Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 68 (1924)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 3)
- Language
- German
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: 175 im Voraus genannt wird; man sollte daher die Worte ״gut hat Plato gesagt“ schon vor 47 erwarten. S. 109s =־־ B. 11!^ setzt K. über die zehn Regeln — da er mit Recht die Deutung der voranstehenden Buchstaben K I (mit Rendall, Journ. of Phil. XXIII, 15ל) als 5/־<paXcao1 ׳ erkennt — die gute Ueberschrift.־=־ עשדד, מאמרות על רגש;ח:ינה בין אדם ל ביי־י zehn Gebote für das Wohlverhalten der Menschen untereinander. S. 114a ־=־ B. 113? dünkt mich die Erklärung der Tragikerworte *00$\נז xicp־;xa;, 01 jxsxsa-1. 001 \0ס0ן (ein Sklave bist du, hast kein Recht mitzureden), deren Zusammenhang wir leider nicht kennen, gut durch על כיחד אחה ■ח־ erklärt. S. 103! B. 1036 (auch in der Einleitung p. XVII und S. 1234 B. 1235) nimmt IC. auf die b. Ab. zar. 10b überlieferte Mitteilung Bezug, daß Rabbi beim Tode des ״Antomnus“ ausgerufen habe נתפרדהחב־לה (das Freundschaftsband ist gelöst, so ist gewiß, unter Abweisung der kühnen Erklärung von חביילד׳ bei Krauss a. a. O. S. 52, zu übersetzen), Worte, die ganz auffallend und merklich an den Ausdruck M. Aurels hier erinnern, der von der Natur dkXa vuv &taXus! sagt, daß sie auflöse, von sich ׳na taLu'/׳, daß er der Auflösung entgegejn. gehe, (und ähnlich B. 1236, daß der Auflöser gütig verfahre atttoco dxoXuujv iXenK, ebda, xfjc; di'Marox;). K. glaubt nun, daß Rabbi den M. Aurel —־K.’s Antönimis — mit seinen eigenen Worten habe zitieren wollen, da er diese Worte mündlich von M. Aurel gehört oder in seinen Sammlungen für die Selbstbetrachtungen gelesen haben könnte; dies klingt recht bestechend, ich wage es aber dennoch nicht, es als Beweis dafür zu verwerten, daß M. Aurel wirklich der gesuchte ״Antoniius“ ist. S. 774== B. 847 glaube ich auch, K. nicht ganz folgen zu können; K. will, obgleich es hier ausdrücklich heißt ״gehe freundlichst aus dem Leben“, hierin nicht unbedingt eine Empfehlung des Selbstmordes sehen, sondern glaubt, daß M. Aurel hier hyperbolisch sagen will: der Tod ist besser als ein Leben in Sorge und Aerger, wie solches auchin dem talmudischenAusspruch liegen soll :שישל*ךאד עצמי לכרשן אש ואל ילבין פני חבירוברב־ם, worin auch keineswegs der Selbstmord empfohlen, sei, für M. Aurel klingt mir K.’s Ansicht doch mehr bestechend, als überzeugend. S. 97! ==*־ B. 1044 muß ich die Etymologie K.’s mit einem Fragezeichen versehen, K. will das talmudische התריז (siehe baba qamma 47b oder Sotah 36 כתי־ ז) vom griechischen ftpaoüc ableiten; aber dieses Wort hat im Talmud nie die Bedeutung ״erkühnen“. Damit habe ich zu dem schon übergeleitet, was mir fehlerhaft zu sein scheint; ich will nur einiges Vorbringen, da das meiste — fehlerhafte Zitate wie S. 41! B. 533, Hesiod 197 (nicht 195) oder falsche Angaben wie S. 524 =״־ B. 647 Hipparch lebte von 180 (nicht 160) —120 — in der Nichtbenutzung der besten Ausgabe und namentlich in der schlechten Korrektur seinen Grund hat, welche durch die Eile des Verlegers verschuldet sein dürfte. In der Einleitung S. XVIII sucht K. die Kenntnis und Verbreitung stoischer Lehren durch Josephus zu erweisen, der die Pharisäer mit stoischen Farben, schildert; das ist nicht ganz stichhaltig; da Josephus für Nichtjuden schreibt, muß er die Parteien mit nichtjüdischen Mitteln bekannt zu machen versuchen; er spitzt daher auch die Lehre der Pharisäer recht zu, damit sie in das stoische System passe (vgl. Elbogen, Die Religionsanschauungen der Pharisäer, S. 14ff.), S. 72! B. 82Q. Die Uebertragung auf das Lebenslicht ist recht fraglich; es dürfte nur ein Vergleich Sein, wie in 4! oder 12s. S. 842 B. 9!0. Die Metapher von פרי ist garnichts Ungewöhnliches, vgl. Jer 6!9j 21!4 oder M. Peah 1!; so steht es auch mit dem griechischen xapröc, das in der Dichtersprache schon sehr früh metaphorisch vorkommt, so bei Pindar d. 78 oder Aischylos Eum. 795. S. 854 => B. 320 ebenso S. 592 B.ל2ל ist zu xo d 1X00 ä^dpvf^a (das Vergehen eines Anderen), wie auch B. 2ל> lehrt c״x׳zv •etc d^dpz■^ t« th 05׳ (wenn Jemand gegen dich sündigt), zu ergänzen; gegen dich, nur in einem solchen Falle übe man, will M. Aurel sagen, Nachsicht; sonst gilt ja auch für ihn die Pflicht, den Anderen auf den rechten Weg zu weisen. S. 862 ־=־ B. 924. Vgl. 421 aus Epiktet frg. 26 Sehr. Die Uebersetzung ist unzutreffend; der Sinn ist vielmehr dieser: Unser Lehen ist wie ein Kinderspiel, daher ist der Tod umso selbstverständlicher (wörtlich einleuchtender); die Worte 6ד t7jc Nexu 1ac: sind nur ein Euphemismus für Tod. Ich wünsche dem Buchendem das bekannte Reiterstandbild M. Aurels beigegeben ist, wegen seiner feinsinnigen Uebersetzung und seines herrlichen Inhalts, denK. einmal ein סם חיים nennt, die weiteste Verbreitung; dem Bearbeiter selbst möge die gute Aufnahme dieses Werkes ein Ansporn zur Fortführung seiner Bestrebungen auf diesem Gebiete sein, so daß wir bald auch einen ganzen hebräischen Seneca und Epiktet besitzen. A. Pcsner,