffentlichen, der mangels jeder zusammenfassenden Behandlung des Gegenstandes und mit Rücksicht auf das schwer zugängliche Material besonders erwünscht erschien. Auch das war nur durch die Unterstützung einer Reihe von wissenschaftlichen Gesellschaften, besonders der Zunzstiftung und der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, welche letztere das Werk unter ihre Schriften aufnahm, ermöglicht. Die Arbeit ist unter die beiden Herausgeber so verteilt, daß Staerk die Sammlung und literaturgeschichtliche Bearbeitung der zu einem großen Teil in einer Reihe von Bibliotheken handschriftlich vorhandenen Üebersetzungen übernahm, während der Germanist Leitzmann ihre sprachwissenschaftliche Begutachtung und zugleich ihre örtliche und zeitliche Ansetzung sich zur Aufgabe machte. Eine Fülle von Anmerkungen zu den gerade infolge der modernen Transkription etwas eigentümlich klingenden Texten, wie auch ein in Bälde erscheinendes Glossar von Fr. Braun sind dazu bestimmt, die Lektüre der Quellen zu erleichtern. Das Buch ist dem Gedächtnis Moritz Steinschneiders gewidmet, ohne dessen Katalog der Bodleiana es — wie Staerk dankbar bekennt ־— nicht hätte geschrieben werden können. Das Werk, für das besonders Güdemann, Grünhut und J. Perles recht wertvolle Bausteine geliefert haben, behandelt nach einer instruktiven Abhandlung über die Geschichte der jüdisch-deutschen Glossenliteratur, aus der wir ersehen, daß die ersten Glossen in dieser Sprache sich bei. Raschi finden, in seinem ersten Teile einige Handschriften, in denen sich zunächst nur gelegentliche Erläuterungen schwerer Stellen des Bibeltextes in jüdisch-deutscher Sprache finden; daran schließt sich eine Reihe teils noch handschriftlich vorhandener, teils bereits gedruckter selbständiger Bibelglossare. Sie entstammen sämtlich der Zeit vom 13.—1ל. Jahrhundert, sollten neben der Förderung des besseren Verständnisses des Bibeltextes gleichzeitig dem praktischen Zwecke des häuslichen Unterrichts dienen und waren teilweise dazu bestimmt, wie bereits Perles nachgewiesen bat, dem steigenden Interesse an Luthers Bibelübersetzung in den jüdischen Massen entgegenzuwirken. Der zweite naturgemäß umfangreichere Teil behandelt die Üebersetzungen und Bearbeitungen biblischer Bücher in jüdisch-deutscher Sprache aus dem 14. bis 18. Jahrhundert und bringt nach einer ausführlichen Darlegung ihrer Bedeutung eine Reihe charakteristischer Proben aus teils in Prosa erschienenen, teils gereimten Üebersetzungen oder Paraphrasen biblischer Bücher bezw. des ganzen A. T. Da Raschis Kommentar von jeher eine beliebte Beigabe der hebräischen Bibeln bei den Juden war, ist es natürlich, daß neben dem übersetzten . Bibeltext auch größere Auszüge aus Raschis Erläuterungen ins Jüdisch-Deutsche übertragen wurden. In einem Anhänge werden daher auch aus diesen Uebertragungen Proben abgedruckt. Speziell für die Frauenwelt scheinen die Uebertragungen der beiden apokryphischen Bücher, Susanna und Judith, bestimmt zu sein, wie denn auch die Proben aus den mehr zur haggadischen Literatur gehörigen ״Zenne Renne", der unter dem Titel ״des teitsch esrim wearba“ bekannten Historienbibel und des sogenannten Maassebuches viel des Interessanten bieten. So wird uns in dem Buche eine Fülle von philologisch zuverlässigem Material geboten, das nicht nur für die Erforschung der Geschichte der jüdischdeutschen Sprache von außerordentlichem Werte ist, sondern auch besonders in den älteren,Werken für das Studium des Mittelhochdeutschen bedeutungsvoll werden kann. Daß auch der Bibelforscher nicht ohne Nutzen sich in die Lektüre .dieser Uebertragungen vertiefen wird, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Daß Staerk bei manchen ihm fremd erscheinenden Anschaumigen aus der talmudischen und besonders haggadischen Weit den Rat

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