Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 67 (1923)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Hellenistica [Rezension]
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 2)
- Language
- German
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279 feste der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Heidelberg, Carl Winter, 1920, 34 S. — Die Nachsokratiker. In Auswahl übersetzt und herausgegeben von Wlllielm Nestle. Jena, Diederichs, I (305 S.), II (393 S.). — Leisegang, Hans, Griechische Philosophie von Thaies bis Platon, Breslau, Hirt, 1922, 128 S., gebd. 2,50 Mark. — Leisegang, Hans, Hellenistische Philosophie von Aristoteles bis Plotin. Breslau, Hirt, 1923, 124 S., gebd. 2,50 Mark. — Geffcken, Job., Der Ausgang des griechisch-römischen Heidentums. Heidelberg, Carl Winter, 1920, 347 S. — Trcitel, Dr. Ludwig, Gesamte /Theologie• und Philosophie Philos von Alexandria. Berlin, Schwet&chke & Sohn, 1923, 150 S. — Pocke, Fr., Die Entstehung der Weisheit Salomos. Ein Beitrag zur Geschichte des jüdischen Hellenismus. Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht, 1913, 132 S. — Bousset, W., Jüdisch-christlicher Schulbetrieb in Alexandria und Rom. Göttingen, Vandenhoek & Ruprecht, 1915, 319 S.1 Dornseiff bespricht nach einer Darlegung der psychologischen Wurzeln des Buchstabenglaubens insbesondere Spekulationen über einzelne Buchstaben, die Verwendung von Vokalreihen im Zauber und ihren Ursprung, Systematisierungen der Buchstaben, ihre Beziehung zum Sternglauben, die Gematrie (unter dieser Ueberschrift), das Schöpfungswort. Es betrachtet den Buchstabenglauben aller . Völker und Zeiten und widmet dem Judentum außer zahlreichen Einzelbemerkungen ein besonderes Kapitel (S. 133—142). Sehr wichtig und interessant ist das Ergebnis, daß sich die hellenistisch-jüdische Literatur von einem Glauben frei gehalten hat, der sowohl bei Griechen wie bei Juden um die Wende unserer Zeitrechnung durchaus verbreitet war. Denn wie vertraut berührt den Kenner der Midraschim das Verfahren des Antisemiten Apion, des Zeitgenossen Phiions, der im Zahlenwert der beiden ersten Buchstaben der Ilias v17! einen Hinweis auf die 48 Gesänge der Homerischen Epen fand, oder die Gleichsetzung des Namens Neptm/ (Nero) 1006 ־=־ t&tav prfäpa aTCibrcsivs (er hat die eigene Mutter getötet)! Wie wenig können aber auch nach Dornseiffs Nachweisen (S. 84 und 136) Buchstaben Zusammenstellungen wie לב״ם& oder תב״ש& als kennzeichnend jüdisch gelten! Die Folgerungen aus diesen Nachweisen für das rabbinische Judentum und namentlich die Kabbala sollen an anderer Stelle gezogen werden; hier beschränken wir uns auf die Feststellung, daß der Vf. trotz־ geringer Kenntnis des Hebräischen, die sich vielfach in. Schreibfehlern zeigt, und trotz Uebersehung mancher wichtigen Schrift (z. B. Jacob, Im Namen Gottes; vgh S. 54, 1) die Einstellung der jüdischen Mystik in weitere kulturgeschichtliche Zusammenhänge wesentlich gefördert hat. Dagegen liefert Williger einen wichtigen Beitrag zur Darstellung des Verhältnisses von Griechentum und Judentum, u. z. sowohl ihrer inneren Beziehung wie ihrer geschichtlichen Berührung. Ein hellenistisches Judentum und die jüdische Propaganda im Heidentum war ja nur dadurch möglich, daß beide Völker, genauer gesprochen: gewisse Strömungen in ihnen, schon vor der unmittelbaren Berührung einander entgegenstrebten; hüben und drüben tritt an Stelle des alten Heldenideals das des Weisen, das auch in Griechenland meist Züge einer ethisch gefärbten Frömmigkeit trägt. Geht nun aber die Konvergenz weiter? Entspricht der zunehmenden Vertiefung, die der hebräische Sprachgeist der Wurzel קדש gegeben^ hat (MGWJ 1922, 170 ff.), eine analoge Entwicklung der Worte «10ן<; und 0qv6<;, mit denen die LXX meist קדוש umschreibt? Willigers sorgfältige Stoffsammlung zeigt, daß die Frage für 0ן׳wc sicher zu verneinen ist. Es bezeichnet im reinen Griechisch nie eine ethische Eigenschaft (S. 83); auch Philon folgt hier durchaus dem reinen Sprachgebrauch. (102 ff.); wenn es also in .der LXX und im 1 Das. Buch des Berichterstatters ״Poseidonios’ metaphysische Schriften 1“, Breslau, M. ü. H. Marcus, 1921, 218 S. (,4,50 Mark) enthält Beiträge zur Quellenkritik Phiions, der Weisheit Salomos und des IV. Makkabäerbuches. Von den ,,Schriften der jüdisch-hellenistischen Literatur in deutscher Üebersetzung“ erschien Bd. IV, herausgegeben vom Berichterstatter, in Breslau (Marcus) 1923,.188 S. (5 Mark); er.enthält die Schriften De post. Caini, De gigantibus, Quod deus immutabilis (übers, von Leisegang) und De agricultura, De plantatione (übers, vom Berichterstatter). Die Weiterführung beider Arbeiten ist geplant; sowohl ״Poseidonios“ Band II wie ״Philo“ Band V sollen, wenn möglich, im Jahre 1924 erscheinen. Vorbestellungen mit 20% Ermäßigung nimmt der Verlag schon jetzt entgegen•