Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1923-01-01 · Heft 6 · p. Seite 271

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
67 (1923)
Issue
Heft 6
Article
Drei Ortsnamen in Galiläa
Date
1923-01-01
Page
Seite 271 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829915-2829920-2831974--45488-2832046
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

271 Aschers handelt, d. h. daß תקוע der Mischnah (und nach Auffassung R. Johanans auch תקוע der Bibel) in Gäliläa lag, und zwar in der Nähe von נושחלב— Gischala, welches in der Erzählung ebendort1 erwähnt wird. Daß die Zusammenstellung wirklich so gemeint ist, zeigt ein gaonäisches Responsum, welches wörtlich sagt: ״Die Oele [zum Opfer] kamen aus dem Gebiete Aschers (Deut 3324) und es (das Stammgebiet Aschers) besaß einen Ort, welcher תקוע hieß, wie wir in Menahot sagen: ,,T. ist ״Alpha“ inbezug auf Oel“; denn von dort gingen hervor die Oele, und von dort bis Jerusalem sind acht Tagewege, nämlich hin und zurück, und so sagen wir es in Menahot“ 2. Deutlicher kann man wohl nicht sein.—Auf die Mischnah kommen wir übrigens noch zurück. 2. Nicht nur das in II Sam 142 genannte T., sondern auch תקוע, die Heimat des Propheten Arnos, wurde zuweilen in das Stammgebiet Aschers verlegt. Diese Ansicht führt R. David K i m 11 i in seinem Kommentar zu Amos lx an: ״T. ist eine große Stadt im Stammgebiete der Söhne Aschers“; ähnlich zu 71«:• ״Er (nämlich Amos) war aus den Bürgern seines (Jerobeams) Reiches, denn T. war den Söhnen Aschers gehörig/' Ob RDK diese Angaben in einem alten Midrasch vörfand, oder aber sie aus den obigen Talmudstellen erschloß, ist nicht zu entscheiden. Daß aber die Ansicht verbreitet war, Amos sei aus dem Norden, zeigt die von Pseudoepiphanius vertretene Ansicht, wonach Amos aus Sebulon stammte. 3. Die Richtigkeit der Behauptungen, die Heimat der weisen Frau und des Propheten Amos sei das ascheritische תקרע, mag dahingestellt sein, — soviel ist sicher, daß die talmudische Zeit ein תקוע im Norden Palästinas kannte. Dies mag noch durch folgende Stellen erhärtet werden: a) M. Halla 410 wird gesagt, daß ein נתאי איש תקוע Hebe vom Teige aus einem ausländischen Orte3 nach Jerusalem brachte, die aber nicht angenommen wurde. Dieser Mann lebte also noch zur Zeit des Tempels. Da ist nun zu beachten, daß der Name נתאי (vielleicht מתאי Matthäus) nur in Galiläa vorkommt4. Somit ist die Heimat dieses Mannes aus תקוע umsomehr in Galiläa zü-suchen, als von einem judäischen תקוע während der mischnischen Zeit gar nichts bekannt ist. b) b. Baba batra 145b wird eine tannaitische Tradition angeführt, worin der scharfsinnige Dialektiker (בעל פלפול) mit einem reichen 1 Parallelst. Sifre Deut § 355 (148a) Midr. Tannairn 220 f. * תש ום ית הגאונים ed. Lyck Nr. 104. RN zu Alfasi Sabbat II (ed. Wilna 9b). Die ganze Tradition stand ursprünglich, wie es scheint, im babyl. Talmud (vgl. die Schlußworte des Resp. והכי אמדיכן.במנחות), ist aber heute nicht darin zu finden {s. meine Vermutung in ״Isr. Monatsschrift“, Beilage zur ״Jüd. Presse“, 1909, Nr. 12, p. 45, die ich heute nicht mehr für richtig halte). Marx, Or. Ltz. 1910, 502 schreibt: ״Die Angabe über die Lage Tekoas fand Abraham b. Isaac aus Narbonne (אשכול II, 6) im pal. Talmud; in unseren Texten fehlt sie aber, vgl. B u b e r in Luncz5 Jerusalem VII, p. 248. Nr. 37“. Vgl. noch Barth, Jtid. Presse.1911. Nr. 7 (p. 66/7). Jedenfalls hatte der Gaon einen alten Text vor sich. 8 Der ausländische Ort heißt יתור;?, s. Schürer I4, 693, Anm. 130. 4 Schürer II4 422w; Büohler, Der galil. 6Am ha*arejs 3804 Anm. 2.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.